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25 Jul

Das Jahr 2015 – NaBloPoMo #24

(Heute habe ich mehr Lust auf das Thema von gestern, zu dem mir gestern gar nichts einfiel, heute aber schon.)

Museal 
Im Jahr 2115 wirst du von einem Museum gefragt, ob du die Einführung zu einem Katalog über Leben & Kultur im Jahr 2015 schreiben möchtest. Was schreibst du?

Das Jahr 2015

Die Menschen im Jahr 2015 zeichnen sich wohl hauptsächlich durch eines aus: Eine Meinung. Jeder Bürger hat eine und es ist en vogue, diese lauthals und gern auch mittels Plakaten oder in dem damals noch recht jungen Medium Internet kundzutun.
Dabei ist es nicht in erster Linie relevant, ob mit dieser Meinung etwas Sinnvolles zu einem öffentlichen Diskurs beigetragen wird – hierbei geht es vielmehr um Selbstdarstellung und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Die geführten Debatten sind manchmal sehr widersprüchlich und betreffen teilweise aktuelle politische Themen wie die damals hochbrisante Flüchtlingsproblematik oder Transatlantische Freihandelsabkommen, das zu dieser Zeit in die Wege geleitet wurde und wie wir heute wissen ganz und gar nicht die versprochenen positiven Auswirkungen hatte.

Öffentlich diskutiert werden aber auch als privat bezeichnete aber dennoch politische Inhalte wie das, was rückblickend als “Hebammenkrise” oder “Mütterstreik” in die Geschichtsbücher eingehen wird, oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bei letzterem ist zu bedenken, dass 2015 die traditionelle strikte Trennung zwischen Beruf und Privatleben gerade erst begann, lockerer zu werden, was natürlich zunächst Sorgen auslöste: Würden in der Zukunft alle immer arbeiten, die Menschen ausgebeutet und das Privatleben komplett vernichtet werden?
Was aus heutiger Sicht etwas lächerlich erscheint, wirkte 2015 noch völlig plausibel und löste großes Unbehagen aus.

Unbehagen kann ebenfalls als ein Wort der Zeit um 2015 bezeichnet werden.
Ausgelöst werden konnte das Unbehagen durch Homosexuelle, durch das Internet, durch smoothietrinkende Mütter, die bereits erwähnten Flüchtlinge, männliche Erzieher… oder ganz allgemein durch Neues.

Da dieser Artikel die Verbesserungen, die seit 2015 stattgefunden haben, hervorheben soll, werden nun drei subjektiv ausgewählte Beispiele näher ausgeführt, die zeigen soll, dass bei aller Fortschrittlichkeit, die die Menschen 2015 empfanden, doch immer noch eher altmodisch anmutendes Gedankengut in den Köpfen festsaß.

Das Internet

Das kommerzielle Internet ist 2015 noch keine 30 Jahre alt und das zeigt sich auch deutlich im Umgang mit dem sogenannten “neuen Medium”.
Das IntG (Informationstechnisches Grundgesetz) beispielsweise lag zu dieser Zeit noch gar nicht vor, was dazu führte, dass einige unter denen, die ihre Meinung kundtaten, das Internet als “rechtsfreien Raum” bezeichneten. Es wurde als gefährlich, als Neuland oder Tummelplatz für Verbrecher aller Art gebranntmarkt, wusste doch ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung noch gar nicht, was genau es eigentlich ist, das Internet.
Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass auch DGB (Digitale Grundbildung) erst sehr viel später als verpflichtendes Schulfach eingeführt wurde.

2015 jedenfalls waren es hauptsächlich jüngere Menschen, die das Internet auf eine Art benutzen, die annähernd vergleichbar mit unserer heutigen alltäglichen Selbstverständlichkeit ist.

An den entsprechenden Gesetzen allerdings arbeiteten Menschen, die zum Großteil beim besten Willen nicht mehr als jung bezeichnet werden konnten, und hier liegt das Problem begründet, das die Formulierung des IntG in den Folgejahren deutlich verzögern und komplizieren sollte. Es musste zunächst eine neue, jüngere und mit dem “neuen Medium” aufgewachsene Generation an Politikern heranwachsen.

Ähnlich wie bei der Einführung von gedruckten Zeitungen oder der Eisenbahn gab es laute Stimmen, die riefen, das Internet gefährde den Menschen elementar und könne sogar krank machen.
Es war eben noch kein Gleichgewicht gefunden und der Blick dafür, dass sich alle gesellschaftlichen Neuigkeiten zunächst einpendeln und in die Strukturen integrieren müsse, war 2015 noch nicht geschärft.

Die Politik

Politik war 2015 noch beinahe ungebrochene Domäne der alten Herren. Zwar gab es immer wieder erfolgreiche Frauen – immerhin herrschte in diesem Jahr die erste deutsche Kanzlerin! – doch wurden diese gern zu den “Frauenthemen” wie Kinder, Senioren und Soziales geschoben und außerhalb dieser nicht unbedingt ernst genommen. Der Fokus auf ihr Äußeres war paradoxerweise selbst bei diesen wenigen einflussreichen Frauen noch sehr stark.

Dass auch junge Menschen politisch aktiv waren, wie es mit unseren heutigen Methoden selbstverständlich ist, war damals eher eine Seltenheit und traurigerweise hatten 2015 wohl die meisten jungen Leute noch immer das Gefühl, nichts bewirken zu können.

Stattdessen gab es sogenannte Lobbyisten, die eine bestimmte Firma oder Interessensgruppe vertraten und vollkommen ungehindert von Ethik und Grundgesetz ihren Einfluss bei den Politikern geltend machen konnten, um zum Teil gegen energischen Widerstand der Bevölkerung absurde Gesetze zu verabschieden.

Formen der Bevölkerungsbeteiligung, die unseren heutigen ähneln, lagen noch in den Grundzügen. Diejenigen, die sich diese zu Nutzen machten, wurden gern als “Wutbürger” bezeichnet, die nicht wirklich etwas tun und einfach nur Knöpfe klicken möchten.

Es wird klar: Das Verständnis für ganz alltägliche Probleme und Vorgänge im Leben normaler Menschen war in der Politik 2015 quasi nicht gegeben, stattdessen lebten Politiker abgeschirmt in ihrer eigenen, finanziell völlig sorglosen Welt.

Die Hebammenkrise/der Mütterstreik

Die Auswirkungen dieser Krise sollten erst viel später wirklich klar werden, doch mit den Gesetzesänderungen 2015 wurde dieser Krise der Weg bereitet.
Was aus heutiger Sicht sonnenklar ist, nämlich der Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden junger Mütter und der Unterstützung für Menschen mit Kindern auf der einen und der Anzahl der geborenen Kinder auf der anderen Seite war 2015 noch nicht erkannt.

Anstatt ganz vorn anzusetzen und die Betreuung in der Schwangerschaft und eine sichere Geburt als oberste Priorität in der Familienpolitik anzusehen war 2015 noch geprägt von mehreren halbherzigen Versuchen, mit verklausulierten und schwer verständlichen, sich permanent ändernden finanziellen Anreizen Menschen, die die schwere Entscheidung für Kinder bereits gefällt hatten, Zuschüsse zuzuteilen.
Da es 2015 tatsächlich noch ein beruflicher Nachteil war, Kinder zu haben, um die sich gekümmert werden musste, konnten diese familienpolitischen Irrläufer nicht den erwünschten Erfolg haben.

Hinzu kommt, dass es 2015 noch relevant war, welches Geschlecht die Menschen, die sich ein Kind wünschen, haben. Üblicherweise waren es damals ein Mann und eine Frau, die mehrere Kinder gemeinsam großzogen und zudem eine Beziehung zueinander hatten oder eine Frau, die mit ihren Kindern allein lebte.
Alternativmodelle, wie sie heute niemanden mehr aufregen, wurden 2015 noch kritisch beäugt und unter dem Deckmantel des Kindeswohls zum Teil tatsächlich verboten.

Der Mütterstreik, von dem heute jedes Kind im Geschichtsunterricht lernt, steht den Menschen von 2015 noch bevor, sodass anstelle von allumfassender Unterstützung des Kinders an sich in der Gesellschaft eher eine kinderfeindliche Stimmung herrscht.
Tatsächlich war es in den Jahren um 2015 möglich, dass die sogenannten “Kindertagesstätten” aus ihren Räumlichkeiten geklagt wurden, weil die Anwohner sich gestört fühlten – hier wird klar: Noch ist Kinderlachen nicht zu dem raren Gut geworden, das es in den folgenden Jahren werden soll.

Doch auch die Mütter untereinander sind sich bei Weitem noch nicht so einig, wie sie es in der historischen Zeit des Mütterstreiks sein werden. Stattdessen bestanden 2015 noch Fronten von “Vollzeitmamas” auf der anderen und “Karrieremüttern” auf der anderen Seite, Beschimpfungen und Unterstellungen waren an der Tagesordnung.
Heute unvorstellbar: Es gab sogar einen Begriff, der benutzt wurde, um andersdenkenden, anders erziehenden – schlicht anders lebenden Müttern zu unterstellen, sie seien egoistisch, schlecht für ihre Kinder oder gar nicht an diesen interessiert: Rabenmutter.


 

Dieser Text entstand im Rahmen des NaBloPoMo – des National Blog Posting Month.
Wer mehr darüber erfahren will, klicke hier.

09 Feb

Gewagt

Ich habe vor einer Weile etwas sehr gewagtes getan:

(hier dramatische Musik einfügen)

Ich habe meinem Sohn dieses Set MÄDCHENSOCKEN gekauft.

Mädchensocken

Woran ich erkannt habe, dass es sich um Mädchensocken handelt? Es stand drauf.

Die Alternative für Jungs bestand übrigens aus dunkelblauen und dunkelgrauen Socken, wahlweise uni oder mit einer Ölkanne drauf. Tse.

08 Sep

Think Pink?

Unterhaltung zwischen Oma und Enkel (3) – Gedächtnisprotokoll:

Enkel: “Im Kindergarten spielen wir immer Mädchen.”
Oma: “Wer spielt Mädchen?”
Enkel: “Na, die Lisa* und der Leo* und ich.”
Oma: “Und wer ist dann das Mädchen?”
Enkel: “Ich. Und der Leo*.”
Oma: “Und was ist der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen?”
Enkel (ruft): “PINK!!!”

Man kann sich seiner Umwelt eben nur bedingt entziehen, gell? ;)

 

*Namen geändert. Privatsphäre und so.

16 Jun

Haarige Öhrchen.

bärenmützeIn einem alten Skizzenbuch habe ich neulich dieses kleine Bildchen hier gefunden und es hat mich daran erinnert, dass unser Kind eine (ähnliche ;) ) niedliche Bärenmütze getragen hat, als es noch ein Baby war.
Als ich die Mütze gekauft habe, dachte ich eigentlich nur, dass sie einfach nur wunderbar ist, weil einerseits sehr niedlich und weich, andererseits sehr praktisch, weil warm und unter dem Kinn mit Klettverschluss zu verschließen. Ich hatte nicht damit gerechnet, wie kontrovers diese Mütze und das damit gekleidete Baby zum Teil aufgenommen werden würde. Sogar in der Familie rollten einige mit den Augen und einmal wurde ich sogar beim Einkaufen von einer wildfremden Frau angebrüllt (ja, tatsächlich!). Sie äußerte sich abfällig darüber, dass “manche Leute ihren Kindern so bescheuerte Mützen aufsetzen müssen.”

Verstehen konnte ich das nicht – und ich kann es auch immer noch nicht. Natürlich ist es nicht grundsätzlich nötig, Babys niedliche Kleidung anzuziehen, denn in dem Alter ist es ihnen reichlich egal, was sie tragen, solange sie ausreichend Bewegungsfreiheit haben und alles vollsabbern können. Und natürlich ist und bleibt es das wichtigste Kriterium (oder sollte es sein), dass das Kind zweckmäßig angezogen ist: Warm genug sollte es sein – im Sommer luftig – nicht ins kleine Bäuchlein kneifen und am besten noch aus schadstofffreiem Material. Aber schadet es denn, wenn sie noch dazu niedlich aussehen in dem, was sie tragen?
Die Mütze jedenfalls habe ich noch, und sollte es jemals Kind Nr. 2 geben, wird es sie bestimmt auch tragen, aus einem einfachen Grund: Die meisten Menschen nämlich fanden Mütze und Baby absolut niedlich und reagierten dementsprechend. Das Baby im Kinder- oder Einkaufswagen wurde freundlich angelächelt, auf sein Gebrabbel wurde freundlich reagiert und so bekam das Kind jede Menge lachende Gesichter zu sehen. Und genau das ist es doch, was man seinem Kind wünscht, oder? Man möchte, gerade in den ersten Jahren, dass es positive Reaktionen bekommt, dass die Menschen ihm freundlich begegnen und es schöne Erfahrungen machen kann. Grimmige Menschen wird es in seinem Leben wohl noch genug zu sehen bekommen.

Schade, dass kaum jemand so positiv reagieren würde, trüge ICH eine entsprechende Mütze. ;)

19 Apr

Internet und Landleben (1.2)

Als ich neulich draußen in strahlendem Sonnenschein (und gehörigem Wind) Pferdemist geschaufelt habe (übrigens eine der entspannendsten Tätigkeiten, die ich kenne), dachte ich darüber nach, dass mein Leben, unser Leben als Familie in dieser Form nicht oder nur sehr schwierig möglich gewesen wäre, bevor es das Internet gab.

Kleine Beispielsituation, die zeigen soll, was ich meine: Während ich auf einem Gartenstuhl sitze und Fachliteratur rund um mein Dissertationsthema lese, mir online aus Bibliotheken in ganz Deutschland die Bücher heraussuche, die ich brauche und diese bestelle, Arbeitsaufträge abarbeite oder auch bloß verschiedene Texte oder Schnipsel in Smartphone oder Laptop tippe, kann mein Sohn auf der Veranda mit seinem Bobbycar herumsausen oder mit einem der Hunde herumtollen. Gern singt er dabei laut, es ist also vielleicht nicht die ruhigste Arbeitsumgebung. Dann kann ich kurz Pause machen und meinen Kram weglegen, damit wir zwei mit Oma zum Teich gehen können, um Froschlaich anzuschauen und uns die Füße nasszumachen. Irgendwann gehen wir wieder zurück, ich lege das Kind trocken (eventuell auch meine Füße) damit er weiter sausen und singen kann, während ich weitermache, Mails beantworte und schreibe, mir aus den Onlineausgaben von Fachzeitschriften (die ich dank VPN über die Uni oft kostenlos abrufen kann) Artikel suche und… eben weiter arbeite.
Jetzt stelle man sich diese Situation mal ohne Internet vor. Sicherlich könnte ich Bücher lesen und auch etwas dazu schreiben. Allerdings müsste ich sehr, sehr, sehr viel mehr Zeit vor Ort in Bibliotheken und dementsprechend auch in unterschiedlichen Verkehrsmitteln verbringen, wenn ich von hier aus tatsächlich sinnvoll arbeiten wollte. Vermutlich so viel Zeit, dass ich angesichts der Fahrtstrecke bis zur Uni mein Kind nur schlafend sehen würde – mal abgesehen davon, dass noch unklar ist, wer dann dafür sorgte, dass das Kind überhaupt schliefe, denn mein Mann muss ja auch ab und zu mal arbeiten (allerdings tut er das auch extrem oft von zu Hause aus – danke, Internet!).
Ein weiterer Punkt: Meine Doktormutter lebt in Belgien. Ohne E-Mails und Dropbox wäre ihre Betreuung dessen, was ich so mache, schwierig bis unmöglich, denn wir sehen uns naturgemäßig nicht gerade täglich.

Aber das ist nur die eine Seite der Bedeutung, die das Internet für mein/unser alltägliches Leben hat. Früher war “vom Land sein” gleichbedeutend mit “keine Ahnung haben”, einfach weil die Informationen eine Weile brauchten, um die entlegeneren Ecken zu erreichen. Das ist in Zeiten von Onlineausgaben großer Zeitungen, Mediatheken und Blogs nicht mehr der Fall (oder muss/sollte es nicht mehr sein).
Während unsere abonnierte FAS zwar immer erst Montags kommt, weil es hier Sonntags niemanden gibt, der sie austrägt, kann ich in den Onlineausgaben der Zeitungen immer zeitnah lesen, was los ist. Ich kann sowohl die unterschiedlichsten Medien als auch Leute, die diese kritisch beäugen bzw. kommentieren einfach und unkompliziert verfolgen, kann selbst bloggen oder kommentieren und somit an diesen Diskursen teilhaben.
Ich kann hier bei uns Fotos machen und sie für die über 300 km entfernt wohnenden Urgroßeltern meines Sohnes online stellen, sodass diese von unserem täglichen Leben etwas mitbekommen, ihn wachsen sehen und all das kommentieren können. Außerdem kann ich Postkarten in alle Welt schreiben und welche bekommen (ich weiß, sowas ging vorher auch, aber mit vieeeel mehr Aufwand), kann Rahmeninformationen über meine Lieblingsliteratur lesen, mal schnell diese Pflanze oder jenen Vogel wikipedieren oder kann die Tour- oder Studioblogs meiner Lieblingsbands verfolgen – und zwar alles, während ich in einem Dorf sitze, dessen Infrastruktur aus einem Briefkasten besteht.

Wie ich auf dieses Thema komme? Ich las beim Nuf etwas über die echten Menschen und die im Internet und musste eben beim Misten darüber nachdenken, dass sie Recht hat, dass das alles aber nicht nur für das höhere, sondern für jedes Alter gilt.

P.S.: Ich weiß nicht, ob das alles gültige Verben sind, aber wir benutzen sie nun einmal so.

24 Mrz

Der Brokkoli-Knopf

Heute keine Katzenbilder ( ;) ), dafür eine Unterhaltung zwischen mir und meinem gerade 3-Jährigen Sohn:

Er (kommt stolz aus seiner Spielküche mit seiner kleinen Tasse in der Hand): “Mama guck mal, ich hab dir Brokkolikaffee gekocht!”

Ich: ???

Er: “Hier!” (reicht mir die Tasse)

Ich (nehme die Tasse entgegen): “Oooh, dankeschön!” *schlürf*

Er (guckt stolz und freut sich)

Ich: “Was war das noch gleich für ein Kaffee?” (gucke skeptisch in die Tasse)

Er (guckt ernsthaft): “Brokkoli.”

Ich: “Brokkoli???”

Er: “Ja. Brokkoli.” (rennt zur Spielküche)

Ich (stehe auf, gehe langsam hinterher): “Und wie hast du den gemacht?”

Er (steht vor der Küche und zeigt auf die dort integrierte Kaffeemaschine): “Ich hab auf den Brokkoliknopf gedrückt.”

Brokkoli-Knopf

31 Jan

Ein Welpe?!?

Noch ein Text von/über Vicy, diesmal aus der Zeit meiner Schwangerschaft. ;)

Wir bekommen einen Welpen.
Frauchen erzählt es mir immer und immer wieder und unter uns gesagt: Das ist ‘ne Schnapsidee!
Ja, ich weiß, wie das klingt… der alternde Yorkie, der seine Menschen nicht mit einem Anderen teilen will, aber so ist das nicht! Ich beklage mich ja schließlich auch nicht über diese unsägliche Katze, die hier seit einer Weile haust und sich auf MEINEM Sofa breit macht!
Es ist wirklich eine Schnapsidee, und es wird auch nicht gutgehen, das weiß ich jetzt schon. Ich habe das im Gefühl, glaubt es mir. Ehrlich, also… ich will ja nicht indiskret sein, aber es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Frauchen hat sich ziemlich verändert in der letzten Zeit. Sie ist, um es mal klar auszusprechen (denn das muss ja auch mal sein) ganz schön fett geworden, und träge. So viel geschlafen wie in der letzten Zeit hat sie noch nie und wie oft höre ich beim Spaziergang “Pass auf, hier ist Eis, Frauchen fällt sonst hin!”. Wie bitte? Sonst war sie immer um mich besorgt und nicht um sich selbst. Aber klar, sonst hat sie ja auch nicht so eine riesige Tonne vor sich her geschoben. Und ihr solltet ihr Ächzen hören, wenn sie mich vom Boden aufhebt oder wenn sie mir meinen Napf hinstellt… nicht schön, sage ich euch. Ich beklage mich ja nicht, es ist ja ihr Körper, aber muss sie sich in dem Zustand auch noch einen Welpen zulegen? So ein kleines Miststück, das alles annagt, überall hinpinkelt und dauernd nervt?
Mal ganz davon abgesehen, dass sie… das ist ja noch das Beste! Erzählt sie mir doch glatt, es handle sich um einen “haarlosen Welpen”! Ich dachte wirklich, ich kann nicht mehr. Dass sie keinen von denen haben will, die Fell in dicken Flocken verlieren, jetzt, wo sie sich kaum noch bücken kann und das mit dem Putzen zur Qual wird, bitte, das verstehe ich ja, aber ein NACKTHUND? Da mache ich mich doch völlig zum Affen, wenn ich mit so einem an meiner Seite rausgehe! Was glaubt ihr, was Rico dazu sagen wird? Der lacht sich doch tot, der mit seinem luxuriösen Super-Colliefell, der gibt ja so schon immer damit an und erklärt mir, dass ich “zu nackig” sei. Dabei habe ich rundum Fell… was sagt der erst zu einem ganz nackten???
Und überhaupt… an wem wird das denn wieder alles hängen bleiben? Die Erziehung, dem Zwerg beizubringen, wie man richtig bettelt und das alles? Natürlich, an mir (…auch, wenn der hoffentlich nicht so lernresistent ist wie diese widerliche Katze…)! Ich sage es doch, eine Schnapsidee!

14 Jan

Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner

Nachdem ich neulich leichtsinnigerweise als Spontankauf in einem Discounter ein Wimmelbuch mitgenommen habe, ist mir bewusst geworden, wie riesig die Qualitätsunterschiede hier sein können. In diesem Buch sind lieblos irgendwelche Bilder in verschiedenen Malstilen, Perspektiven und Farben ineinanderkopiert, gern auch mehrmals dasselbe auf einer Seite, manchmal passen sie auch noch dazu nicht einmal wirklich zusammen. Also lohnt es sich auch, Rezensionen zu Bilderbüchern zu verfassen! :)

Seitdem weiß ich nämlich erst richtig zu schätzen, wie wunderbar die Bücher von Rotraut Susanne Berner sind! Jakob bekam von meiner lieben Kollegin das Frühlings-Wimmelbuch in der Midi-Ausgabe zum ersten Geburtstag geschenkt und er liebt es immer noch. Längere Autofahrten über hält er es in Händen und erzählt uns, was er sieht, manchmal kommt er damit auch zu Hause einfach an und möchte zeigen, was er wieder entdeckt hat – oder möchte wissen, wie etwas heißt.
Ich glaube auch, dass er noch sehr lange Spaß daran haben wird, weil sich das Buch gewissermaßen an das Alter des Kindes anpasst. Am Anfang hat er nur “Traktor” und “Hund” darin gefunden, weil er eben noch nicht so viele Wörter konnte, doch je mehr er lernt, desto mehr Dinge erkennt er und freut sich darüber.

Noch dazu sind gerade diese Bücher von Rotraut Susanne Berner einfach wunderschön gestaltet. Es sind immer dieselben Figuren, deren Alltag man über die Jahreszeiten hinweg (und noch mehr, allerdings ist Jakobs Bibliothek da noch lückenhaft) verfolgen kann, auch dieselben Tiere und Umgebungen. Man verfolgt also beispielsweise die Katze Monika über die verschiedenen Seiten des Buches, kann zusehen, wie sie eine andere Katze kennenlernt und dann irgendwann auch mal einen Hund trifft. Oder man beobachtet einen Jogger, der sich eine Zeitung kauft, daraufhin dummerweise gegen einen Laternenpfahl joggt und von einer netten Dackelbesitzerin verarztet wird, die dann dabei hilft, eine neue Joggignhose zu kaufen, weil die alte ein Loch hat und dabei – totaaal süß! – eine Rose in der Hand hält.
Ihr merkt schon, ich bin begeistert! Auch als Erwachsener entdeckt man in diesen Büchern immer wieder etwas, obwohl man das Buch nun schon tausendmal in der Hand hatte. Manchmal verblüfft es auch, dass ein Kind schon mehr erkennt und versteht, als man glaubt. :)
Der Anguckspaß ist deswegen auch nahezu unendlich. Man kann ja nicht nur die verschiedenen Leute beobachten und immer wieder auf etwas anderes achten, sondern auch mit dem Kind gemeinsam das Buch durchblättern und sich jedesmal eine neue Geschichte dazu ausdenken. Wenn das Kind einen lässt und nicht immer dasselbe hören mag… ;)

Oh und nicht zu vergessen: Es ist einfach sehr schön gezeichnet! Figuren, Tiere, Häuser, Bäume… alles hat einen hohen Wiedererkennungswert, ist mit liebevollen Details versehen und schön bunt, aber eben nicht überladen oder lieblos zusammenkopiert.