Archiv des Marke: Metamorphose

03 Jul

Wuaah! Die Monster schlüpfen.

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Buh!
Es ist Monsterschlupfsaison.
Doch glaubt bloß nicht, dass es bei diesem einen geblieben ist – REIHENWEISE sind sie geschlüpft!
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Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, dass hier die Inspiration für gewisse Alien-Darstellungen zu finden ist. Stellt euch diese Dinger in riesig vor und mit ganz viel Schleim!

 Nun erzähle ich euch aber mal die ganze Geschichte von Anfang an:
Ich habe einen nicht unerheblichen Teil des letzten Sonntagvormittags bäuchlings am Teichufer liegend verbracht, den Fotoapparat im Anschlag, denn es gab – bitte entschuldigt die pathetische Formulierung – ein kleines Wunder der Natur zu beobachten.

Ein Vorher-Foto darf natürlich nicht fehlen. Darf ich vorstellen: Monster – vorher.
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Es sieht ja schon nicht unbedingt besonders… nunja, schön aus, wie es da so sitzt mit seinen immensen Glubschaugen, den zahlreichen Beinen und dem langen Hinterleib, außerdem hat es gut getarnt unterhalb des Mauls einen fiesen, schnellen Greifarm, mit dem es Beute grabschen und sich ins Maul schieben bzw. zum Abbeißen davor halten kann.
Aaaber! Ich mag sie trotzdem, diese kleinen Monster, denn was daraus schlüpft, ist ein extrem faszinierendes Tier, das eigentlich jeder schön findet. Man kann sich allerdings lebhaft vorstellen, dass diese unschöne, braune Larve noch einen weiten Weg vor sich hat, um zum schönen Schwan zu werden.
Bevor sich jetzt jemand wundert: Es steht eindeutig fest, dass daraus kein Schwan schlüpft! Das sagt man halt so, meine Güte.

Ok, jetzt geht es aber los. Da ich von dem nun folgenden Metamorphosevorgang richtig viele Bilder gemacht habe, packe ich jetzt mal kleine Bilderstrecken, dann müsst ihr nicht so viel scrollen. Klick auf das Bild macht es größer.

Jetzt geht’s aber wirklich los. Echt jetzt:
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Erwartet noch jemand außer mir, dass es jetzt gleich aufspringt, sich einen Hut aufsetzt und zu tanzen beginnt?

Welch ein Kraftakt muss es sein, sich aus seiner eigenen Haut zu schälen?
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Man konnte richtig beobachten, wie sie mühsam ein Bein nach dem anderen aus der Larvenhaut herauszieht, sich dann immer schubweise weiter vorarbeitet und zwischendurch immer wieder verschnaufen muss.

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Ein bisschen sieht es so aus, als betrachte sie jeden Fuß, den sie hervorgepult hat, absolut fasziniert und begeistert von ihren neuen Errungenschaften.
Ich finde, schon beim dritten Bild sind wir an dem Punkt angelangt, an dem man sich fragt, wie um alles in der Welt dieses riesige Tier in die Larve hineingepasst hat – hier findet eine Entfaltung im wahrsten Sinne des Wortes statt. :)

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Nachdem sie ausreichend bestaunt wurden, werden die “neuen” Beinchen ausgiebig gestreckt, angewinkelt und… naja, etwas gefuchtelt eben. Nach und nach enfalten sich dann auch die Beine richtig, was man daran sieht, dass sie Haare bekommen. ;)
Während unser kleines Tierchen also noch kopfüber ein wenig Yoga macht, kommt – buuuh – am Nachbarhalm schon das nächste Monster auf mich zugekrochen, dem dieselbe Reise bevorsteht wie dem Kollegen nebenan. Doch erst muss es in der Sonne trocknen und noch ein wenig Kraft sammeln.

Die Yogaphase dauerte für mich, die ich auf dem Bauch auf der Erde lag, mit leicht durchgeweichten Jacken-Ellenbogen und einigen Steinen, die mich pieksten und nervten, eine gefühlte Ewigkeit. Ich hatte schon begonnen, Motivationsrufe auszustoßen und mich gefragt, ob mein Fotomodell wohl bei der Arbeit eingeschlafen sein könnte, da…

SCHWUPP
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Einmal Bauchmuskeln anspannen, an der alten Haut (die übrigens bemerkenswert fest an diesem Halm hält, selbst, wenn ihr Bewohner schon längst auf und davon ist) festgeklammert, ein wenig gewackelt und raus mit dem Hinterteil. Ich fühlte mich an abendliches “aus den Jeans pellen” in meiner Teenagerzeit erinnert. ;)

Nachdem sich das Tierchen jetzt fertig aus seiner alten Larvenhaut “gepellt” hat, erkennt man doch schon recht gut, was es mal werden möchte, oder? Genau, eine blaugrüne Mosaikjungfer! :)
Ein extrem wichtiger Schritt fehlt aber noch: Flügel ausrollen.

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Auch das muss unendlich anstrengend für die Libelle sein, denn ihr ganzer Körper pulsierte dabei rhythmisch und das Ganze dauerte fast so lange wie die Yoga-Phase zuvor.

Nachdem die Flügel dann vollkommen ausgebreitet sind, dauert es noch eine ganze Weile, bis sie sie ausbreitet. Vermutlich muss sich das arme Tierchen erst einmal erholen von dieser anstrengenden “Geburt”. Danach sitzt es dann noch ein paar Stunden in der Sonne und die Flügel werden nach und nach immer transparenter, bis die Libelle endlich fertig ist.
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Wenn man ihr nicht allzu genau ins Gesicht schaut, ist die Libelle wirklich ein wunderschönes Tier. Das Gesicht erinnert ein wenig an das Monster vom Beginn, insbesondere mit den immensen Kauwerkzeugen… Aber sie glitzert, und sie fliegt, und sie ist bunt, im Gegensatz zum Monster. :)