Ein lustiges Buch, wirklich!
Dieser Mensch – diese Figur und ihre wunderbar überzogene, Selbsteinschätzung, diese Art, ganz nebenbei, wie zufällig und herrlich ironisch das überproportionierte Selbstbewusstsein ans Licht zu bringen… Thomas Mann eben. Man merkt als Leser manchmal gar nicht, dass man auf den Arm genommen wird!
Ich versuche mal, die ganze Sache knapp zusammenzufassen: Felix Krull erzählt hier selbst aus seinem Leben. Er war ein “phantastisches Kind” und ehrlich gesagt zu dem Zeitpunkt schon absolut gaga… ![]()
Jedenfalls ist er zu Höherem bestimmt, ganz sicher, denn er kann absolut alles und ist überdies noch ausgesprochen schön. Leider kommt ihm der Tod seines Vaters in die Quere, denn daraufhin verschlechtern sich die Verhältnisse in der Familie radikal und Felix muss los nach Paris und doch tatsächlich arbeiten! Natürlich verrichtet er all seine Arbeit auf grandiose Weise, einfach perfekt und umwerfend… Ich sollte mich zusammenreißen, muss schon wieder grinsen beim Schreiben!
Vielleicht verdeutlicht ein Zitat besser, was ich meine:
“Denn auf den ersten Blick, so versicherte sie, erkenne der Kundige, dass ich zum Liebesdienste geschaffen und ausgezeichnet sei, ja mir selbst und der Welt viel Lust und Freude bereiten würde, wenn ich einem so präzisen Berufe Folge leistete und mein Leben gänzlich auf diesem Grunde errichten würde.” (Fischer-Ausgabe S. 121)
Über einige Gaunereien und Umwege hin bringt es der Gute dann aber doch tatsächlich zu etwas… er schlüpft nämlich in die Rolle eines Marquis und macht eine Weltreise. Und auf der Welt gibt es jede Menge Gelegenheit, zu betonen, wie grandios man doch ist… und Damen zu beglücken.