01 Jul

Was mir Spaß macht – Juni 2013

Zum Anfang der Junisammelwut mal ein lustiges kleines Spiel: Candies.
Wenn man viel am Computer arbeitet, kann man dieses extrem simple Browserspiel einfach im Hintergrund laufen lassen, so Candies und Lollipops sammeln und ab und zu mal ein Quest erledigen, um Items zu sammeln und mehr Candies und Lollipops zu sammeln. Später kann man auch Tränke brauen und mehr und bessere Ausrüstung kaufen und… weiter bin ich noch nicht. Es kostet nicht viel Energie, macht aber Spaß und bringt ab und zu mal etwas Luft in den Kopf. :)

Diesen Beitrag hier bei Kleinerdrei habe ich mehrfach gelesen und kann ihn einfach nur empfehlen. Mit Schrecken beobachte ich in der letzten Zeit, wie sehr kleine Mädchen in die “rosa Ecke” gedrängt werden und frage mich, wie sich das später auswirken wird, beispielsweise auf die Zahlen an weiblichen Studenten in naturwissenschaftlichen Fächern. Als ich klein war, gab es ein Lego für alle und kleine Mädchen durften Hosen tragen. Auch blaue. Heute habe ich fast schon das Gefühl, dass die Eltern die Mädchen von Kopf bis Fuß rosa einkleiden “müssen” (warum auch immer) und ich sehe kleine Mädchen, die bei Wind und Wetter Miniröckchen tragen, anstatt schön warm eingepackt zu sein.
Aber was machen wir mit unseren Kindern, wenn wir sie so früh beschränken, indem wir sie als Junge oder Mädchen “markieren”, sodass kein “echtes” Mädchen ist, wer nicht rosa trägt und kein “echter” Junge, wer rosa mag? Mphf.
Es passierte tatsächlich, dass zwei kleine Mädchen meinen Sohn im Kindergarten fragten, ob es ihn denn nicht störe, dass auf seinem Garderobenbildchen eine der beiden Eiskugeln in der Eistüte rosa sei. Ihn störts nicht. Er mag auch (my little) Ponies und Haarspangen. Genauso gern wie Autos und Traktoren.
Genau hier liegt der Knackpunkt: Ich habe überhaupt GAR nichts dagegen, dass er Autos und Traktoren mag. Genauso sollen kleine Mädchen, wenn sie mögen, mit Püppchen spielen und rosa tragen. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist es allerdings sehr, sehr oft so, dass die Kinder das nicht selbst wollen, sondern eben gesagt bekommen, dass man das als Junge/als Mädchen so tut.
Als unser Sohn zum dritten Geburtstag eine Spielküche bekam, gab es tatsächlich Familienmitglieder, die das komisch fanden. Genau das nervt mich: Er hat eben riesigen Spaß daran, mir Brokkolikaffee zu machen oder ein Spiegelei zu braten. Wenn er bei seiner Omi ist, schiebt er mit Wonne einen (eigentlich als Dekoration gedachten) Puppenwagen umher und kümmert sich rührend um sein “Baby”. Warum soll er das nicht dürfen – bloß, weil er ein Junge ist? Kinder wollen die Welt entdecken und sich alles angucken. Alles. Um dann zu entscheiden, was sie am liebsten mögen, was ihnen entspricht und Spaß macht. Und ich finde, alle Kinder sollten die Chance haben, alle möglichen Sachen mal zu probieren, ohne Etikett, zu welchem Geschlecht etwas gehört. Wenn sie dann als Mädchen lieber Tierärztin werden wollen einen MINT-Beruf zu ergreifen, ist das vollkommen in Ordnung, solange sie die Wahl haben.

Puh, das war ein langer Text und ich habe zwischendurch überlegt, einen eigenen Beitrag daraus zu machen, aber dafür hat es dann doch nicht gereicht. :)

Jetzt habe ich noch einen Link, der mich nach meinem letzten “Was mir Spaß macht”-Artikel erreichte und der ein wenig gefährlich ist, weil stellenweise recht kalorienreich. ;)
No Kitchen For Old Men.
Miam! Vor allem diese Sache mit den Pastasaucen hat es mir angetan, denn ich bin ein Nudelmonster. Am meisten lieeeebe ich Spaghetti Carbonara, kann die aber nur essen, wenn sie selbstgemacht sind (Laktose und so) – wenn ich mir nur die Bilder anschaue, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
Oh, mir fällt gerade auf, dass dieser Link irgendwie zum Text darüber passt, denn die Blogbetreiber Jim und George sind vermutlich auch der Meinung, dass mein Sohn so viel in seiner Küche umherbrutzeln soll, wie er mag. :)

Ich habe den Link zum nun folgenden Video schon getwittert, aber es kann ja nicht schaden, wenn ich das hier nochmal wiederhole: Der Sänger von Machinae Supremacy über Filesharing und wie das so bei ihnen als Band so gelaufen ist. Klick hier fürs Video.
Er hat recht: Sharing is Caring, denn was ich selbst nicht mag, würde ich auch nicht teilen wollen. Ich finde es außerdem sehr angenehm, dass er den “normalen” Musikbetrieb nicht strikt verteufelt, sondern einfach einen Weg aufzeigt, diesen zu ergänzen.
Allerdings ist er wohl auch in einer sehr privilegierten Position, denn Metalfans sind (meiner Erfahrung nach) ein relativ solidarischer Haufen, der gern kauft, was er mag.
Achja: Die Band ist übrigens auch einen Klick wert – man kann auf ihrer Website ihre Musik ganz legal herunterladen. :)

Zum Schluss noch ein Tweet, zum Abrunden:

Ein Gedanke zu “Was mir Spaß macht – Juni 2013

  1. Jetzt mal ehrlich, haben wir genau diese Diskussionen nicht schon vor 45 Jahren geführt ? Dazwischen gab es verfluchte Zwangs- Gleichmacherei und nun schlägt es wieder ins Gegenteil um….. hat das System? Gibt es einen Zyklus? Als meine Kinder klein waren zogen sie die kunterbunten Sachen ihrer drei älteren Cousinen an und niemandem ist das aufgefallen.

    • Vielleicht verläuft das genauso zyklisch wie die Mode – immerhin kommen die Trends dort auch alle (grob geschätzt) 20 Jahre wieder. :)

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