Archiv des Marke: Zuhause

16 Jul

Traumhaus – NaBloPoMo #16

Wie sähe dein Traumhaus aus, wenn du eines hast.

Das wird jetzt eine relativ langweilige Antwort, denn wenn ich überhaupt so etwas wie ein Traumhaus habe, dann ist es eindeutig das, in dem ich lebe. Ich schrieb sogar schon einmal darüber, und zwar hier.

Vielleicht schaffe ich es sogar demnächst, mal ein neueres Foto zu machen, jetzt, wo ich nicht mehr auf dem Gerüst stehe und streiche. ;)

Das Haus ist alt, mindestens 300 Jahre alt, wohl aber mehr, wenn man den Dokumenten glaubt. Wie viele alte Menschen ist auch das Haus nicht ganz einfach: Es tut nicht immer, was es soll, steht an einigen Stellen schief da und setzt extrem gern Spinnweben an, hier und da knarzt es ein wenig und manche Bereiche riechen sogar etwas eigenartig.

Aber es hat Charakter. Fast jeder der vielen Balken hat schon Generationen von Menschen gesehen und manchmal zeugen auch Inschriften, Macken und Dellen davon. Das Haus hat  diverse Kriege überstanden, hat sich auch nicht davon kleinkriegen lassen, dass es vernachlässigt und beinahe abgerissen wurde, dass es eine Weile sogar ein Schandfleck war.
Trotzig steht es immer noch hier, ganz oben auf dem Hügel und bietet unserer etwas verrückten, kreativen und vielseitigen 3-Generationen-Familie mit all dem Getier, mit vielen Besuchern, Gästen, Freunden und Verwandten ein Zuhause, ein Nest, eine Insel, die immer da ist und selbst im schlimmsten Sturm Vertrauen erweckt.

Zugegeben, es ist wohl nicht jedermanns Sache, so ein alter, knorziger, oller Kasten, aber ich find’s gut. :)


Dieser Text entstand im Rahmen des NaBloPoMo – des National Blog Posting Month.
Wer mehr darüber erfahren will, klicke hier.

14 Jul

Hallo altes Haus!

Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich (zuerst) ins Jahr 1705 reisen, um zu sehen, was die Menschen umtrieb, die für das hier verantwortlich sind:
1705

Es wäre für mich natürlich unheimlich spannend, zu sehen, wie das Haus, in dem ich wohne, vor über 300 Jahren ausgesehen hat – wie der Ausblick damals so gewesen ist und was hier so los war.

Aber am spannendsten wäre es, mit den Menschen zu reden, die hier wohnten und an diesem Haus gebaut haben. Nach allem, was mir so erzählt wird, hat derjenige, der diese Zahl in den Balken in unserem Flur schnitzte (oder eben das beauftragte) das Haus nicht neu gebaut, denn die bruchsteinernen Grundmauern sind noch älter. Was ging also vor in den Leuten, die das Haus damals nutzten? Empfanden sie dasselbe wie wir heutigen Bewohner für dieses Gebäude?
Vermutlich nicht, denn erstens war es wie ich gehört habe eine Pferdewechselstation (an der alten Köln-Leipziger Handelsstraße) und nicht in erster Linie ein Wohnhaus, und zweitens war ein Haus wie unseres damals schlicht und ergreifend normal. Hier oben auf dem Hügel werden alle Häuser mehr oder weniger so ausgesehen haben, und wahrscheinlich wurde auch in fast jedem dieser Häuser eine Zahl oder noch mehr in den Balken geschnitzt.

Das Außergewöhnliche an diesem Haus sehen und empfinden wir erst heute, wo um uns herum wesentlich jüngere Häuser – teilweise Neubauten – stehen und wir in der Ururur…oma all dieser Gebäude leben. Die Jungspunde stehen alle aufrecht und gerade um ihren Urahnen herum und belächeln das Haus, wie es etwas krumm und schief dasteht, mit seinen dicken Balken, die ab und zu mal knarzen und unserer Pflege bedürfen. Aber werden sie alle in 300 Jahren noch dort stehen und grinsen? Ehrlich gesagt kann ich mir gut vorstellen, dass unser Haus dann immer noch da ist und die Bewohner das, was wir heute aus oder mit ihm machen bewundern. Vielleicht empfinden sie dann dieselbe Dankbarkeit, die ich empfinde, wenn ich die alten Balken mit schützender Lasur streiche eincreme, dasselbe Glück, in diesem besonderen, alten Haus leben zu dürfen. Es hat Charakter. Einen Charakter, der sich zusammensetzt aus all dem, was es erlebt und gesehen hat und all dem, was die vielen Menschen, die es über die Jahre besessen haben, mit ihm gemacht haben. Ich bin heute extrem dankbar dafür, dass die Menschen damals sich so große Mühe mit dem Bauen gegeben haben, dass sie wahnsinnig lange und dicke Balken aus wahnsinnig schwerer Eiche heranschleppten, um dieses Haus so stabil zu machen und dass sie sie alle so zusammenfügten, dass sie heute noch halten.

Und ich bin dankbar, dass vor über 30 Jahren zwei mutige Menschen (zu deren Familie ich heute gehöre) den wahnwitzig anmutenden Entschluss fassten, diesen pflegebedürftigen Haus-Urahnen zu kaufen und seine Macken und Wunden zu versorgen. Wenn man sich anschaut, wie es ausgesehen hat, war das beim besten Willen keine leichte Aufgabe:
21

Sie haben es gewagt, sich des Hauses anzunehmen und es mit Leben zu füllen, und darüber bin ich sehr froh, denn sonst könnte ich heute nicht auf dem Gerüst im 2. Stock stehen, Farbe auf die alten Mauern pinseln, hinter denen ich wohnen darf und mir dabei vorstellen, wie das damals war, 1705 oder wann immer dieses alte Haus geboren wurde.

Mittlerweile sieht es (aus einer ähnlichen Perspektive wie das oben) ungefähr so aus, außer, dass ich eben nicht mit drauf bin, wie ich dastehe und streiche. ;)
IMG_6208

02 Jun

Panorama

Heute habe ich kaum Text für euch. Dafür ein Bild, nämlich den Blick aus dem Zimmer, in dem ich meistens sitze, wenn ich die Texte für diese Seite tippe. Diese wunderbare Aussicht war der Grund, warum wir letztes Sylvester ohne auch nur einen Cent auszugeben ein riesiges Feuerwerk zu sehen bekommen haben. :)

Panorama

Das ist zudem noch ein Beweis dafür, dass heute tatsächlich zum ersten mal seit ungefähr 3 Wochen die Sonne scheint (kalt ist es trotzdem – widerlicher Wind).
Mehr schreiben kann ich jetzt auch nicht, denn ich geh’ gleich raus. Wer weiß, wann es wieder regnet.