An mehreren Stellen habe ich gelesen, dass das eines der weniger beliebten Bücher von Austen ist. Da musste ich mich natürlich selbst von überzeugen!
Nachdem ich es gelesen habe, kann ich dem nur zustimmen… jedenfalls gehört es nicht zu meinen Lieblingsbüchern von ihr.
Stilistisch ist sie wie immer, feinsinnig, leicht ironisch und… dazu hab ich schon jede Menge gesagt bei den anderen Büchern. 
Aber gerade das Ende ist einfach lahm. Es braucht ein ganzes Buch, um die Figuren in den ganzen Schlamassel hinein zu manövrieren und dann wird in wenigen Seiten in einer Art Rückblick alles aufgelöst und Friede, Freude, Eierkuchen. Es führt keine Entwicklung dahin, jedenfalls keine, die der Entwicklung zur Problematik hin entsprechen würde.
Trotzdem hat es Spaß gemacht, es zu lesen, einfach, weil es eben Jane Austen ist.
Ich hatte das Buch in wenigen Tagen verschlungen (lange Wartezeiten vor den Sprechstunden von Dozenten haben auch ihre Vorteile) und… *hach* 
Ich verstehe sehr gut, warum viele sagen, dass Austen nunmal Frauenliteratur ist, aber ich bin ja eine und so ist alles gut. Ich mag das Buch einfach, weil es trotz der Verwirrungen und der teilweise wirklich, wirklich unsympathischen Menschen einfach nur schön ist. Kein Splatter, kein Sex keine Gewalt und keiner wird gemeuchelt, herrlich ist das!
Zwar ist es nur die Übersetzung, aber ich mag Austens Stil einfach, so sorgfältig, beinahe liebvoll und immer mit einem leichten Augenzwinkern.
Auch die ganze Erzählkonstruktion wirkt so frisch und aktuell, dass man nicht das Gefühl hat, Literatur zu lesen, die nunmehr beinahe 200 Jahre auf dem Buckel hat. Manche Stellen musste ich einfach zweimal lesen, weil die Ironie so feinsinnig und die Worte so gut platziert waren, dass ich es nochmal genießen wollte. 
Zwischendurch, das muss ich einfach abschließend noch einmal erwähnen, war ich einfach nur stinksauer auf John Thorpe. Punkt.
Vor Eeeewigkeiten habe ich dieses Buch mal auf Englisch gelesen, konnte mich aber nicht mehr wirklich daran erinnern, worum es geht. Schließlich habe ich mich dann an die deutsche Übersetzung gewagt und ich glaube wirklich, dass Austen zu einer meiner Lieblingsautorinnen werden kann.
Das Buch ist einfach nur wunderschön. Jane Austen malt die Figuren und deren Beziehungen zueinander so liebevoll und warmherzig, dass man sie sofort ins Herz schließen beziehungsweise ganz furchtbar finden muss, je nachdem, wie sie gerade in der Gunst der lieben, etwas naiven Elisabeth stehen.
Außerdem ist natürlich der Einblick in jene Gesellschaft dieser Zeit, in der Einkommen und Stellung über den glücklichen Ausgang oder gar nur die Möglichkeit einer Heirat entscheiden, interessant, denn er ist so fern von unseren heutigen Ansichten. Aber obwohl es uns fremd erscheint, ist es wegen der leicht ironischen Art, in der Austen das alles schildert, nicht abschreckend, es wirkt auch nicht altbacken, sondern zeigt einfach nur, dass es damals eben so war… es wurde ja auch nicht großartig reflektiert, denn diese Denkweise war tief in allen Köpfen verwurzelt.
Julia hat mir den Film zum Buch wärmstens ans Herz gelegt, und obwohl ich eigentlich so gar kein Filmfan bin, werde ich mir die Dvd wohl mal zulegen, trotz Keira Knightley.