Archiv des Marke: Getier

07 Jul

Abendroutine

“Ponieeeeees!”

Betont laut klappere ich mit der Tür zum Auslauf, bevor ich sie hinter mir schließe und zwischen den Bäumen hindurch ins Halbdunkel der Weide schaue – ich sehe sie alle beide. Zur Sicherheit rufe ich noch einmal – mit dem Kopf im Gras hört man ja vielleicht nicht so gut.

Tommy hebt zuerst den Kopf und schaut in meine Richtung. Keine Ahnung, ob er mich sehen kann, doch zur Sicherheit ziehe ich die Möhre aus der Tasche und wedle damit ein wenig. Noch ein Maul voll Gras, dann setzt er sich in Bewegung, schlurft langsam auf den schmalen Durchgang zwischen Bäumen und Zäunen zu. Hugo rührt sich nicht, nur seine Ohren verraten, dass er mich sehr wohl gehört hat. Er sieht nur noch keine Notwendigkeit, das Fressen einzustellen.

Erst, als Tommy den schmalen Durchgang mit dem Tor zum Auslauf beinahe erreicht hat, reißt Hugo den Kopf ruckartig hoch, dreht sich um und – rast los. Mit dem eleganten, gestreckten Galopp eines vollgefressenen 75cm-Ponies überholt er Tommy, brettert förmlich durch das Tor, kommt mit wehender Mähne auf mich zu und stemmt dann abrupt alle vier Hufe in den Boden, um exakt vor mir zum Stehen zu kommen und erwartungsvoll die Nase zu heben.

Wie jeden Abend muss ich lachen über den kleinen Clown und seine Abendroutine, und wie jeden Abend breche ich die Möhre durch, gebe dem “kleinen Dicken” seine Hälfte und warte, bis Tommy mich in seinem gemächlichen Tempo erreicht hat, um sein Möhrenstück entgegenzunehmen.

Während ich das Tor zumachen gehe, knuspert und knurpst es hinter mir, beide schmatzen genüsslich und tauschen dann die Plätze um nachzuschauen, ob der jeweils andere nicht vielleicht einen Krümel vergessen hat. (Mal ehrlich – wie wahrscheinlich ist das?)

Beiden kraule ich noch kurz die Nase und sage ihnen gute Nacht, bevor ich das Licht am Stall ausmache und auf das Haus zugehe, begleitet vom Schnauben und Schnobern der Ponies, die den Auslauf nach heruntergefallenen Blättern oder zwischenzeitlich gewachsenen Grashälmchen absuchen.

24 Sep

Der Sommer ist vorbei.

Wir haben in den letzten Tagen ungefähr 20 Kilo Pflaumen Zwetschgen verarbeitet. Das meiste zu Kuchen (eingefroren), einen Teil zu Mus – ein bisschen auch direkt verspeist. Während also die ganze Familie beschäftigt war, fiel mir auf, dass das wohl jetzt wirklich und endgültig, ganz echt ein Zeichen dafür ist, dass der Sommer vorbei ist.
Zeit für einen kleinen Rückblick. :)

Sommer bedeutet bei uns immer jede Menge Rasen mähen. Zum Glück haben wir diese drei großen (naja…) Rasenmäher, die die Arbeit enorm erleichtern:
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Zwei davon mähen sogar beinahe lautlos in absoluter Abwesenheit von Menschen. Allerdings mähen sie, was auch immer sie finden können, man muss sie also schon ein wenig eingrenzen. Zudem ist der Grasauffangbehälter recht begrenzt, das Mähwerk arbeitet aber auch bei vollem Behälter weiter, was zu unangenehmen Folgen führen kann. Der Behälter wiederum entleert sich auch von Zeit zu Zeit von allein, man muss dann nur das hochverdichtete Gras (so dicht, dass es nicht mehr grün ist!) hin und wieder einsammeln gehen. ;)

Tiere haben hier in den Blogeinträgen den Sommer über immer mal wieder eine Rolle gespielt, schließlich sind wir im Sommer so viel es geht (also oft den ganzen Tag) draußen und da sind eben Tiere. Manche sind seeeeehr neugierig.
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Andere sehen ein wenig eigenartig aus, sind aber ganz bestimmt auf dem Weg zu… nunja, Größerem.schwanzfrosch

 

Mit Begeisterung haben wir dieses Jahr festgestellt, dass es mindestens zwei Molche in unserem Teich geben muss. Einer befand sich noch im Larvenstadium und ich fand ihn, als ich im fast ausgetrockneten Überlauf des Teichs leere Schneckenhäuser sammelte (ich hab ihn dann in den großen Teich gebracht). Er hatte sogar noch Außenkiemen!
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Ein größerer begegnete uns eher unverhofft, als wir eine Art Volkszählung der Moderlieschen durchführten und zu dem Zweck etwas Fischfutter ausstreuten. Der Gute hatte offenbar auch Hunger und ließ sich von den gefühlten 2 Millionen Moderlieschen nicht aus der Ruhe bringen.
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Zeitweise hatten wir im Teich etwas mit den Algen zu kämpfen, weshalb wir größere Blöcke einfach abgefischt haben. Darüber zeigten sich die Bienen sehr glücklich, die saßen nämlich immer auf den frischen… ähm… “Algenhaufen” und tranken das Wasser daraus. Bei der Gelegenheit wurde mir erst klar, dass wir ziemlich viele Wildbienen auf dem Grundstück (oder drumherum) haben – da werden wir aber demnächst nochmal mehr zu sagen. ;)
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In den Sommerferien haben wir dieses Jahr einige kleinere Ausflüge gemacht.
Bei einem davon begegnete mir eine weitere Libellenart, die mich aufgrund ihrer schillernden Farbe absolut fasziniert hat.
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Auf Bildern lässt sich das sehr schwer festhalten. Diese beiden Bilder zeigen zwar nicht exakt dasselbe Tier (glaube ich), aber es könnte durchaus sein, denn je nach Lichteinfall sahen sie entweder tiefblau oder leuchtend grün aus. Sie flatterten über dem Wasser umher, glitzerten im Sonnenlicht und sahen dabei wirklich märchenhaft aus!

Ein weniger hübsches, aber dafür kunstvolles Tier begegnete uns auf einem anderen Ausflug:
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Zu guter Letzt noch ein Tier, das wir wahnsinnig interessant fanden, obwohl es nicht eigentlich schön ist. So dick wie der Finger eines Dreijährigen und ziemlich unbeweglich saß es da und ich schätze, es wird irgendeine Schwärmer-Art daraus schlüpfen, denn so riesige Schmetterlinge haben wir hier eher selten in freier Wildbahn. :)
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Was kann ich also rückblickend über diesen Sommer sagen? Er war tierreich. ;)

Diesen Sommer sind mir die kleinen Tiere und die einfachen Dinge besonders stark aufgefallen, weil ich sie mit meinem dreijährigen Kind gewissermaßen neu entdecken durfte. Wir freuten uns immer beide, wenn einer dem anderen ein Käferchen, eine Biene oder eine besonders schöne Blume zeigen durfte und ich habe mich dabei bemüht, meine eigenen Berührungsängste, zum Beispiel bei Spinnentieren, hintenanzustellen. Auch nicht ganz einfach. ;)

Wie ist denn so euer Sommerrückblick? :)

03 Jul

Wuaah! Die Monster schlüpfen.

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Buh!
Es ist Monsterschlupfsaison.
Doch glaubt bloß nicht, dass es bei diesem einen geblieben ist – REIHENWEISE sind sie geschlüpft!
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Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, dass hier die Inspiration für gewisse Alien-Darstellungen zu finden ist. Stellt euch diese Dinger in riesig vor und mit ganz viel Schleim!

 Nun erzähle ich euch aber mal die ganze Geschichte von Anfang an:
Ich habe einen nicht unerheblichen Teil des letzten Sonntagvormittags bäuchlings am Teichufer liegend verbracht, den Fotoapparat im Anschlag, denn es gab – bitte entschuldigt die pathetische Formulierung – ein kleines Wunder der Natur zu beobachten.

Ein Vorher-Foto darf natürlich nicht fehlen. Darf ich vorstellen: Monster – vorher.
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Es sieht ja schon nicht unbedingt besonders… nunja, schön aus, wie es da so sitzt mit seinen immensen Glubschaugen, den zahlreichen Beinen und dem langen Hinterleib, außerdem hat es gut getarnt unterhalb des Mauls einen fiesen, schnellen Greifarm, mit dem es Beute grabschen und sich ins Maul schieben bzw. zum Abbeißen davor halten kann.
Aaaber! Ich mag sie trotzdem, diese kleinen Monster, denn was daraus schlüpft, ist ein extrem faszinierendes Tier, das eigentlich jeder schön findet. Man kann sich allerdings lebhaft vorstellen, dass diese unschöne, braune Larve noch einen weiten Weg vor sich hat, um zum schönen Schwan zu werden.
Bevor sich jetzt jemand wundert: Es steht eindeutig fest, dass daraus kein Schwan schlüpft! Das sagt man halt so, meine Güte.

Ok, jetzt geht es aber los. Da ich von dem nun folgenden Metamorphosevorgang richtig viele Bilder gemacht habe, packe ich jetzt mal kleine Bilderstrecken, dann müsst ihr nicht so viel scrollen. Klick auf das Bild macht es größer.

Jetzt geht’s aber wirklich los. Echt jetzt:
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Erwartet noch jemand außer mir, dass es jetzt gleich aufspringt, sich einen Hut aufsetzt und zu tanzen beginnt?

Welch ein Kraftakt muss es sein, sich aus seiner eigenen Haut zu schälen?
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Man konnte richtig beobachten, wie sie mühsam ein Bein nach dem anderen aus der Larvenhaut herauszieht, sich dann immer schubweise weiter vorarbeitet und zwischendurch immer wieder verschnaufen muss.

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Ein bisschen sieht es so aus, als betrachte sie jeden Fuß, den sie hervorgepult hat, absolut fasziniert und begeistert von ihren neuen Errungenschaften.
Ich finde, schon beim dritten Bild sind wir an dem Punkt angelangt, an dem man sich fragt, wie um alles in der Welt dieses riesige Tier in die Larve hineingepasst hat – hier findet eine Entfaltung im wahrsten Sinne des Wortes statt. :)

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Nachdem sie ausreichend bestaunt wurden, werden die “neuen” Beinchen ausgiebig gestreckt, angewinkelt und… naja, etwas gefuchtelt eben. Nach und nach enfalten sich dann auch die Beine richtig, was man daran sieht, dass sie Haare bekommen. ;)
Während unser kleines Tierchen also noch kopfüber ein wenig Yoga macht, kommt – buuuh – am Nachbarhalm schon das nächste Monster auf mich zugekrochen, dem dieselbe Reise bevorsteht wie dem Kollegen nebenan. Doch erst muss es in der Sonne trocknen und noch ein wenig Kraft sammeln.

Die Yogaphase dauerte für mich, die ich auf dem Bauch auf der Erde lag, mit leicht durchgeweichten Jacken-Ellenbogen und einigen Steinen, die mich pieksten und nervten, eine gefühlte Ewigkeit. Ich hatte schon begonnen, Motivationsrufe auszustoßen und mich gefragt, ob mein Fotomodell wohl bei der Arbeit eingeschlafen sein könnte, da…

SCHWUPP
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Einmal Bauchmuskeln anspannen, an der alten Haut (die übrigens bemerkenswert fest an diesem Halm hält, selbst, wenn ihr Bewohner schon längst auf und davon ist) festgeklammert, ein wenig gewackelt und raus mit dem Hinterteil. Ich fühlte mich an abendliches “aus den Jeans pellen” in meiner Teenagerzeit erinnert. ;)

Nachdem sich das Tierchen jetzt fertig aus seiner alten Larvenhaut “gepellt” hat, erkennt man doch schon recht gut, was es mal werden möchte, oder? Genau, eine blaugrüne Mosaikjungfer! :)
Ein extrem wichtiger Schritt fehlt aber noch: Flügel ausrollen.

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Auch das muss unendlich anstrengend für die Libelle sein, denn ihr ganzer Körper pulsierte dabei rhythmisch und das Ganze dauerte fast so lange wie die Yoga-Phase zuvor.

Nachdem die Flügel dann vollkommen ausgebreitet sind, dauert es noch eine ganze Weile, bis sie sie ausbreitet. Vermutlich muss sich das arme Tierchen erst einmal erholen von dieser anstrengenden “Geburt”. Danach sitzt es dann noch ein paar Stunden in der Sonne und die Flügel werden nach und nach immer transparenter, bis die Libelle endlich fertig ist.
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Wenn man ihr nicht allzu genau ins Gesicht schaut, ist die Libelle wirklich ein wunderschönes Tier. Das Gesicht erinnert ein wenig an das Monster vom Beginn, insbesondere mit den immensen Kauwerkzeugen… Aber sie glitzert, und sie fliegt, und sie ist bunt, im Gegensatz zum Monster. :)

21 Jun

Klassisches Konditionieren oder: Quak.

Wir haben einen ziemlich großen, ziemlich multifunktionalen Wintergarten. Er ist zum Teil gefliest (zum Sitzen und Gehen), zum Teil nicht (zum Gemüse anbauen) und zum Teil so:
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Für alle, die in all dem Grün nicht richtig durchblicken: Es ist ein aus Bruchstein gemauerter kleiner Teich mit vieeel Efeu drumherum.

In diesem kleinen Teich leben einige Tiere, da wären zum Beispiel Teichschnecken (die können echt groß werden!), Goldfische (sehr scheu) und eine Horde Frösche. Jaha, eine Horde! Es sind fünf oder sechs Stück in unterschiedlichsten Größen, die auf dem (auf dem Bild wegen Grünzeug nicht erkennbaren) Wasserfällchen sitzen und sich duschen oder auch vom Fensterrahmen aus Fliegen fangen. Wir mögen sie, denn Frösche sind lustige Tiere und Fliegen eher nicht.
Dass die Frösche uns auch mögen, und zwar sehr, das wurde uns allerdings erst nach und nach klar, als wir feststellten, dass einige von ihnen uns beobachten. Rollt nicht mit den Augen! Es stimmt! Sie schauten dabei zu, wie wir am benachbarten Waschbecken herumwerkelten und wenn meine Schwiegermutter dort Hundefutter zubereitete, hatte sie oft das Gefühl, dass da noch jemand etwas abhaben möchte.

Also machten wir einen Versuch: Wir suchten einen Regenwurm und hielten ihn mithilfe einer Art Riesenpinzette über den Frosch. Dass er nicht weghopste war die erste Überraschung.
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Die zweite Überraschung war dann das hier:
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Hihi! Da unsere Familie keinerlei Erwachsene enthält und nur aus kleineren und etwas größeren und ganz großen Kindern besteht, hatten alle unheimlichen Spaß an diesem Spiel. Jeder wollte es mal probieren und das Leben wurde für Regenwürmer in unserer Umgebung nicht so spaßig. Für Frösche dagegen sehr.
Dieser eine dort, es ist eines der größeren Exemplare, wurde von uns, weil er am zutraulichsten ist und er uns irgendwie maskulin vorkam (fragt bitte nicht, wieso), Jacques getauft.

Nun kommt Jacques mittlerweile immer aus dem Mini-Urwald geklettert, wenn jemand im Wintergarten ist, er sitzt dann auf einem Seerosenblatt oder einfach nur im Wasser und schaut erwartungsvoll. Auch, wenn ich mir nicht sicher bin, ob Frösche sabbern können, steht für mich absolut fest, dass wir diesen Frosch konditioniert haben! Wann immer jemand am Teich vorbei geht, folgt Jacques ihm mit Blicken, wenn man sich dann über den Teich beugt, kommt er näher und starrt regelrecht – er bettelt!

Gestern habe ich dann einen Versuch gewagt. Kann ich Jacques wohl das Kinn kraulen? Seht selbst.
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Kennt sich eventuell einer von euch mit der Mimik von Fröschen aus? Ich wüsste nämlich wirklich gern, ob er das wirklich mag (er hat absolut stillgehalten!) oder ob er es nur aushält, weil er die Hoffnung auf Futter noch nicht aufgegeben hat.
Froschkinn fühlt sich übrigens ziemlich kalt und labberig an. ;)

Weil er so brav mitgemacht hat – und vielleicht auch ein bisschen, weil nicht nur wir Jacques, sondern auch Jacques uns ein wenig erzogen hat, habe ich dem guten Fröschlein dann noch eine Fliege gefangen.
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Nachdem er zuvor von meiner Schwiegermutter bereits zwei Regenwürmer bekommen hatte, hatte er wohl nicht mehr so furchtbar viel Hunger.

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Nachdem ich ihm die Fliege dann aber ein paarmal an den Mund gestupst hatte, hat er sich dann erbarmt:
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Vielleicht hat er es aber auch nur, weil er ja weiß, wie wir uns immer freuen, fürs Foto gemacht. Man kann dem Frosch ja nur vor den Kopf schauen und nicht hinein, gell? :)

16 Mai

My Little Pony

Es ist so: Die abzuarbeitende Liste an Arbeitsaufträgen in meinem “Job-Notizbuch” (ja, ich benutze diesen altmodischen Papierkram) ist mehrere Seiten lang und nicht aktuell, denn es kommen noch einige Mails dazu; Ich müsste ungefähr 3 Maschinen Wäsche waschen; Die Liste der Texte, die ich für meine Dis durcharbeiten oder zumindest anschauen und ihren Nutzen für mich bewerten sollte, wird eigentümlicherweise immer länger anstatt kürzer; In der neuen Küche muss Farbe an die Wand; In der alten Küche steht ein Stapel schmutzigen Geschirrs auf der Spülmaschine voll mit – na? Richtig: Sauberem Geschirr;

Und? Ich hocke draußen im Stall und striegele die Ponies. Ja, ich schrieb “hocke”, denn genau das muss ich tun, um ranzukommen an unsere beiden Kleinen, die mit einer grob geschätzten Schulterhöhe von 70 cm zum Reiten höchstens für unseren “menschlichen Kleinen” taugen.

Es ist einfach unglaublich entspannend am Stall, denn es ist ruhig hier und die langsamen, gleichmäßigen Bewegungen machen den Kopf frei, sodass Ideen wie die für diesen Text hier entstehen. Warum bin ich nicht früher darauf gekommen? ;)
Während ich Hugo also striegele, immer wieder grinsen muss, weil er genüsslich den Hals biegt und ganz ohne Anbinden ruhig stehen bleibt, kommt Tommy an, schnobert an mir und prustet mir ins Haar. Gut, das ist jetzt vielleicht nicht jedermanns Sache, mit dem typischen Pferdegeruch und eventuell auch noch einer kleinen Spur Sabber, aber ich genieße es sehr. Wisst ihr eigentlich, wie wahnsinnig weich so eine Pferdenase ist? :)

Ponies
Wunderbare Rasenmäher: Links fressend Hugo, rechts schauend Tommy. Die Weide ist übrigens nicht wirklich so winzig, wie es hier ausschaut, wir müssen nur die kleinen Bäumchen einzäunen, damit diese nicht mitgefressen werden.

Die Beiden – es sind übrigens Mini-Shetlandponies – leben jetzt seit etwas mehr als einem Jahr bei uns, gleich hinter dem Haus in dem Stall, der jahrelang leer stand, weil die Isi-Herde, die hier früher wohnte, mit den Jahren immer kleiner wurde und irgendwann dann ganz verschwunden war.
Ich selbst bin nie sehr gut darin gewesen, oben auf den Pferden drauf zu hocken, hatte aber immer Spaß an allem drumherum – also sind diese kleinen Pferdchen meiner Meinung nach ideal, zumal ich sie auch einfach unglaublich knuffig finde. :)

Woher die Jungs ursprünglich kommen, wissen wir nicht genau. Wie haben sie von einem Hof, dessen Besitzer dank “Animal-Hoarding” wirklich, wirklich viele Pferde in allen Größen, Farben und Formen angesammelt hatte und nun durch den Amtsveterinär gezwungen war, einige abzugeben. Wir mussten uns sehr beherrschen, bei den beiden abgesprochenen zu bleiben und nicht noch mehr einzupacken, denn obwohl der Besitzer wahnsinnig nett war und auf dem Hof eine Schar Helferinnen umherwuselte, die nach Kräften die Pferde pflegte, fütterte und bewegte, waren es einfach zu viele, als das sie ihnen hätten gerecht werden können.
Dass die Beiden dort keinesfalls schlecht behandelt worden sind, merkte man schon bei ihrer Ankunft an ihrem Verhalten: Sie kamen hier an, stiefelten aus dem Pferdeanhänger, steckten die Nase ins Gras und fingen an zu fressen. Als kurze Zeit später die Hunde angestürmt kamen und sie ankläfften, hoben sie kurz den Kopf, fraßen dann aber in Ruhe weiter. Weder knatternde Traktoren noch kleine und große Menschen noch (abstürzende) ferngesteuerte Hubschrauber bringen sie aus der Ruhe.

Das Einzige, was Tommy und Hugo stressen kann?
Futtermangel! ;)