Archiv des Marke: der mysteriöse Mitbewohner

24 Jan

M.M.

Unter dem schönen, alten Dach – ist das Dach schön? Eher das Haus, aber das klingt nicht so gut… ähm.
Jedenfalls habe ich euch das Haus ja schonmal vorgestellt. Unter diesem Dach, über dessen ästhetische Qualitäten wir uns ja ein andermal auslassen können, lebt unsere aus 3 Generationen bestehende Familie, 5 Menschen unterschiedlichen Alters und Größe. Zusammen mit allerhand Getier – und mit M.M.

Niemand von uns hat ihn/sie jemals gesehen, mit ihm/ihr gesprochen oder herausgefunden, wo genau er/sie eigentlich lebt, doch wir sind uns sicher: Da ist noch jemand.

Jemand, der sein schmutziges Geschirr stehen lässt, wenn alle sichtbaren Mitbewohner beteuern, ihres selbstverständlich weggeräumt zu haben!
Jemand, der im Speisekammerschrank die Nudeln NACH VORN abschüssig stapelt, sodass mehrere Packungen runterfallen und aufplatzen, sobald jemand den Schrank öffnet!
Jemand, der Omas Auto ohne Erlaubnis ausgeliehen und sich dabei schwungvoll auf ihre Brille gesetzt hat, da alle bekannten Fahrer beschwören, die Brille gar nicht gesehen zu haben!
Jemand, der das letzte, übriggebliebene und für das Abendessen reservierte Stück Mittagessen aus der Pfanne klaute und die Pfanne dann auch noch stehen ließ!
Jemand, der in einem Anfall von Kreativität die Kinderzimmerwände bemalte, als das Kind kurz wegschaute – und dann auch noch die Reifen vom neuen Spielzeugauto pulte!
Jemand, der im ganzen Haus das Licht anließ, der Autoschlüssel versteckte, Notizzettel verlegte, Kinderschuhe hinter das Sofa warf, das letzte Klopapier nahm, leere Käsepackungen in den Kühlschrank legte, die Hintertür offen ließ, Socken an unaussprechlichen Orten deponierte, den alten Kaffee in der Thermoskanne ließ, den Hund aussperrte, der wichtige Lebensmittel vom Einkaufszettel strich, der Kamera- und Handyakkus leerspielte…

Ihr wisst, was ich meine? Der mysteriöse Mitbewohner eben – M.M.

Ich bin mir nach einigen Unterhaltungen mittlerweile recht sicher, dass es eine riesige Subkultur mysteriöser Mitbewohner gibt, die sich in Familien und sogar Singlehaushalte einschleichen, dort unbemerkt leben und all die Dinge tun, die keiner der “normalen” Mitbewohner tun würde.
Die Frage ist nur: Warum tun sie das? Warum genügt es ihnen nicht, unbemerkt vor sich hin zu leben und umsonst Essen und Unterkunft zu haben?
Es könnte sich um irgendwelche GeheimdienstmitarbeiterInnen handeln, die zu blöd für Computerspionage waren und deshalb eingeschleust werden, um Informationen zu sammeln – leider sind sie so ungeschickt, dass sie, obwohl sie ja niemals gesehen werden, auffallen.
Möglicherweise sind es auch unsichtbare Menschen, die aus Angst, von uns diskriminiert zu werden gar nicht zugeben, dass sie da sind. Und aus Angst machen sie auch Unfug, stehen dann daneben, wenn es jemand bemerkt, und schlottern. Wobei – das wäre gruselig. Gruseliger als dumme GeheimdienstlerInnen jedenfalls.

Hat noch jemand eine Theorie? Oder auch eine/n M.M.? Was tut der/die so?