Archiv des Marke: DIY

15 Jan

Postkarten… äh… Wandding. Memoboard?

Wie auch immer. Ich habe keine Ahnung, wie ich das Ding nennen soll, aber in der Küche des DragonFly Inn (bei den Gilmore Girls) habe ich jedenfalls eins gesehen und schon vor Jahren beschlossen, dass ich mir auch eins machen möchte.

Irgendwann habe ich dann mal meinem lieben Schwiegervater gegenüber diesen Plan erwähnt und ein paar Tage später stand *schwupps* (das ist ja mal wieder typisch) ein schöner, alter Rahmen für mich im Flur. Wieder ein paar Tage später habe ich auch ein Brett mit den passenden Maßen von ihm bekommen, das in den Rahmen passt und so konnte ich loslegen.

Erstmal stelle ich euch den Rahmen vor:
1vorher

Zuerst habe ich darüber nachgedacht, ihn abzuschleifen und neu zu lackieren, aber dann gefiel mir der “Vintageanstrich” mit der abgeblätterten roten und grünen und nur stellenweise vorhandenen goldenen Farbe so gut, dass ich ihn so belassen wollte.

Etwas reinigen musste ich ihn dann aber schon, schließlich habe ich meine Stofflager durchwühlt und noch einen Rest der Vlieseline von meiner Taschennähaktion gefunden. Den Bezugsstoff habe ich neu gekauft, ebenso schwarzes Wäscheband. Die restlichen Sachen für die Aktion hatte ich noch da: Tacker mit dazugehörigen Klammern, doppelseitiges Klebeband und Hammer und Nägel.

Im nächsten Schritt habe ich die Vlieseline und den Bezugsstoff so zugeschnitten, dass rundherum einige Zentimeter überstehen:
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An dieser Stelle kommt dann zuerst das doppelseitige Klebeband zum Einsatz – ein unersetzlicher Helfer!

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Von vorn habe ich die ganze Sache nicht geklebt, weil ich nicht wollte, dass sich dadurch ein unregelmäßiges Bild ergibt, weil sich die Vlieseline zwischen dem Klebeband wellt.

Schließlich den Stoff darüber legen. Mein Stoff ist ein recht dicker Bezugsstoff, der sich überhaupt nicht verziehen wollte und sehr artig war, also brauchte ich ihn auch nicht zu kleben. Also: An den Tacker!

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Da rechts liegt übrigens ein Stückchen Kork, das ich (nachdem ich festgestellt hatte, dass ich die Tackernadeln durch das Holz in meinen Tisch haue ;) ) unterlegen musste beim Tackern.

Ein weiterer Freund und Helfer:
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Ich habe übrigens nicht erst alle 4 Seiten geklebt, sondern aus Sorge, dass irgendwas schief wird, Seite für Seite erst geklebt und dann getackert. Hier mal ein Zwischenstand:

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Vor allem den Stoff sollte man auf jeden Fall mit etwas Spannung aufziehen, damit es keine hässlichen Wellen gibt. Wenn man – wie ich – einen Stoff mit Muster nimmt, ist es auch wichtig, darauf zu achten, dass sich nichts verzieht, dass man also gleichmäßig spannt.
Stück für Stück ging es weiter und schließlich konnte ich das Ganze mal probeweise in den Rahmen legen:
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Einmal die Frontsicht:
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Schließlich habe ich das schwarze Wäscheband kreuzweise darüber gespannt und abermals festgetackert, dabei klugerweise keine Fotos gemacht und schließlich ebenso fotolos alles in den Rahmen genagelt.

Für das Abschlussfoto habe ich meine schönsten (Postcrossing-)Postkarten hineingeklemmt und… fääääärtihhhg!

9-fertig

17 Aug

Spiegel-Makeover – etwas Maritimes…

 Dieses Projekt habe ich schon letztes Jahr fertig gemacht, warum ich es noch nicht hier eingebaut habe, weiß ich selbst nicht. An dem Artikel habe ich jedenfalls ewig geschrieben… Egal, raus damit. :)

Grundlage ist diesmal ein alter Spiegel, der hier schon ewig herumstand und von dem ich gar nicht mehr genau weiß, wo er eigentlich her stammte. Mir gefiel die Form des Rahmens und des Ausschnittes, bloß die Farbe war nicht wirklich mein Fall, also hatte ich schon lange im Hinterkopf, ihn irgendwie zu verschönern. Als ich dann ein Geschenk für einen lieben Menschen brauchte, dessen Badezimmer an akkutem Spiegelmangel litt, habe ich ihn mir vorgeknöpft. Das Badezimmer ist insgesamt eher maritim gestaltet, also wollte ich, dass der Spiegel irgendwie dazu passt. Glücklicherweise hatte ich von  einem Urlaub am Meer noch jede Menge Muscheln, mit denen ich ohnehin immer irgendwas hatte machen wollen… Hatte sie sogar schon mit Klarlack lackiert, damit sie schön glänzen. :)

Angefangen habe ich an einem schönen Morgen im Frühling (2011!) mit alldem also so:
(Um ehrlich zu sein, stimmt das nicht ganz, weil ich den Spiegel vorher schonmal mit ganz grobem Schmirgelpapier bearbeitet hatte und mir dann einfiel, dass ich noch ein vorher-Foto brauche, also habe ich ihn nochmal hingelegt und so getan, als ob… sorry. *g*)

Meine Zutaten:

  • alter Spiegel
  • selbst gesammelte Muscheln
  • grobes Schmirgelpapier
  • Skizzenpapier und Bleistift
  • Holzstücke (keine Ahnung, welches Holz)
  • Gipsspachtel
  • Hammer und Nägel
  • Zange
  • Pinsel
  • Wasser

Damit ich überhaupt erst anfangen konnte, musste der Spiegel raus, denn sonst hätte ich den vermutlich zerstört oder total verschmutzt. Also:

Hier sieht man schön, dass ich schon fleißig geschmirgelt habe. Hauptsächlich habe ich das gemacht, um die Oberfläche anzurauen, damit das, was ich damit vorhatte, auch hält und klappt. Die Farbe war stellenweise schon ziemlich dick drauf und sehr glatt.

Blöderweise habe ich meine Skizzen nicht mehr, deswegen kann ich meine Gedanken bei der Planung nicht mehr demonstrieren. Ich wollte auf jeden Fall unten einen “Strand” mit den Muscheln und einen Leuchtturm.

Der nächste Schritt also:

Weil man den Gipsspachtel nicht unbedingt allzu dick auftragen sollte, habe ich an den Stellen, die nachher erhaben sein sollten, erstmal einige Holzstücke draufgenagelt, die unterschiedlich dick sind, sodass sie eine schöne Grundlage zum Modellieren bieten. Da rechts der Leuchtturm hin soll, ist dort eben ein längeres Stück Holz, links sollte Himmel sein, dort kann es flach bleiben. Man sieht hier auch schon die erste Schicht Gipsspachtel, die ich auf das Holz geschmiert habe. Dieser Spachtel hat mehrere Vorteile: Er ist günstig und in jedem Baumarkt zu haben, man kann ihn unterschiedlich zäh oder flüssig anrühren, je nachdem, was man möchte, kann dann auch noch mit einem nassen Pinsel alles glätten, und außerdem härtet er recht schnell aus, muss weder gebacken werden noch sonst eigenartige Dinge. Außerdem kann man ihn übermalen, schleifen oder sonstwas, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. :)

Und daaann:

Habe ich den ganzen Spiegel unterschiedlich dick mit dem Gipsspachtel versehen und auch unterschiedlich gestaltet: Die Stellen, die später Leuchtturm oder Himmel sein sollten, habe ich wie erwähnt mit einem nassen Pinsel etwas glatter gestrichen, die Stellen, wo noch Muscheln hinsollten, so belassen. Dann habe ich angefangen, an den Stellen, die “Strand” sein sollten, Muscheln in den feuchten Gips zu drücken. Wichtig ist, dass man die Muscheln richtig fest andrückt und sie am besten vorher noch mit Gips ganz ausfüllt, sonst können sie beim Trocknen nämlich abfallen oder später hohl liegen und auf Dauer dann locker werden.


Hier sind dann die Muscheln fertig aufgeklebt und es ist überall genug Gipsspachtel, dass keine Farbe rausschaut. Für mein Thema hat der Spachtel noch einen weiteren Vorteil: Er ist sandfarben! :)

Zum Schluss habe ich das Ganze noch ein wenig angemalt, aber irgendwie vergessen, das zu dokumentieren, deshalb habe ich den neuen Besitzer des Spiegels um ein Nachher-Foto gebeten und siehe da:

Fertig! :)

 

22 Nov

Tasche nähen

Selbst Leute, die mich gut kennen, wundern sich manchmal darüber, was ich immer alles dabei habe. Erstmal sind es eigentlich die “normalen” Sachen wie Handy, Geldbeutel und Schlüssel, die immer mit müssen. Dann aber noch mehr unentbehrliches: Mein Kalender, Taschentücher, Asthmaspray, Kulis, Notizblock, Labellos, Pflaster, Nageletui, Bleistift, Laktasetabletten, USB-Stick… Und manchmal kommen dann noch andere Sachen dazu: Halstuch, Spielzeug, iPod, Gummibärchen, Vorhängeschloss, Windeln, Bücher, Mütze, Handschuhe, Laptop, Geldbeutel und Schlüssel meines Mannes, Kinderklamotten, Fotoapparat mit Ersatzakku… Die Liste könnte noch vieeel länger sein. :)
Die Problematik wird deutlich, oder?
Ich brauche eine riesige Tasche. (Werde nie verstehen, wie manche Frau mit so einem winzigen Ding, das man sich unter die Arme klemmt, auskommt, mancher Mann gar nur mit seinen Hosentaschen!) Diese muss ausreichend Fächer beinhalten, um diese ganzen Utensilien sinnvoll zu verstauen (damit man an der Kasse nicht 8 Jahre nach dem Geldbeutel wühlen muss), muss immer zu meinem Outfit passen (also schwarz sein), muss einen langen und breiten Tragegurt haben, damit ich sie über die Schulter hängen kann, muss verschließbar sein und relativ robust, da sie ja nun immer dabei ist und täglich benutzt wird.
So etwas zu finden ist… hm, spontan fällt mir der Begriff “Eierlegende Wollmilchsau” ein.

Es blieb mir also nur, mir selbst eine zu nähen, und zwar genau so, wie ich sie haben will. :)

Wie schon beim ersten Projekt gibt es erstmal ein paar Fotos vom fertigen Objekt, denn die Tasche ist schon seit über einem halben Jahr in Benutzung und hat sich derweil als ausgesprochen tauglich erwiesen:

   

Die Konstruktion ist so gebaut, dass der Tragegurt um die Tasche herum geht und gleichzeitig den Boden bildet, zudem gibt es eine Innentasche aus demselben Material, die in die einzelnen “Untertaschen” untergliedert ist.
Was die Maße angeht, habe ich mich grob an denen einer Kampftasche orientiert und dann an den Stellen, an denen diese mir immer zu klein war, noch etwas zugegeben. Der Tragegurt ist zum Beispiel so lang, wie ich ihn immer eingestellt hatte. Bei der Breite habe ich etwas zugegeben, und zwar so viel, dass mein MacBook hineinpasst. Die Höhe habe ich ebenfalls großzügiger bemessen, wobei ich hier irgendwie etwas genommen habe, was in meinen Augen gut aussah.

Ein grober Schnitt sieht dann in etwa so aus:
(in der Mitte bildet der Tragegurt den Boden.)
Dazu erst einmal die ersten Außenmaße:
Gesamtlänge des Tragegurtes inkl. Boden: 2,30m (ja, tatsächlich!)
Breite des Bodens: 16cm
Breite des Tragegurtes oben: 8cm
Breite der Seitenwände: 37cm
Höhe der Tasche: 30cm

Was braucht man?
Stoff: Ich habe einen robusten, nicht dehnbaren Breitcord-Stoff genommen, von dem ich unendlich viel gekauft habe, kann also nicht wirklich sagen, wie viel man braucht. Habe denselben Stoff für außen und innen genommen, wer anderen Futterstoff möchte, braucht dann eben zwei verschiedene Stoffe. Die Anleitung habe ich nach Futter- und Außenstoffen unterteilt.
Reisverschluss ist optional, man kann die Tasche sicherlich oben auch offen lassen oder anders verschließen.
Toll ist an diesem Stoff, dass er kleine Fehler verzeiht, weil er selbst eine Struktur hat und weil die Nähte in ihm quasi verschwinden. Dadurch sieht mein dilettantisches Genähe besser aus als es ist. ;)
Polsterung: Ich habe unterschiedliche Materialien verwendet: Einmal eine ganz dünne Vlieseline, die sich fast ein wenig wie Pappe anfühlte und dann noch etwas dickeres Material, auf dem ebenfalls Vlieseline steht, das aber mehr wie etwas dünnerer Schaumstoff ist, etwa 5mm dick.
Gelbstift (oder so), Stecknadeln, Nadel und Faden…
Da ich meine Tasche komplett Abends, wenn Jakob schon im Bett war, genäht habe, musste ich (des Krachs wegen, seeehr alte Nähmaschine) alles von Hand nähen. Geht aber ganz gewiss größtenteils auch mit der Maschine.

Schritt für Schritt Anleitung:
(Achtung: Das ist mein erstes selbstentworfenes und komplett selbst genähtes Stück, ich habe eigentlich nicht viel Ahnung gehabt, was ich da tat. Dementsprechend kann meine Vorgehensweise für gelernte Schneider oder sonstige Profis vielleicht komisch klingen, das tut mir leid. Wenn etwas unklar ist oder jemand einen Tipp hat, bitte gern mailen!)

Schritt 1: Schnittmuster zeichnen. Dazu ist eine Packpapierrolle am praktischsten. Ich hatte keine da und habe deshalb einfach Schmierpapier in A4 aneinandergeklebt. Sieht nicht so schön aus, erfüllt aber denselben Zweck. ;)
Also zuerst dann das 2,30 lange Stück: Ich habe mir erstmal so ein langes Stück Papier zusammengeklebt und das dann in der Mitte gefaltet, da der Tragegurt ja am Ende symmetrisch sein soll. Außerdem verarbeitet sich die Sache so besser, denn wer hat schon einen 2,30m langen Tisch? ;)
Wenn man dieses nun nur noch 1,15m lange, zweilagige Stück Papier hat, misst man in der Mitte an der Falzsstelle die Breite der Tasche ab, also 16cm. Oben am Rand misst man dann 8cm ab. Beides am besten von der Mitte des Blattes aus gesehen, dann kann man sich nämlich nun von den beiden abgemessenen Punkten her eine Falz machen und an der Faltlinie den Papierrest abschneiden. Schon ist der erste Teil des Schnittmusters fertig.
Der zweite Teil ist wohl noch schneller geschafft, da ich eine Faulenversion gebaut habe. ;)
Auf zwei zusammengeklebten Blättern habe ich mir ein 30cm x 37cm großes Stück aufgemalt und ausgeschnitten. Das ist dann die Größe der Seitenwände.
Dann habe ich das Stück einmal längs bei 16cm gefaltet und mir eine Erinnerungslinie gemalt (sodass ich dann ein 37cm x 16cm Stück hatte), dann hatte ich die Größe des Bodens.
Für die Innentasche habe ich mir nochmal ein 26cm breites Stück gefaltet und gemalt, da ich nicht wollte, dass die Unterteilung der Innentasche bis oben geht (das sich ergebende Stück war also 26cm x 37cm groß). Für die zweite, kleinere Innentasche dann noch ein 10cm großes Stück (d.h. ich komme auf 10cm x 37cm) und das Schnittmuster ist erledigt. :)

Um eine Ahnung vom Aufbau zu geben hier noch einmal meine Skizze, auf der ich versucht habe, mir aufzukritzeln, was ich will und was ich dazu brauche:

Man sieht hier auch die beiden Unterteilungen für die Kleinkramtasche und die anderen beiden “Abteilungen” der Tasche.

Schritt 2: Stoff zuschneiden.
WICHTIG! Nahtzugabe beachten! Überall rundherum einen Rand lassen, den Stoff also etwas größer zuschneiden, als das Schnittmuster groß ist, da man zum Nähen und ggf zum Umschlagen noch etwas braucht. Ich habe ca. 1 cm gelassen, außer an den Stellen, die ich extra markiere.
Am einfachsten geht das mit dem Zuschneiden wohl, wenn man das Schnittmuster mit Stecknadeln auf den Stoff pinnt (von links!), sich dann mit dem Gelbstift (oder so) die Umrisse zeichnet und es dann ausschneidet. Dazu ist ein Rollschneider genial!
Man braucht die verschiedenen Teile unterschiedlich oft:
Das Stück mit dem Tragegurt braucht man einmal aus dem Außenstoff, dabei sollte die Nahtzugabe (vor allem an den beiden schmaleren Enden) etwas größer ausfallen, da der Gurt noch gepolstert wird und dazu noch etwas umgeschlagen werden muss. Ich war sehr großzügig an der Stelle und habe ca. 5 cm gelassen. Die Unterseite des Tragegurtes kann man aus Futterstoff machen, wenn dieser nicht zu empfindlich ist, ansonsten eben auch Außenstoff.

Die beiden Teile von A, die die Außenseiten bilden sollen, könnten auch 32 cm hoch sein, was vor allem für Leute mit wenig Näherfahrung (wie mich *g*) praktisch ist, dazu aber später.

Dazu kann ich noch eine Faulenversion anbieten: bei b und c ist es so, dass man ja die Innenwand von beiden Seiten mit Futterstoff bezieht, man könnte also auch Vorder- und Rückseite zusammen zuschneiden, sodass sich dann für b) ein Stück von 52cm x 37cm ergibt, für c) dementsprechend 20cm x 37cm.

Für jede der Wände habe ich aus jedem der beiden Vlieseline-Stoffe noch ein “Innenleben” geschnitten, hier aber ohne Nahtzugabe. Der Gurt sollte stabiler sein, also hat er von mir noch zusätzlich ein Futter aus einem durchgehenden sehr festen, stabilen und mehrfach gefalteten Baumwollstoff bekommen, da gibt es aber bestimmt professionellere Lösungen…

Schritt 3: Nähen
Genau genommen näht man erst alle Innentaschen für sich und dann diese zusammen, etwa so:

Am Schluss ist es ratsam, die einzelnen Bodenteile (also G, H und I) unten mit einigen Stichen aneinanderzunähen, sodass die drei Innentaschen schön stabil zusammenhalten und eine Form ergeben. Dann zeigt sich nämlich auch, dass diese drei Teile auf den Boden des Tragegurt-Teils passen. Dieser ist etwas breiter, damit die Teile mit Futter etc. auch schön draufpassen.
Schließlich fehlen ganz außen noch die beiden A-Teile aus dem Außenstoff, diese also außen draufnähen, allerdings erstmal nur die obere Kante. Wenn man dieses Stück etwas breiter gemacht hat, kann man nun eine optisch schönere Lösung basteln, indem man einen Zentimeter einmal umschlägt und ihn dann über die Kante der Innentasche legt, um es festzunähen. So kann man kaschieren, dass man keine besonders schönen Kanten machen kann. :)

Nun fehlt noch der Tragegurt. Dazu die einzelnen dafür ausgeschnittenen Teile (von außen) mit Stecknadeln zusammenheften, sodass sie bündig und passend aufeinander liegen, und zwar in dieser Reihenfolge:
Außenstoff (schöne Seite mit Stecknadeln drin nach unten)
Vlieseline
stabiler Innenstoff
Futterstoff
Nun den Außenstoff so umschlagen, dass er einen schönen, glatten Rand über dem Futterstoff bildet. Sollte möglichst gleichmäßig sein, was mir nicht ganz geglückt ist… ;) Das dann schön von außen mit Stecknadeln zusammenstecken. Ich kann nur dazu raten, nicht zu sparsam mit den Nadeln umzugehen, sonst muss man es nämlich nochmal machen. Wenn man nicht so viele Stecknadeln hat, kann man es auch mit einem kontrastierenden Faden erstmal locker festreihen, um es zu fixieren.
Nun wird die Tasche von unten her zusammengenäht.
Dazu am besten mit dem Stift die Mitte des Tragegurtes und der zusammengesetzten Taschenteile markieren, um diese dann aufeinanderzulegen. Wer mag, kann unten in den Boden jetzt noch ein passendes Kartonteil legen, war mir aber zu riskant, weil ich nie weiß, ob mir nicht doch mal was ausläuft in der Tasche. ;)
Ich wollte, dass meine Tasche stehen kann, daher habe ich unten am Boden eine nicht unbedingt schöne, aber feste, dicke Wulstnaht gemacht. Dazu habe ich versucht, alle Bodenteile in die großzügige Nahtzugabe (die Stecknadeln dabei Stückweise herausnehmen, damit nichts verrutscht) des Tragegurtes einzuschlagen und dann durch alle Lagen zu nähen. War anstrengend, hat sich aber gelohnt, weil es eine sehr stabile Naht geworden ist, die es auch verzeiht, dass ich mal schwerere Sachen wie Bücher oder Laptop in der Tasche herumtrage.
Wenn beide Bodenteile fest sind, kann man sich vom Boden an nach oben “hocharbeiten” und Stück für Stück die Taschenteile mit dem Tragegurt verbinden, bis die Tasche zu Ende ist und nur noch der Tragegurt übrig ist. Ich habe dazu einen Stich verwendet, den man von außen nicht sieht, weil ich nur unten eine Wulstnaht wollte.
Dann kann man den Tragegurt fertig machen. Dazu muss man ihn nun oben verbinden, indem man die Teile mit den schmalen Enden sozusagen “inenanderschiebt”. Ich habe, um mehr Stabilität zu bekommen, zuerst die Füllstoffe alle oben an der Kante mehrfach zusammengenäht, dann den Außenstoff drumherum geschlagen und dann die Kanten überall geschlossen.

Zum Schluss muss man noch mit jeweils einer kleinen Naht von innen die Seitenstreifen der Innentaschen am Füllmaterial des Tragegurtes festnähen. Wenn man mag, kann man auch noch die Unterseiten der Innentaschen mit einigen Stichen an der Randnaht befestigen, damit hier auch nichts verrutscht.

Ich habe mir oben einen Reisverschluss eingenäht und dazu ein improvisiertes Oberteil aus glattem Stoff gemacht. Dessen Länge ist dann auch 37cm, die Breite kann aber variieren, je nachdem, wie breit an der Stelle der Tragegurt noch ist, daher gebe ich dazu keine Maße an.

Damit die Tasche so aussieht wie meine, muss man dann noch Buttons, Aufkleber und Aufnäher sowie allerlei “Gebamsel” sammeln und aufnähen, -stecken oder einfach dranhängen. ;)

Wenn ich nicht peinlicherweise einen Schritt vergessen habe, sollte nun die Tasche fertig zur Benutzung sein!
Sollten Fragen auftauchen, bitte einfach eine Mail schreiben, ich versuche dann, zu helfen, sofern ich kann. Und natürlich wie immer meine Bitte: Sollte das hier wirklich jemand nachnähen, bittebittebitte gebt mir Rückmeldung und/oder schickt mir Fotos!

20 Jul

Gitarrenständer für fünf Gitarren – ein Projekt (2)

Teil eins des Beitrags war ja hier.

So, und nun zur Entstehung… Erstmal eine Gesamtskizze:
(Copyright by H.F. Pohl und M. Pohl)

Nun aber Schritt für Schritt, zum nachbasteln. Als erstes die Teile zurechtsägen, und zwar einmal A, und dann je zweimal B, C und D. (Ein Klick auf die Bilder zeigt vergrößerte Ansichten.)
Ich habe 17 mm starkes Holz verwendet, und zwar “Vogel-Sitzbaumholz” für B bis D sowie Buche für A (ist etwas fester, biegt sich nicht so). Im Endeffekt kann sich aber wohl jeder (in gewissen Grenzen) sein Material selbst aussuchen. :)



Und jetzt das Zusammensetzen:
1. Die beiden Ds wie beschrieben auf der Innenseite mit Teppich beziehen. Je nach Werkzeuglage kann man sie noch abrunden, dann siehts besser aus.
2. die beiden Cs und die beiden Ds geschickt kombinieren. In meinem Falle sind dazwischen innen ungefähr 25 cm Luft. Von der Oberkante von C sind sie ca 1 cm entfernt. Gerade jetzt ist mir erst aufgefallen, dass ich die beiden Ds gar nicht schräg eingebaut habe, sondern ganz gerade. Da ich aber zu faul bin, die Grafik anzupassen und das eigentlich auch egal ist, bleibt das jetzt so. Macht, was ihr wollt. ;)
Muss ich erwähnen, dass das geeignete Mittel zum Kombinieren Schrauben sind? Das gilt für die anderen Verbindungen ebenso.
3. die beiden Bs anbringen. Dazu muss man sich zunächst entscheiden, wo nachher vorn sein soll. Hat man das festgelegt, schraubt man die beiden Bs an die Cs, und zwar anschließend an das nun hintere D, überlappen sollten sie sich zwecks Stabilität ungefähr 3 cm.
4. A oben auf den beiden Bs festschrauben. Möglichst in jeder Hinsicht mittig.
5. Die Innenseiten der Aussparungen in A mit Moosgummi oder ähnlichem verkleiden, damit es keine Kratzer gibt. Habe mir sagen lassen, dass bestimmte Lacke Moosgummi nicht so mögen bzw. die Farbe annehmen, also nachschauen, ob es da Probleme gibt. Im Zweifelsfall geht sicherlich auch ein kleines Stoffpolster.

Die Gesamthöhe des Gitarrenständers beträgt bei mir ca. 74 cm, ergibt sich aus der Höhe der Füße und der Überlappung von B und C… passt aber wunderbar, alle Hälse gucken wie auf dem Bild erkennbar, oben raus.

So, das wäre es dann, das gute Stück sollte fertig sein. Falls meine Anleitung an irgend einer Stelle zu kryptisch sein sollte, bitte ich das zu entschuldigen… wir sind ja hier nicht bei IKEA!
Mal im Ernst: Wenn ihr es nicht versteht, meldet euch, dann versuche ich, die Erklärung besser zu formulieren oder vielleicht noch ein Bild einzufügen. Man muss sich an keiner Stelle exakt an die Maße oder so halten, ein paar mm mehr oder weniger schaden sicher nicht. Ich kann euch nur sagen, dass es mit diesen Maßen auf diese Weise bei mir geklappt hat und dass mein Mann dem Gerät auch tatsächlich seine Gitarren anvertraut, was schon etwas heißen will… ;)
Ansonsten viel Spaß beim Nachbauen… falls ihr es wirklich tut: ICH WILL BILDER!

 

Nachtrag:

Frankje hat mir ein Bild von seinem Exemplar geschickt!

19 Jul

Gitarrenständer für fünf Gitarren – ein Projekt (1)

Für dieses Projekt muss ich ein wenig ausholen:
Viele Menschen sind ja bis heute irgendwie Jäger und Sammler. Nur jagen und sammeln sie eben heutzutage nicht mehr Mammuts und anderes Futter, sondern… andere Dinge. ;)
Wer auch immer mal mit einem gitarrespielenden Menschen zusammengewohnt hat, weiß, dass man schnell über so ein Instrument stolpert. Und bei den meisten dieser Menschen ist das nicht so gern gesehen. Und: Je lieber so ein Mensch Gitarre spielt, desto mehr braucht er davon. Mindestens eine akustische und eine elektrische… Hier kommt dann wieder das oben genannte Jagen (bei Ebay zum Beispiel) und Sammeln ins Spiel.
… und so kam es, dass ich nun mein Wohnzimmer nicht nur mit dem gitarrespielenden Mann, unserem Kind sowie Hund und Katze, sondern auch mit drei E-Gitarren, einer Akustikgitarre und einem E-Bass teile (von dem riesigen Amp will ich jetzt hier nicht reden… da bin ich selbst Schuld. ;) ). Der Bass, das gebe ich zu, ist meiner (er heißt Dean und ich vernachlässige ihn chronisch). Trotzdem will der irgendwo wohnen, also brauchten wir ein Zuhause für fünf Gitarren unterschiedlicher Art.
Somit sind wir auch, nachdem ich quasi bei der Steinzeit angefangen habe, tatsächlich zum Punkt gekommen: Ich habe einen Gitarrenständer gebaut, in den fünf Gitarren hineinpassen und der nicht so viel Platz weg nimmt wie fünf einzelne. Und da das Ding sogar vom Gitarrenbaumeister unseres Vertrauens für gut befunden wurde, bin ich tatsächlich ein wenig stolz darauf und habe beschlossen, es euch zu zeigen. :)

Hier gibt es erstmal ein großes Vorher, nämlich die erste Skizze, die ich gemacht und auf der ich eine Weile herumgemalt habe, um die beste Lösung zu finden. Gut bei solchen Sachen ist es, wenn man wie ich einen Tischler in der Familie (und im Haus) hat, der zum einen immer Holz auf Lager und zum anderen die notwendigen Werkzeuge da hat. Allerdings glaube ich, dass man das auch ohne einen solchen schafft, nur vielleicht nicht so elegant und auch nicht so schnell. ;)

Daraus muss man noch nicht schlau werden, es soll nur erstmal die Gedankengänge zeigen. Die Maße stimmen nicht wirklich, das hat sich beim Bauen alles etwas anders ergeben… :)

Ein nachher-Foto gibt es jetzt auch schon, schließlich steht das Ding seit Vatertag voll beladen hier herum. :)
Zwischendurch hat sogar schonmal eine Laute (auf der Durchreise) Platz darin gefunden – ist also gut geräumig. Habe darauf geachtet, dass genug Platz zwischen den Gitarren ist, einerseits, damit sie nicht aneinanderdutzen, andererseits aber auch, weil ich nicht weiß, was noch kommt… ;)

(Auf dem Bild auch zu sehen: Teil einer anderen Sammlung – Spielekonsolen. Das Kabel gehört zur Babyphone-Ladestation. Den Gitarrenständer kann man nämlich praktischerweise auch noch als Ablage für Kleinkram verwenden. ;) )