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10 Dez

An eine Nervensäge

Dieses Gedicht war eines meiner ersten… Jahrelang hatte ich mich dem Gedichtschreiben verweigert, bis irgendwann (vor Jaaaahren) im Grundstudium ein Lyrikseminar unvermeidlich war und der Dozent es irgendwie geschafft hat, dass ich Spaß dran hatte.
Das hier allerdings habe ich inoffiziell geschrieben, da es an einen der Seminarteilnehmer gerichtet war… Wobei, besagte Person hätte es vermutlich nicht einmal gemerkt, worauf ich anspiele. ;)
Da nun der zeitliche Abstand groß genug ist und sich ganz sicher niemand mehr (außer einer Person, die mich aber bestimmt nicht verrät!) gut genug erinnert, um zu wissen, wen ich wann genau meinte, habe ich das Gedicht herausgegraben, überarbeitet und präsentiere es jetzt hier nur so zum Spaß. Man sieht deutlich, dass meine Texte oft als Ventil für angestaute Emotionen dienen. ;)
Den Titel habe ich bei Erich Fried geborgt, einem der wenigen Autoren, dessen Gedichte ich hin und wieder mag.

An eine Nervensäge

Warum nur laberst du uns voll?
Warum hältst du dich für so toll?
Kann es denn sein, du merkst es nicht,
dass jeder von uns beinah‘ bricht?
Wenn du auch nur den Mund aufmachst
und dann so selbstgefällig lachst.

Alles an dir schreit schrill und laut
Los! Guckt doch endlich! Schaut!
Ich bin so super, gebt es zu!
Sonst lasse ich euch keine Ruh‘!
Ich will es jetzt und sofort hör‘n,
sonst geb ich‘s nie auf euch zu stör‘n.

Was ihr jetzt denkt, ist mir egal!
Ihr wisst doch, ihr habt keine Wahl.
Drum sagt es endlich, ziert euch nicht,
es ist doch quasi eure Pflicht!
Bei drei ruft nun die ganze Welt:
„Du bist doch unser größter Held!“