Archiv des Marke: Schreiben

11 Jul

Fangemeinde NaBloPoMo #11

Wovon bist du Fan? Warum? Oder warum nicht?

Bei dem Begriff “Fan” fällt mir natürlich zuerst Musik ein, doch darüber schrub ich ja gestern schon, also muss ich mir heute etwas anderes einfallen lassen.

Mein vielleicht eigenartigstes “Fantum”: Schreibwaren.
Wenn mir jemand eine Kreditkarte ohne Limit gäbe und mich damit in die Stadt schickte, würde ich den Großteil meiner Zeit in diversen Schreibwarenläden verbringen, bevor ich in Buchhandlungen ginge und ganz zum Schluss noch nach Klamotten schaute.

Mal ehrlich: Es ist doch wunderbar, all diese ordentlich aufgestapelten und sortierten Papierarten anzuschauen! Und die Notizbücher und -hefte, zum Teil kleine Kunstwerke für sich, mit dickerem, samtigem oder dünnerem, durchscheinendem Papier, in blütenweiß oder einem satten Crémeton! Die dort in Reih und Glied stehen und nur darauf warten, dass ich sie betrachte und mich nach Stunden dann für eines oder zwei (*hüstel*) entscheide!
Und die Stifte! Farblich oder nach Typ sortiert schauen sie mich an, Füllhalter, Gel- und Kugelschreiber, Filz-, Blei- und Buntstifte, Marker und Fineliner! Die verschiedenen Schreibstärken und Nuancen, die dort angeboten werden, laden doch nun wirklich zu stundenlanger Betrachtung ein!

Nun ist es zum Glück so, dass ich einfach viel von Hand schreibe. In diversen Notizbüchern und Journalen schreibe ich über unterschiedliche Themen, male und kritzle oder führe ToDo-Listen. Da lohnt es sich wunderbarerweise tatsächlich, ein Sortiment an verschiedenen Büchlein und Stiften verfügbar zu haben.

Möchte wer Inspiration, um auch ein Büchlein anzufangen? Dann mal kurz etwas über meine wichtigsten Notizbücher (neben meinem Kalender natürlich):

Das klassische Tagebuch
Hier schreibe ich im Prinzip über alles, was mir so einfällt. Dinge, die ich höre, sehe und lese, und die einen persönlichen Bezug haben, schreibe ich mitsamt ebendiesem Bezug auf. Manchmal aber auch einfach nur Sprüche meines Kindes, lustige Erlebnisse oder Sachen, die mich genervt haben – Datum drüber, weg damit.

Art Journal
In Deutschland noch gar nicht so verbreitet, aber in Amerika offenbar ein bekanntes Hobby: Man nehme ein Skizzenheft oder irgendeine Kladde und arbeite drauflos.
Meins ist ein ganz billiges A4-Notizbuch, in dem ich die Hälfte der Seiten herausreiße und dann immer 2 Seiten zusammenklebe. Ganz billig, weil dann die Hemmschwelle, einfach reinzukritzeln, malen oder kleben nicht so hoch ist und ich es auch wirklich benutze.
Ich mache also Collagen, zum Teil auch mit Fotos, hauptsächlich aber mit Zeitungsausschnitten und Alltagsgegenständen wie Verpackungen. Dazu male ich mit Acryl und Aquarell, aber auch mit Buntstiften und diversen Markern.
Hier zählt für mich auch nicht das Ergebnis, sondern einfach der Vorgang: Das Arbeiten daran beruhigt mich und baut Stress ab.

Das Kind-Mama-Buch
Ein ganz einfaches, stabiles Ringbuch, in das ich gemeinsam mit dem Sohn male, klebe und bastle. Eine gemeinsame Aktivität für regnerische Tage oder einfach so zwischendurch – das Wichtigste ist, dass wir gemeinsam darin arbeiten.
Das Lieblingsthema im Moment: Monster malen.
Das geht so: Einer beginnt mit einer Form, die meist Kopf oder Bauch wird, kann ganz normal rund sein, aber auch völlig albern. Dann fügt der andere ein Element hinzu, also Arme, Beine, Kleidung, was auch immer. So geht es abwechselnd weiter, bis ein völlig albernes Monster entstanden ist, zu dem wir uns auch immer eine Geschichte ausdenken. Zum Schluss darf der Sohn noch das Datum drauf stempeln und fertig. :)
Ein Beispiel poste ich gleich mal auf Instagram.

Mein Dissertations-Fauxdori
Midori Traveller’s Notebooks sind wunderschöne, ledergebundene Bücher mit austauschbarem Inhalt, die allerdings teuer und umständlich bestellbar und so weiter sind. Ich habe mir also etwas ähnliches selbst gemacht, daher Fauxdori (der Begriff ist nicht von mir! Gebt das mal bei Youtube ein.)
Ich nahm also ein wunderschönes, ökologisch bearbeitetes Stück Leder (von Lederkram, toller Shop, wenn auch optisch herausfordernd), besorgte mir dünnes Gummiband, piekste Löcher ins Leder und heftete 2 Jottbooks und ein Softcover-Notizbuch von Leuchtturm1917 hinein.

Warum diese Zusammenstellung? Ich bin ein vergesslicher Mensch und aufgrund diverser Umstände kann ich nicht jeden Tag an meiner Dissertation arbeiten. Daher kommen in das dickere Notizbuch immer Verweise auf das, was ich als letztes getan habe und/oder plane, als nächstes zu tun. Auch kurze Gedankenfragmente oder Aufforderungen an mich selbst (eine ToDo-Liste habe ich in meinem Kalender).
In einem der beiden dünnen Jottbooks stehen Hinweise auf Literatur: Was möchte ich beim nächsten Bibliotheksbesuch abholen? Was habe ich bestellt und warum? Denn es passierte mir immer wieder, dass ich ein Buch bestellte und beim Ankommen nach 2 Wochen nicht mehr wusste, warum um alles in der Welt ich genau DAS Buch nun hatte kommen lassen…
Das andere Jottbook ist für Treffen mit meiner Doktormutter gedacht, ich schreibe also vorher kurze Punkte, was ich fragen möchte und während des Gesprächs meine Notizen hinein. Das Heft nehme ich also heraus aus der Lederhülle, um nicht so viel mitschleppen zu müssen.

Puh, das war jetzt viel. Wenn sich wer für mehr interessiert, Bilder zu etwas sehen will oder vielleicht sogar einen ganzen Text zu einer der Sachen: Bitte gern kommentieren oder in einem der sozialen Netzwerke anschreiben! :)


Dieser Text entstand im Rahmen des NaBloPoMo – des National Blog Posting Month.
Wer mehr darüber erfahren will, klicke hier.