Archiv des Marke: Hunde

10 Jul

Ohrwurm NaBloPoMo #6

Schreibe worüber du magst & binde ein Filmzitat, Buchzitat oder eine Songzeile, die dich schon eine Weile begleitet mit ein.

Erster Gedanke: Das ist leicht.
Dann: Welches Lied? Aaaah, so viele Zitate… aahhh – auswählen – alle aufschreiben – Riesentext – aaah!

Deshalb habe ich mich entschieden, die der vielen Lieblingsliedstellen in meinem Kopf herumgeistern, die am aktuellsten ist:

So don’t take life so seriously,
play, love, have fun, leave misery be
Regrets are built in a cold dark cage
Where nothing ever happens
(Sonata Arctica – Larger Than Life)

Wer mich schon länger liest, weiß, wie sehr ich diese Band liebe. Die Stimme von Tony Kakko hat aus irgendeinem Grund eine enorm beruhigende Wirkung auf mich, sodass ich selbst dann entspannen kann, wenn er eigentlich mörderische Geschichten singt.

Aber das allein ist es natürlich nicht. Ich mag Bands immer dann gern, wenn ich das Gefühl habe, dass sie lieben was sie tun, Spaß dabei haben und nebenbei auch noch sehr nett sind. Nun kenne ich natürlich keinen dieser Menschen persönlich, aber Sachen wie das Video zu ihrem Genesis-Cover von “I Can’t Dance” vermitteln irgendwie dieses Gefühl, oder? Spaß und Blödsinn, Sachen, von denen wir alle mehr im Leben haben sollten.

Das Zitat oben habe ich deshalb ausgewählt, weil ich es so sehr, sehr wahr finde und weil es zeigt, dass diese Band neben dem ganzen Unfug und Spaß auch sehr weise sein kann.
Die Botschaft, das Leben nicht so ernst zu nehmen und zu genießen, lieber die positiven Seiten auszudehnen und über den Mist nicht so lange nachzudenken ist eine, die ich mir selbst als grüblerische Natur immer wieder hinter die Ohren schreiben muss. Das fällt natürlich leichter, wenn die Botschaft in ein absolut großartiges Lied eingebunden ist, oder? :)

Von Sonata Arctica ist übrigens auch ein Lied, das mich beinahe jedesmal, wenn ich es höre, zuverlässig zum Weinen bringt: Under Your Tree.
Dieses Lied hat den Abschied vom geliebten Hund zum Thema und immer muss ich an meinen eigenen kleinen Hund denken, der in unserem Garten unter seinem persönlichen Baum ruht. Ok, bevor es wieder so weit ist, beende ich den Text mit einem weiteren Zitat aus eben diesem Lied und suche mal eben Taschentücher.

Invested feelings in the one I would outlast
My little friend is getting tired, fading fast…
Did not want to see the signs of the dimming flame
I thought we had more time
No, I don’t want to let you go
Tonight I fear I’ll say goodbye to my little friend
Don’t want to let you go…
(Sonata Arctica – Under Your Tree)


Dieser Text entstand im Rahmen des NaBloPoMo – des National Blog Posting Month.
Wer mehr darüber erfahren will, klicke hier.

03 Dez

Monats…mofa im November

Ja richtig. Ein Mofa.

Weil “Mofa” unser Wort für “Dingsbums” ist und weil ich Alliterationen mag. ;)

Zuerst etwas für Tierfreunde, und zwar wunderbare und treffende Gedanken darüber, was das eigentlich heißt, seinen Hund “Hund sein” zu lassen.
Das ganze Pfotenblog drumherum ist übrigens immer wieder toll, schaut doch mal öfter vorbei. (Und nicht nur, weil es sich dabei um einen “unserer” Glückspudelnachfahren handelt! ;) )

Wer sich für den Mythos vom angeblichen “Sprachverfall” interessiert, für den ist dieser Artikel hier bestimmt interessant.

Dieser relativ kurze Artikel bringt für mich vieles ganz klar auf den Punkt – und zwar so präzise, dass es schon beinahe wehtut. Regt zum Nachdenken an.

Über diesen ganz furchtbar wahren Text über die Natur von Pfandautomaten kann ich nicht mehr sagen als “JA!” Vielleicht könnte ich noch ein paar Worte hinzufügen, die man eigentlich nicht schreibt… aber das muss ja auch nicht sein. Kinder und so. Ihr wisst schon.

Und bevor ich jetzt zu den Tweets komme, noch ein Punkt in eigener Sache: Unter den Beiträgen und unter dem Kommentarfeld gibt es jetzt den Kommentaromat, der das Kommentieren so einfach wie nie macht! (Jaha, könnte sein, dass das ein Wink mit dem Zaunpfahl ist… ;) )

So, jetzt aber zu den Kurznachrichten:

 

31 Jan

Ein Welpe?!?

Noch ein Text von/über Vicy, diesmal aus der Zeit meiner Schwangerschaft. ;)

Wir bekommen einen Welpen.
Frauchen erzählt es mir immer und immer wieder und unter uns gesagt: Das ist ‘ne Schnapsidee!
Ja, ich weiß, wie das klingt… der alternde Yorkie, der seine Menschen nicht mit einem Anderen teilen will, aber so ist das nicht! Ich beklage mich ja schließlich auch nicht über diese unsägliche Katze, die hier seit einer Weile haust und sich auf MEINEM Sofa breit macht!
Es ist wirklich eine Schnapsidee, und es wird auch nicht gutgehen, das weiß ich jetzt schon. Ich habe das im Gefühl, glaubt es mir. Ehrlich, also… ich will ja nicht indiskret sein, aber es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Frauchen hat sich ziemlich verändert in der letzten Zeit. Sie ist, um es mal klar auszusprechen (denn das muss ja auch mal sein) ganz schön fett geworden, und träge. So viel geschlafen wie in der letzten Zeit hat sie noch nie und wie oft höre ich beim Spaziergang “Pass auf, hier ist Eis, Frauchen fällt sonst hin!”. Wie bitte? Sonst war sie immer um mich besorgt und nicht um sich selbst. Aber klar, sonst hat sie ja auch nicht so eine riesige Tonne vor sich her geschoben. Und ihr solltet ihr Ächzen hören, wenn sie mich vom Boden aufhebt oder wenn sie mir meinen Napf hinstellt… nicht schön, sage ich euch. Ich beklage mich ja nicht, es ist ja ihr Körper, aber muss sie sich in dem Zustand auch noch einen Welpen zulegen? So ein kleines Miststück, das alles annagt, überall hinpinkelt und dauernd nervt?
Mal ganz davon abgesehen, dass sie… das ist ja noch das Beste! Erzählt sie mir doch glatt, es handle sich um einen “haarlosen Welpen”! Ich dachte wirklich, ich kann nicht mehr. Dass sie keinen von denen haben will, die Fell in dicken Flocken verlieren, jetzt, wo sie sich kaum noch bücken kann und das mit dem Putzen zur Qual wird, bitte, das verstehe ich ja, aber ein NACKTHUND? Da mache ich mich doch völlig zum Affen, wenn ich mit so einem an meiner Seite rausgehe! Was glaubt ihr, was Rico dazu sagen wird? Der lacht sich doch tot, der mit seinem luxuriösen Super-Colliefell, der gibt ja so schon immer damit an und erklärt mir, dass ich “zu nackig” sei. Dabei habe ich rundum Fell… was sagt der erst zu einem ganz nackten???
Und überhaupt… an wem wird das denn wieder alles hängen bleiben? Die Erziehung, dem Zwerg beizubringen, wie man richtig bettelt und das alles? Natürlich, an mir (…auch, wenn der hoffentlich nicht so lernresistent ist wie diese widerliche Katze…)! Ich sage es doch, eine Schnapsidee!

28 Jan

Hundemorgen

In einer wenig besuchten Ecke meiner Festplatte habe ich alte Texte gefunden. Damals hatte ich überlegt, eine Art Hundetagebuch über Vicys Leben zu schreiben, doch irgendwie ist nicht viel zusammengekommen, weil ich immer dachte, dass es von diesen Hundetagebüchern mehr als genug gibt. Jetzt, wo sie nicht mehr da ist, hätte ich gern mehr davon zum Lesen, weil es so viel sagt über unser Zusammenleben mit all diesen alltäglichen Kleinigkeiten. Wenn ich ehrlich bin, sagt es natürlich mehr über mich aus – also, über das damalige “Ich” – doch auch darüber, wie ich meinen Hund gesehen habe und darüber, wie ich dachte, dass mein Hund mich sieht. Aber auch über Vicys Eigenheiten, die vermutlich jeder Hundebesitzer in ähnlicher Form kennt und die ich so sehr vermisse, weil sie mir erst klar machen, wie sehr sie allein durch ihre Anwesenheit mein Leben bereichert hat.
Ich denke, sie hätte nichts dagegen, dass ich diese Texte jetzt mit euch teile.
Also los:

Hundemorgen

Mein Tag beginnt zu sehr unterschiedlichen Uhrzeiten, je nach Wochentag und Semester. Aber egal wann, meist wache ich von der fiesen Weckermelodie und von Frauchens unwilligem Brummeln auf. Aber es gibt keinen Grund zur Hektik, soviel ist klar: Sie wird den Wecker noch ein paarmal ausschalten, bevor sie sich – oftmals mit erneutem Gebrummel oder gar energischerem Fluchen – erhebt. Ich brauche mich also erst zu rühren, wenn ihre Füße den Boden vor meiner Schlafhöhle berühren. Dann stehe ich auf, schlurfe zum Bettvorleger und strecke mich dort erst einmal genüsslich. Ein paarmal gähnen, schmatzen, einmal am Ohr kratzen – soviel Zeit muss sein!
Je nachdem, wie oft Frauchens Wecker geklingelt hat und wie ihre Reaktion war, variiert dann das Folgende ein wenig: Bei weniger Ausschalten und leichtem Gebrummel begrüßt sie mich freundlich, krault mich und hebt mich sogar hoch, um mich zu knuddeln (worauf ich verzichten könnte, ich will Frühstück!), hat sie aber geflucht und den Wecker sehr oft ausgeschaltet, werde ich nur mit knappem „Guten Morgen!“ begrüßt, bevor sie ins Bad hechtet. Obwohl ich mir das überflüssige allmorgendliche Waschen, Fell bürsten und Zähne putzen spare, bin ich natürlich dabei. Also auf ins Bad!
Während Frauchen also tut, was Menschen so tun Morgens – ich habe es aufgegeben, diesen Aufwand verstehen zu wollen – gebe ich mich meinem persönlichen Morgenritual hin: Der flauschige Teppich vor der Badewanne gehört in den nächsten Minuten mir! Zuerst wälze ich mich genüsslich darauf, und zwar das volle Programm mit Bart schubbern und Rücken kratzen, mit Hintern reiben und Ohren schlackern! Dann, Frauchen ist meist schon hinter dem Duschvorhang verschwunden, rolle ich mich zufrieden auf dem weichen Teppich zusammen und schlafe noch eine Runde, denn ich weiß: Steht Frauchen erst einmal hinter ihrem widerlichen, warmen, künstlichen Regen, kommt sie so schnell nicht mehr wieder heraus.

(Irgendwie erscheint mir der Text unfertig, doch aus der heutigen Position heraus bin ich nicht in der Lage, ein griffiges Ende zu finden. Vielleicht irgendwann, mit mehr Abstand.)

10 Nov

Vicy

Noch nie ist mir ein Artikel so schwer gefallen… es war auch noch nie einer so persönlich.

Wenn man einen alten Hund hat, weiß man, dass dieser Tag einmal kommt… wenn es dann so weit ist, kommt es trotzdem unerwartet.

Vicy war über 14 Jahre an meiner Seite, in glücklichen Zeiten und auch in schweren – mehr als mein halbes Leben.
Ich war 13, als ich sie bekam und dieses kleine Fellbündel war so winzig, dass sie aufrecht unter meinem Bett herumlaufen konnte. Von Anfang an war ihre Zunge ein kleines Stückchen zu lang für ihr Maul und guckte ein wenig heraus.
Sie hat so vieles miterlebt, sie ist mit uns Schwalbe gefahren, hat mein Abitur mitbekommen und mehrere Umzüge, das Studentenleben. Sie hatte sich sogar die studentischen Schlafgewohnheiten angewöhnt, ging oft nochmal ins Bett, wenn wir zur Uni mussten. Immer war sie dabei, war der LAN-Hund, hat so viele Studentenbuden von innen gesehen, war überall gern gesehen und machte mit uns Urlaub am Meer. Sie hat schnarchend erst in und dann neben unserem Bett geschlafen, weil sie im Schlaf seltsamerweise immer breiter wurde. Generationen von Pudelwelpen haben versucht, mit ihr zu spielen – sie war “not amused”. Sie hat “mit mir” geheiratet und sie war da, als ich mit meinem Baby aus dem Krankenhaus kam, um den seltsamen Welpen vorsichtig zu beschnuppern. Als Baby dann anfing, selbst zu essen, hatte sie sehr schnell gelernt, dass der Platz unter dem Hochstuhl der praktischste ist, und Baby musste lernen, dass das Essen, das er Vicy anbietet, verdammt schnell weg ist. Zum Schluss war sie taub, doch bis zuletzt rannte sie fröhlich mit uns über die Wiese, buddelte nach Mäusen und freute sich ihres Lebens. Ihre größte Sorge war es immer, zu verhungern und sie litt ihr ganzes Leben lang an chronischer Selbstüberschätzung, hielt sich für einen sehr großen Hund. Ihre Vorliebe für stinkende Haufen war nicht immer angenehm – die Reste in ihrem Fell auch nicht. Sie mochte es, geföhnt zu werden und sie wollte immer dabei sein. Auf dem Sofa zwängte sie sich am liebsten in die engste Ritze, war verschmust, hat gern auf meinem Schoß geschlafen, wenn ich am Schreibtisch gearbeitet habe.

Heute morgen haben wir sie beerdigt, in ihrem Körbchen und mit einem Leckerchen.
Sie fehlt mir jetzt schon.