15 Feb

Ein Auto

Es zeichnet sich ein Muster ab. Der Künstler hat eine Vorliebe für knappe, prägnante Namen. Schließlich sprechen die Werke für sich.

Heute geht es um eine Zeichnung, die in EIn Autoihrer Schlichtheit beinahe schon Betroffenheit auslöst: Auf einem kleinformatigen Blatt (A6) wird der Betrachter mit einer Schonungslosigkeit, wie sie nur ein dicker, roter Filzstift vermitteln kann, mit dem “Auto” konfrontiert. Doch nicht nur die Wahl der Signalfarbe Rot ist hier erwähnenswert:

Konstruiert als kantiges Gefährt, dessen massiger Körper scheinbar kaum noch von seinen kleinen, sich hurtig drehenden Rädchen getragen werden kann, ist das “Auto” ein Albtraum für jeden Klimaaktivisten, scheint es doch das Paradebeispiel für den “Klimasünder SUV” zu sein. Als sei das für sich genommen nicht schon bedrückend genug, hat der Künstler nicht eines – nein, zwei Auspuffrohre angefügt, aus denen aggressiv gezackte Abgase selbst über das “Auto” hinweg strömen und sich ihren Weg bahnen – ja, gar den Himmel verdunkeln.

Darüber hinaus ist auch nur eine einzige Tür erkennbar, was leicht als Hinweis auf die vielen “Alleinfahrer” unter den Pendlern gedeutet weden kann und den Umweltaspekt dieses Werkes noch unterstreicht. Die Wirkung der “Lampen” spricht dieselbe Sprache: Sie stellen den dunkelsten Punkt der Zeichnung dar und verbreiten somit anstelle ihrer üblichen erhellenden Strahlen vielmehr Dunkelheit und Bedrohung und lösen so in Verbindung mit der Symbolwirkung der Farbgebung auch eine gewisse Alarmiertheit aus, die ohne Zweifel auf den oben genannten Umweltaspekt rückbezogen werden kann.

All diese Aussagen werden noch durch die isolierte Stellung des “Autos” betont: Kein Baum, keine Blume, keine Sonne oder Wolke, nicht einmal eine Straße ist erkennbar, so sehr hat sich dieser Umweltschädling in den Dokus gedrängt um mit seiner nimmermüden Dunst- und CO₂-Produktion alles andere auszulöschen.
Ein schauriges Bild, das mit diesem so einfach erscheinenden “Auto” hier gezeichnet wird, und es wirft obendrein auch nicht unbedingt das beste Licht auf die Menschheit, die all das zulässt.

09 Feb

Gewagt

Ich habe vor einer Weile etwas sehr gewagtes getan:

(hier dramatische Musik einfügen)

Ich habe meinem Sohn dieses Set MÄDCHENSOCKEN gekauft.

Mädchensocken

Woran ich erkannt habe, dass es sich um Mädchensocken handelt? Es stand drauf.

Die Alternative für Jungs bestand übrigens aus dunkelblauen und dunkelgrauen Socken, wahlweise uni oder mit einer Ölkanne drauf. Tse.

06 Feb

Eine Blume

Mit diesem Bild stelle ich heute eine neue Kategorie vor: Kunst vom Kind.

Das erste Kunstwerk in dieser Rubrik ist eine Skulptur.

“Eine Blume”
Mit großem Feingefühl wird hier die Vergänglichkeit der Natur zum Thema gemacht, ohne allerdings mit allzugroßem Pathos darauf hinzuweisen:
BlumeDer Titel steht dabei in deutlichem Kontrast zum Werk an sich, denn die “Blume”, wie die Skulptur genannt wird, besteht schlichtweg aus totem Material. Der Künstler kombiniert auf geschickte Weise das künstliche, für die moderne Wegwerfgesellschaft essenziell wichtige Plastik mit totem Holz und einer kleinen Menge Sand, die auf dieser Abbildung leider nicht zu erkennen ist.
Nichts an der Farbgebung dieser Blume erinnert an ihre im Freien wachsenden Verwandten, im Gegenteil ist der Gedanke an von Leben erfüllte Blumenbeete ob des ausdrücklich tristen Einsatzes von Braun- und Grautönen nahezu absurd.

Weiterhin betont die angedeutete Transparenz der “Blüte” die Zartheit des dargestellten Gegenstandes, während die dichte Patina aus sorgfältig zusammengestelltem Schmutz auf der “Blüte” sehr deutlich macht, wie in Zeiten der drohenden Klimakatastrophe mit solch fragilen Gebilden umgegangen wird.
Dieser Eindruck wird noch unterstützt durch die Knicke und Dellen in dem – wie sollte es anders sein – Plastiktopf, in dem die “Blume” steht. Hier wird klar: Wertschätzung hat dieses Objekt in seinem kurzen Leben noch nicht erfahren.

Auch die Auswahl des “Stengels” ist nicht ohne Symbolik, kommt hier doch ein von Menschenhand bearbeitetes, nämlich entrindetes und beschnitztes Stück Holz zum Einsatz, das viel von seiner Natürlichkeit eingebüßt hat und mit Schrammen und Kratzern versehen wurde, um auch hier eine gewisse Zerbrechlichkeit zu signalisieren.

Insgesamt wurde hier ein berührend einfaches und doch bedeutungsschweres Kunstwerk geschaffen, das an Aussagekraft noch gewinnt durch den Umstand, dass es wenige Tage nach seiner Entstehung vom Künstler selbst zerstört wurde, um daraus neue Kunstwerke zu schaffen. Wie die Natur in ständigem Wandel von Wachsen und Absterben begriffen ist, sind es also auch die feinfühlig eingesetzten Materialien dieses Künstlers, sodass für beide Fälle, also Natur und Kunst nur gelten kann, sie solange zu genießen, wie sie eben zur Verfügung stehen.

06 Feb

Spampoesie… mal wieder

Wenn in einem Spamkommentar mehrere Texte ineinandergewoben werden, entstehen ja manchmal lustige Sachen. Wie in meinem ersten Text über Spamkommentare kommen diese recht selten auf Deutsch bei mir an, aber wenn – meine Güte.

Ein besonderer jedenfalls hat mich amüsiert. Ich musste ihn kürzen, denn im Orignial war er wirklich sehr, sehr lang und stellenweise auch sehr… schlecht lesbar. ;)
Dennoch finde ich es beinahe poetisch in seinen Gedankensprüngen und der Wortwahl, mit Bierfischen und niedlichen Sträuchern… aber lest selbst.

Sieh um dich in der Natur, wohin du willst, und unter den Menschen, immer geht die Liebe mitder Erinnerung und das Laster mit Insekten vor, die ich hier aufzuzaehlen fuer ueberfluessig halte. Auf dieser stechen aber rothbraune, eckige Felder hast das Leben des Menschen imblitzschnellen Bild.

[…]

Namentlich als Bierfische werden die Barben in manchen Gegenden sehr geschaetzt, so dass man sie wegen ihrer verhaeltnismaessig geringen Vermehrungsfaehigkeit sogar schon kuenstlich zuzuechten versucht, Jeder, der da sitzen sollte, vor den Heiligthuemern aufstehe und ihnen seine Ehrfurcht bezeuge.
Vierzehn Tage lang musste die Gesandtschaft in Alio Amba zubringen,
dannwar die Erscheinung reine Beschaffenheit desWassers legt und deshalb hoch in den Gebirgsfluessen emporsteigt, wo dann Forellenbrut ihre Lieblingsnahrung bildet.

Ein aeusserst niedlicher Strauch ist Capparis offenbar daran, mich anders als durch Tatsachen von der Ungerechtigkeit meiner Forderung zu ueberzeugen. Ihm genuegt das Gegenwaertige vollkommen, und es glaubt sich voellig gerechtfertigt, Osoros (Prinzessinnen), von seiner Schoenheit geruehrt, sich hinter die Geistlichkeit steckten und durch deren Banndrohungen es vermochten, dass der der Blutrache Geweihte gegen einehohe Geldsumme freigegeben wurde.

[…]

Esist Tatsache, dass der Schlammbeisser wenigstens gegen elektrischeVeraenderungen in der Atmosphaere sich ueberaus empfindlich erweist undnamentlich ins Schwarze trifft,unzaehlige es wie ein Sternenhimmel umschreiben. Endlich was die Entstehungsweise der Faulbrut
von Strassenstaub betrifft, so muesste es denn sein, dass der Staub in solcher Masse in die Brutzellen dringt, moeglich vorbringen, nicht wie ein Plebejer, der sich erst zufrieden gibt, wenn er ein paar andre niedergebruellt hat.
[…]

02 Feb

Ups. Kein Kommentar.

Da hatte ich doch Anfang des Monats die neu aufgesetzte Kommentar-Challenge entdeckt und mir gleich gedacht, dass mehr Kommentare ja immer gut sind und ich da unbedingt mitmachen sollte. Und dann? Habe ich es über den Monat hinweg schlicht und einfach vergessen.

Nun sehe ich, dass Sebastian der Betreiber des Pal-Blogs seine Januarstatistiken veröffentlich hat und schäme mich sehr. Meine auf anderen Seiten abgegebenen Kommentare sind trotz des Enthusiasmus für die Idee gerade so eben zweistellig. :(
Für meine Verhältnisse ist das aber auch schon sehr viel, weil ich aus unterschiedlichen Gründen normalerweise extrem wenig kommentiere.
Einerseits machen manche Blogsysteme es extrem schwer, einen Kommentar zu hinterlassen, wenn man sich nicht noch bei 2 Millionen Betreibern anmelden will, andererseits ist es aber auch die Unsicherheit, denn wann immer man eine Meinung zum Werk eines anderen kundtut, macht man sich natürlich angreifbar. Und was, wenn ich mich missverständlich ausdrücke? Wenn der jenige das gar nicht lesen mag? Wenn es einmal geschrieben ist, gibt es ja kein Zurück. Was, wenn… Ihr wisst schon, was ich meine.
Andererseits: Einfach nur “Hey, ja super!” mag ich nicht schreiben – warum eigentlich nicht? Würde den Verfasser der Texte sicherlich auch freuen (mich freut es jedenfalls).

So bin ich also in einer Nicht-Kommentierschleife gefangen, und das, obwohl ich an und für sich Kommentare super finde. Nicht zuletzt, weil ich oft die Webseiten der Kommentierenden aufsuche, wenn ich einen spannenden Artikel lese – und so oft tolle Blogs finde. Außerdem habe ich auch schon über Kommentare, die ich selbst bekommen habe, lesenswerte Seiten gefunden.
Und ich freue mich wie Bolle wenn jemand kommentiert und meine Leser nicht mehr nur eine Zahl in der Statistik sind.

Also? Ich gelobe Besserung. Echt. Demnächst kommen meine Statistiken mit ins Monatsmofa.

31 Jan

Monatsmofa im Januar 2014

Neues Jahr, neues Mofa. Töfftöff.

Dank Maximilian Buddenbohm, dessen Blog Herzdamegeschichten überhaupt unbedingt lesenswert ist, habe ich diesen Link hier zu einer Seite mit Tierfotos gefunden, die allesamt phantastisch sind. Diese kleinen Eichhörnchenpfoten! Diese großen Fuchsohren! Und überhaupt! Schaut es euch an.

Diesen Artikel hier über Stereotype möchte ich jedem ans Herz legen, denn er fasst wunderbar genau die Gründe zusammen, warum es sinnvoll ist, etwas zu ändern an Stereotypen, Vorurteilen und Geschlechterverteilungen. Sätze wie “Naja, Frauen/Männer interessieren sich eben nicht so sehr für xy, da muss man doch nicht unbedingt irgendeine Förderung draus machen und irgendwas erzwingen.” oder “Männer/Frauen sind eben auf dem Gebiet xy kompetenter.” bringen mich auf die Palme, weil sie eine wahnsinnige Ignoranz an den Tag legen gegenüber denjenigen Menschen, die eben nicht in das stereotype Muster passen. Nur, weil Männer/Frauen mit bestimten Eigenschaften in den Medien und vielleicht auch im Umfeld mancher Mitmenschen unterrepräsentiert sind, bedeutet das keinesfalls, dass es sie nicht gibt! Sie zeigen diese Eigenschaften vielleicht bloß einfach nicht, weil sie der Meinung sind, dass sie es nicht dürfen/sollten oder… aus Gründen. Und gerade Kindern sollte doch die Möglichkeit gegeben werden, ihren Neigungen nachzugehen, auch wenn sie eben nicht den Stereotypen entsprechen.

Zum Thema typisch weilblich/männlich passend habe ich dann noch diesen Artikel hier gefunden, den ich absolut lesenswert, weil sehr klug und vor allem unaufgeregt finde. Außerdem hat hier ja vermutlich schon jeder bemerkt, dass mich das Thema interessiert. ;)

And now for something completely different:
Kinderfilme und -hörspiele sind ja immer eine heikle Sache. Darf man das, seine Kinder einfach so Dinge konsumieren lassen? So völlig unkreativ?
Aus meiner eigenen Kindheit sind mir jedenfalls sehr markant die “Hexhex!” und “Töööröööö!”-Rufe aus meines Bruders Kinderzimmer in Erinnerung geblieben, denn in dieser Phase war ich schon beinahe ein Tennager und diese Sachen für mich extrem uncool und nervig. Was meine Eltern aber mit diesen Hörspielen der politischen Bildung meines unschuldigen kleinen Bruders angetan haben, das war mir bisher nicht klar. Euch auch nicht? Dann lest mal hier nach.
Nun hat mein Sohn viele dieser Kassetten “geerbt” und ich werde beim nächsten Anhören mal etwas kritischer danebensitzen. ;)

Wütend gemacht hat mich dieser Artikel bei Stefan Niggemeier über die Reaktion der “traditionellen Medien” auf die Online-Petition Markus Lanz betreffend. Vorab: Ich mag Markus Lanz nicht. Er hat für mein Empfinden kein Profil und geht respektlos mit seinen Zuschauern um – alles unter dem Deckmantel des gegelten Schwiegermutterschwarms. Dann lieber Jan Böhmermann “Wetten, dass…?” moderieren lassen, der ist wenigstens ganz offen frech und dabei noch lustig.
Das ist aber nicht der Grund, warum ich beim Lesen wütend wurde. Das lag eher daran, dass Niggemeier einmal mehr die Arroganz der Printmedien vorführte und das verzweifelte Bestreben, im Elfenbeinturm sitzen zu bleiben. Soll der Pöbel Zeitungen kaufen und den Mund halten, bitte keine eigene Meinung bilden – wenn sich das dann aber nicht vermeiden lässt, kann er diese dann bitte wenigstens für sich behalten?!?
Mein erster Impuls, als ich von dieser Petition erfuhr, war, dass ich es albern fand. Ja, Lanz ist ein mieser Moderator und alle beschweren sich dauernd über ihn, aber das? Doch dann habe ich nachgedacht und festgestellt: Was soll jemand, der ihn nicht mehr sehen kann, eigentlich sonst unternehmen? Dass ihn kaum einer mag – außer den Leuten, die ihn überall hin pflanzen und den wenigen Medienleuten, die ihn (eventuell nach Stallorder) beweihräuchern – hat bisher nicht dazu geführt, dass das ZDF irgend etwas geändert hätte. Er darf immer noch dauernd und überall die Leute unterbrechen und sich dabei toll vorkommen. Also bleibt den Zuschauern, die genervt sind, ja fast keine andere Wahl als die der Petition, um sich Gehör zu verschaffen. Natürlich könnte jeder eine gemütlich verpuffende Mail an den Sender schreiben, das wäre aber genauso “einfach”, nur eben nicht so wirkungsvoll. Peh.

Tweets gibt es im Moment keine, weil die hier das Layout kaputt machen und wir erst heraus finden müssen, wieso.

24 Jan

M.M.

Unter dem schönen, alten Dach – ist das Dach schön? Eher das Haus, aber das klingt nicht so gut… ähm.
Jedenfalls habe ich euch das Haus ja schonmal vorgestellt. Unter diesem Dach, über dessen ästhetische Qualitäten wir uns ja ein andermal auslassen können, lebt unsere aus 3 Generationen bestehende Familie, 5 Menschen unterschiedlichen Alters und Größe. Zusammen mit allerhand Getier – und mit M.M.

Niemand von uns hat ihn/sie jemals gesehen, mit ihm/ihr gesprochen oder herausgefunden, wo genau er/sie eigentlich lebt, doch wir sind uns sicher: Da ist noch jemand.

Jemand, der sein schmutziges Geschirr stehen lässt, wenn alle sichtbaren Mitbewohner beteuern, ihres selbstverständlich weggeräumt zu haben!
Jemand, der im Speisekammerschrank die Nudeln NACH VORN abschüssig stapelt, sodass mehrere Packungen runterfallen und aufplatzen, sobald jemand den Schrank öffnet!
Jemand, der Omas Auto ohne Erlaubnis ausgeliehen und sich dabei schwungvoll auf ihre Brille gesetzt hat, da alle bekannten Fahrer beschwören, die Brille gar nicht gesehen zu haben!
Jemand, der das letzte, übriggebliebene und für das Abendessen reservierte Stück Mittagessen aus der Pfanne klaute und die Pfanne dann auch noch stehen ließ!
Jemand, der in einem Anfall von Kreativität die Kinderzimmerwände bemalte, als das Kind kurz wegschaute – und dann auch noch die Reifen vom neuen Spielzeugauto pulte!
Jemand, der im ganzen Haus das Licht anließ, der Autoschlüssel versteckte, Notizzettel verlegte, Kinderschuhe hinter das Sofa warf, das letzte Klopapier nahm, leere Käsepackungen in den Kühlschrank legte, die Hintertür offen ließ, Socken an unaussprechlichen Orten deponierte, den alten Kaffee in der Thermoskanne ließ, den Hund aussperrte, der wichtige Lebensmittel vom Einkaufszettel strich, der Kamera- und Handyakkus leerspielte…

Ihr wisst, was ich meine? Der mysteriöse Mitbewohner eben – M.M.

Ich bin mir nach einigen Unterhaltungen mittlerweile recht sicher, dass es eine riesige Subkultur mysteriöser Mitbewohner gibt, die sich in Familien und sogar Singlehaushalte einschleichen, dort unbemerkt leben und all die Dinge tun, die keiner der “normalen” Mitbewohner tun würde.
Die Frage ist nur: Warum tun sie das? Warum genügt es ihnen nicht, unbemerkt vor sich hin zu leben und umsonst Essen und Unterkunft zu haben?
Es könnte sich um irgendwelche GeheimdienstmitarbeiterInnen handeln, die zu blöd für Computerspionage waren und deshalb eingeschleust werden, um Informationen zu sammeln – leider sind sie so ungeschickt, dass sie, obwohl sie ja niemals gesehen werden, auffallen.
Möglicherweise sind es auch unsichtbare Menschen, die aus Angst, von uns diskriminiert zu werden gar nicht zugeben, dass sie da sind. Und aus Angst machen sie auch Unfug, stehen dann daneben, wenn es jemand bemerkt, und schlottern. Wobei – das wäre gruselig. Gruseliger als dumme GeheimdienstlerInnen jedenfalls.

Hat noch jemand eine Theorie? Oder auch eine/n M.M.? Was tut der/die so?

11 Jan

Bücher 2013

Auch wenn ich nicht mehr hauptsächlich über Bücher schreibe, setze ich dieses Jahr natürlich wieder meine “Wie viele Bücher…”-Statistik fort. Erstmal zum Vergleich die Daten der vergangenen Jahre:

2009: 42 Bücher, 15827 Seiten, 5 Bücher nicht beendet
2010: 32 Bücher, 9102 Seiten, 7 Bücher nicht beendet
2011: 13 Bücher, 4971 Seiten, 2 Bücher nicht beendet, SuB zu Jahresbeginn: 94
2012: 23 Bücher, 6146 Seiten, 3 Bücher nicht beendet, SuB zu Jahresbeginn: 81

Und nun füge ich hinzu:
2013: 27 Bücher, 8742 Seiten, 4 Bücher nicht beendet, SuB zu Jahresbeginn: 103

Dochdoch, es geht wieder bergauf. ;)

Was gibt es noch dazu zu sagen?
Der Stapel der Bücher, die ich ungelesen hier herumliegen habe, war Anfang des Jahres noch bedeutend kleiner, weil ich ausgemistet hatte. Dieses Jahr habe ich es mir anders überlegt und viele Bücher, die ungelesen im Regal stehen und die ich zu der Zeit herausgenommen hatte, wieder hinzugefügt – und zum Teil auch schon gelesen. :)
Außerdem schaue ich sowohl beim Kindle Deal des Tages als auch bei den Kindle Deals der Woche regelmäßig vorbei, schlendere durch den “normalen” Kindle-Shop und kaufe immer mal wieder preiswerte eBooks, gern auch von unbekannteren Autoren, also ist der Stapel an eBooks etwas gewachsen. *hüstel*

Da sich aber grundsätzlich ein Aufwärtstrend abzeichnet, ist ja zu erwarten, dass der Stapel dieses Jahr wenigstens etwas schrumpft… :)

Vielleicht gilt das tatsächlich als Vorsatz für das neue Jahr: Wieder mehr lesen.

09 Jan

Die Spamkommentare werden auch immer kreativer

Bei Spamkommentaren oder -mails gibt es ja Klassiker, die blaue Pillen verkaufen, russische Frauen vermitteln oder große afrikanische Erbschaften unters Volk bringen wollen, aber in der letzten Zeit werden die Sachen kreativer, zumindest habe ich das Gefühl. Neulich habe ich nämlich nach relativ langer Zeit erstmals wieder in den Spamkommentarordner meines Blogs geschaut. Dort lagert mein wunderbares Spamfilterplugin all das, was es für Spam hält und ich schaue in unregelmäßigen Abständen hinein, ob sich nicht doch ein “echter” Kommentar verirrt hat (passiert allerdings extrem selten) und lösche dann den Rest.

Nun hatten sich viele Kommentare gesammelt, aus denen ich euch jetzt hier mal zitieren werde. Ohne Namen natürlich und ohne diese fiesen Links. ;)
Bei einigen war ich anfangs wirklich etwas verwirrt, weil sie auf den ersten Blick so “echt” aussahen. Allerdings bestand dann doch kein Zusammenhang mit der Seite, zu der sie hinterlassen wurden und die Namen und Webseiten dazu waren mehr als dubios.

Das war ein ganz wunderbarer aslfuug! adri und ich sind in einer ausufernden skurilen kleingartensiedlung gelandet, wo wir zwischen gartenzwergen so einige drachen entdeckt haben. dann haben wir im vereinsheim einen wurstsalat gegessen und sind beglueckt wieder ins tal gelaufen… thanks for that!

So beglückt von einem Wurstsalat… ich hätte nicht gedacht, dass sich jemand sowas ausdenkt!

 

Ich gebe zu, dass es nicht fair ist ihn mit Bush in einen Topf zu werfen. Verste4ndigen wir uns draauf, dass er sich eine 3+ verdient hat. Und Bush eine 4- mit Tendenz zur 5?

Ich weiß nicht genau, von wem dort die Rede ist, doch im Prinzip würde ich überhaupt niemanden gern mit Bush in einen Topf werfen glaube ich…

 

Dann gratuliere denien Opi bitte schön uns uns Blog-Cats ;) und feiert schön. Die Melly ist ja niedlich. Leicht wilde Frisur ;) Mit Pudel habe ich es nicht so, liegt aber daran, dass wir in meiner Kindheit einmal ein kleines Mistbiest in der Nachbarschaft hatten (halt wie das Herrchen) und der auf unserem Grundstück auf meinen kleinen Hund losgegangen ist! Ich weiß, sind zum Glück nicht alle so und meist spiegeln sich wirklich die Herrchen/Frauchen in ihren Tieren wieder ;)Feiert schön und Kinnkrauler ffcr die Melly :)LG

Weil das Wort “Pudel” darin vorkam, musste ich diesen Kommentar wirklich mehrfach lesen, doch wir haben erstens kein Tier namens Melly und zweitens… dubiose Dinge in den Feldern für Name und Webseite. ;)

 

Hallo meine allerliebste Tante Paula!!! Das du etwas ganz besnoderes bist muß ich niemanden sagen, denn das wissen alle die dich kennen. Ich hatte es ja schon immer geahnt in dir schlummert noch viel mehr und das zeigst du jeden Tag auf’s neue. Was nur wenige wissen, zu deinem Ernährungsplan gehört jeden Tag ein Möhrchen ( muß sein, sonst ist es kein schöner Tag für dich- das ist besser als jedes Leckerlie). So ein kleines Eis muß allerdings auch mal sein, denn das tut dir genauso für die Seele gut wie uns. Wer lebt schon immer nur gesund? Das wäre ja langweilig und das sind wir ganz bestimmt nicht. Audferdem geht es Paula gut- geht es uns allen gut!!! Wir sehen uns ja bald wieder- spätestens wenn wir dein Herrchen und Frauchen in den Urlaub geschickt haben. Den Urlaub hast du dir auch verdient, denn Menschen erziehen ist auf Dauer schon sehr anstrengend, aber auch das hast du wunderbar hin bekommen. Du bist eben ein Naturtalent. Also bis dann und hab noch einen schönen Tag das wünscht dir deine Omi !!??!!

Wer ist Paula? Tante Paula? Zuerst dachte ich an einen Menschen, doch dann ging es um Leckerlie und Herrchen und Frauchen und… am Ende war ich sehr verwirrt.

 

Mhh.. bei dir sehen Salate immer so viel ansprechender aus als ich meienr Fantasie… vielleicht sollt ich mich doch mal drübertrauen einen zu essen! ;D

Ja danke. Ähm.

 

Der Weihnachtsmann war gut zu mir. Es gab die Microplane-Reibe für Parmesan & Co (), eine mit Keramikmahlwerk von WMF als hätte er es geahnt hat mit der GröFaZ vom migatbrecht und Kleinkram zum direkten Verzehr. Balsamicocreme, einen Kollektion an Miniatursirupen etc.Ich bin dankbar, dass mir Menschen, die sich nicht ganz sicher sind, was sie mir schenken sollen, inzwischen dazu übergegangen sind, Küchenzubehör oder Lebensmittel in meine Reichweite zu werfen. Gute Menschen.

Japp. Es ist kein gutes Weihnachtsfest, solange nicht jemand Küchenzubehör oder Lebensmittel in meine Rechweite wirft. Vor allem Balsamikocreme sollten man unbedingt werfen.

04 Jan

Monatsmofa im Dezember 2013

Schon öfter habe ich euch etwas von Journelle empfohlen – so auch diesen Monat wieder: “Liebe Boulevard- und People-Magazine, liebe “Stars”, wir müssen sprechen”
Dem stimme ich an sehr, sehr vielen Punkten zu, ich kann sie gar nicht alle auflisten. Obwohl ich mich schon sehr lange nicht mehr mit der aktuellen Mode beschäftige, keine “Frauenzeitschriften” lese und so gut wie nie fern sehe, dringen diese Dinge immer wieder zu mir durch und nerven mich. Die Medien kreieren zum Teil eine Welt, in der es das allerwichtigste Merkmal einer Frau ist, wie sie aussieht. Und in der Dick- oder Hässlichsein (was auch immer das bedeutet) mit persönlichem Versagen gleichgesetzt wird, vollkommen ungeachtet der Leistungen, die sie sonst noch so erbringt. Das nervt.
Kennt ihr Fernsehserien, in denen ein dicker, etwas einfacher gestrickter Mann eine tolle, erfolgreiche, schlanke, super aussehende Frau hat? Mir fallen gerade mindestens drei ein, wobei ich aufgrund oben genannten extrem sporadischen Fernsehkonsums die Namen nicht weiß.
Kennt ihr Fernsehserien, in der eine dicke, etwas einfacher gestrickte Frau einen tollen, erfolgreichen, schlanken, super aussehenden Mann hat?
Die Frage war ernst gemeint. Her damit.

Der meiner Meinung nach lustigste Weihnachtsblogpost dieses Jahr ist dieser hier von Jason Lee.
Auch hier gilt wieder, dass auch die restlichen Blogbeiträge einfach lesens- bzw. anschauenswert sind, denn Jason Lee ist Vater zweiter Töchter, die er seit erstaunlich vielen Jahren immer wieder in schrägen, lustigen oder rührenden Posen fotografiert. Grundsätzlich bin ich kein Fan von Kinderfotos im Internet (deshalb gibt es hier auch keins von meinem Sohn), doch in diesem Fall finde ich die künstlerische Umsetzung und das ganze Drumherum so super, dass ich es in Ordnung finde. Ich glaube nichts an diesen Fotos wird mal dafür sorgen, dass Kristin und Kayla sich irgendwann dafür schämen. :)

 

Tweeeeets:

 

03 Dez

Monats…mofa im November

Ja richtig. Ein Mofa.

Weil “Mofa” unser Wort für “Dingsbums” ist und weil ich Alliterationen mag. ;)

Zuerst etwas für Tierfreunde, und zwar wunderbare und treffende Gedanken darüber, was das eigentlich heißt, seinen Hund “Hund sein” zu lassen.
Das ganze Pfotenblog drumherum ist übrigens immer wieder toll, schaut doch mal öfter vorbei. (Und nicht nur, weil es sich dabei um einen “unserer” Glückspudelnachfahren handelt! ;) )

Wer sich für den Mythos vom angeblichen “Sprachverfall” interessiert, für den ist dieser Artikel hier bestimmt interessant.

Dieser relativ kurze Artikel bringt für mich vieles ganz klar auf den Punkt – und zwar so präzise, dass es schon beinahe wehtut. Regt zum Nachdenken an.

Über diesen ganz furchtbar wahren Text über die Natur von Pfandautomaten kann ich nicht mehr sagen als “JA!” Vielleicht könnte ich noch ein paar Worte hinzufügen, die man eigentlich nicht schreibt… aber das muss ja auch nicht sein. Kinder und so. Ihr wisst schon.

Und bevor ich jetzt zu den Tweets komme, noch ein Punkt in eigener Sache: Unter den Beiträgen und unter dem Kommentarfeld gibt es jetzt den Kommentaromat, der das Kommentieren so einfach wie nie macht! (Jaha, könnte sein, dass das ein Wink mit dem Zaunpfahl ist… ;) )

So, jetzt aber zu den Kurznachrichten:

 

03 Nov

Monats…dings im Oktober 2013

Tja, diesen Monat war es wieder nicht soo viel, das mir begegnet ist, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich beruflich extrem eingespannt war und deshalb noch nicht einmal mein tägliches Blog-Pensum geschafft habe.

Hauptsächlich Spaß gemacht hat mir, wie schonmal kurz erwähnt, Pinterest. Meine Pinnwände könnt ihr hier anschauen.
Das Prinzip ist einfach und genial: Wo immer im großen, weiten Internet man über etwas stolpert, das einem gefällt, kann man es “pinnen”, also quasi ein Lesezeichen auf eine Pinnwand setzen. Dazu noch eine kurze Beschreibung, und schon können es andere Benutzer “repinnen” und weiterverbreiten.
Es hat mich absolut begeistert, wie viele kreative Dinge sich dort finden lassen, und zwar zu allen Themen. Tolle Sachen, die man mit seinen Kindern basteln kann, Rezepte, Do-it-yourself-Anleitungen zum Thema Möbel, Klamotten oder sonstwas, Näh-Strick- und Häkelanleitungen oder auch einfach nur schöne Bilder, inspirierende Dinge etc… Ich könnte noch lange so weiter machen, aber ich sage lieber nur: Wer irgendwie kreativ ist und gern Dinge selbst macht – was auch immer! – der sollte sich dort mal umschauen. Es gibt übrigens auch die Möglichkeit, private Pinnwände anzulegen, die niemand sonst sehen kann. :)

Gebacken habe ich zwischendurch dann allerdings auch mal, und zwar Bananen-Schokoladenkuchen der besonders fluffigen Art. War der köstlich! Und schnell leer. Komischerweise, denn eigentlich dachte ich, dass ich ihn mehr oder weniger allein essen würde, weil die Mitglieder meiner Familie wahlweise keine Schokolade (ja, wirklich!), keine Bananen oder nichts, was sie nicht kennen essen mögen. Hatte mich wohl verschätzt. ;)

Ansonsten hätte ich dann jetzt leider nur noch ein paar Tweets:

 

18 Okt

Beauty is where you find it – Orange

Beauty is where you find ist ist eine wunderbare Fotoaktion, bei der ich immer wieder schöne und kreative Bilder finde – und auf diese Weise neues Futter für meinen RSS-Reader. ;)
Doch wie immer, wenn ich gern auch an so etwas teilnehmen möchte, will mir einfach kein Motiv einfallen. Ich saß also im Wohnzimmer und überlegte und grübelte, was man schönes fotografieren könnte, in Orange…

Irgendwann fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen: Das allerallerniedlichste orangefarbene Motiv, das es überhaupt geben kann, war gerade dabei, eines seiner Geschwisterchen zu “fressen” und knurrte dabei höchst gefährlich. Deshalb habe ich mit dem Fotografieren gewartet, bis die niedliche, gefährliche kleine Pepper mit ihren Geschwistern zusammen eine Schüssel Hackfleisch vertilgt hatte. ;)

Hier also mein (etwas verspäteter) Beitrag, darf ich vorstellen: Pepper. pepper-orange

 

Wenn ihr mehr orangene Bilder anschauen möchtet, dann klickt doch mal hier:

BIWYFI_13_10_3wo

10 Okt

Laura Moriarty: Das Schmetterlingsmädchen

Nun schreibe ich heute doch mal wieder etwas über ein Buch:

Klappentext und Titel dieses Buches stellen die junge Tänzerin Louise Brooks in den Mittelpunkt der Geschichte – und ich habe 1/4 des Buches damit zugebracht, mich zu fragen, wann diese nun wirklich dort ankommt. In meinen Augen ist das nie passiert und deshalb war ich zuerst ein wenig enttäuscht vom Handlungsverlauf.
Nachdem ich mich dann aber von der Enttäuschung befreien konnte, habe ich festgestellt, dass es sich bei dem Buch eigentlich um einen Entwicklungsroman handelt:
Louise gibt gewissermaßen die Initialzündung für die Entwicklungen der eigentlichen Protagonistin Cora Carlisle, denn Louise ist der Grund, warum Cora sich überhaupt aufmacht nach New York. Warum Cora das tut, erfährt man erst stückchenweise, und weil ich nichts verraten möchte, gehe ich an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail.
Mich hat Coras Geschichte extrem berührt, in einigen Punkten auch schockiert.

Für mich am interessantesten sind die vielen gesellschaftlichen Themen, die aufgegriffen werden, wir befinden uns nämlich in den Goldenen Zwanzigern, einer Zeit voller Umbrüche. Durch Cora bekommen Themen wie die Rassentrennung, Homosexualität oder auch die Haltung zu Verhütungsmitteln eine sehr persönliche Perspektive, gleichzeitig zeichnet sich an ihnen aber auch die Entwicklung des Landeis Cora aus Kansas ab. Ist sie zu Beginn noch sehr konservativ, prüde und naiv, beginnt sie allmählich zu reflektieren und steht am Ende gerade für ihre Überzeugungen ein. Sie gehört in vielen Bereichen dann sogar zu den Vorreiterinnen. Sie zeigt, dass alternative Lebensentwürfe immer möglich, allerdings auch sehr anstrengend sind und vor allem, dass es nicht schaden kann, hin und wieder mal über die eigenen Wertvorstellungen und Überzeugungen nachzudenken.

Insgesamt hat das Buch bei mir ein gutes Gefühl hinterlassen, denn obwohl zwischendurch alles ziemlich zerrüttet zu sein scheint, wird am Ende doch alles stimmig zusammengebracht.
Und es ist, obwohl es so klingt, keinesfalls eines dieser… nunja, “Frauenbücher”.

Solltet ihr es kaufen wollen, hier der Vollständigkeit halber mal der Link dazu: