Jasper Fforde – Der Fall Jane Eyre

  • Oktober 21, 2009 20:40

Anfangs war es mit diesem Buch so eine Sache… Ich musste mich erst einmal hineinfinden, weil es einfach eine… nunja skurrile und teilweise ironische Welt ist, um die es geht.
Wenn man sich aber mal richtig eingelesen hat, gibt es unheimlich viel zu entdecken und vor allem zum Schmunzeln. Allein die Wahl der Namen hat mir mehrmals ein breites Grinsen entlockt und die zahlreichen Anspielungen auf Literatur…

Aber von vorn: Es geht darum, dass die Grenzen zwischen Literatur und Realität mehr und mehr verschwimmen. Es gibt eine Spezialeinheit der Polizei, die sich allein darum kümmert, Fälschungen zu entlarven und die Wahrheit über die Entstehung von berühmten Werken zu finden.
Protagonistin ist eine Agentin dieser Spezialeinheit, Thursday Next. Sie wird auf Umwegen in die Ermittlung um den “Ober-Bösewicht” Archeron Hades (da ist es wieder, das Grinsen), der zuerst einen Nebendarsteller aus einem Dickens-Roman und dann die Hauptfigur aus “Jane Eyre” entführt.

Teilweise war diese Jagd auf den scheinbar unverwundbaren Hades wirklich unheimlich spannend, teilweise war es einfach amüsant und an manchen Stellen musste ich nochmal zurückblättern, weil diese verworrenen Parallel-Dimensionen die Handlung rasant und auch kompliziert gemacht haben. Trotzdem hat es unheimlichen Spaß gemacht, das Buch zu lesen!

Trotz der vielen Anspielungen auf Weltliteratur war es für mich keine schwere Kost, denn es gibt eben die Handlung an der Oberfläche, die man leicht nachverfolgen kann und die man auch versteht, wenn man die zahlreichen Bücher, auf die angespielt wird, nicht gelesen hat.

Lustig fand ich, dass im Buch Jane Eyre umgeschrieben wurde und jetzt endlich einen befriedigenden Schluss hat. ;)

J.R.R. Tolkiem – Der kleine Hobbit

  • Oktober 8, 2009 10:00

Bin endlich fertig mit dem kleinen Hobbit…

Das klingt komisch… :)

Egal. Also wie gesagt, ich habe ihn zu Ende gelesen und obwohl ich beim Lesen selbst mehrmals gehadert und einige Seiten mit Beschreibungen über die Landschaft überschlagen habe (vor allem am Ende), bleibt ein positiver Gesamteindruck. Es hat ja schließlich auch irgendwie seinen Grund, warum dieses Buch zu so großer Beliebtheit gelangt ist, würde ich sagen.

Es ist unheimlich phantasievoll und mit einer Liebe zum Detail geschrieben, die den Leser in das Geschehen hineinzieht und ihn einfach fesselt, auch wenn mich persönlich diese Details ab und an einfach gelangweilt haben.
Trotzdem fand ich Bilbos Weltsicht und vor allem seine Art, immer an ein gutes Essen zu denken, unheimlich amüsant und unterhaltsam. Ich wurde beim Lesen auch ab und an hungrig davon. ;)

Dennoch wird das wohl keins meiner Lieblingsbücher werden. Dafür bin ich einfach nicht abenteuerlustig genug schätze ich, und mein Interesse daran, wie der große Schatz unterm Berg oder die Landschaft drumherum beschaffen ist, ist zu gering. :)

Jane Austen – Mansfield Park

  • Oktober 6, 2009 20:52

An mehreren Stellen habe ich gelesen, dass das eines der weniger beliebten Bücher von Austen ist. Da musste ich mich natürlich selbst von überzeugen! :)

Nachdem ich es gelesen habe, kann ich dem nur zustimmen… jedenfalls gehört es nicht zu meinen Lieblingsbüchern von ihr.
Stilistisch ist sie wie immer, feinsinnig, leicht ironisch und… dazu hab ich schon jede Menge gesagt bei den anderen Büchern. ;)
Aber gerade das Ende ist einfach lahm. Es braucht ein ganzes Buch, um die Figuren in den ganzen Schlamassel hinein zu manövrieren und dann wird in wenigen Seiten in einer Art Rückblick alles aufgelöst und Friede, Freude, Eierkuchen. Es führt keine Entwicklung dahin, jedenfalls keine, die der Entwicklung zur Problematik hin entsprechen würde.

Trotzdem hat es Spaß gemacht, es zu lesen, einfach, weil es eben Jane Austen ist.

*seufz*

  • Oktober 5, 2009 14:21

Ich habe es endlich geschafft, mir die Dvd von “Stolz und Vorurteil” zuzulegen. Habe echt lange überlegt, weil ich kein besonderer Fan von Keira Knightley bin, aber Alex hat mich überzeugt. :)

Und: *hach* *seufz*
Okay, soviel zu den typischen Kommentaren zu einem Frauenfilm. Jetzt das Ganze in Worten:

Es ist ewig her, dass mich ein Film so begeistert hat. Erstens, weil nicht ein Schuss fällt, keiner stirbt, kein Sex, es ist nicht mal einer nackt! (Und trotzdem ist es nicht langweilig!!!)
Außerdem ist die Besetzung einfach grandios! Das einzige, was ich zu “meckern” habe, ist dass das dürre Hemd Knightley nicht unbedingt das ist, was ich mir beim Lesen vorgestellt habe, aber sie spielt die Elisabeth trotzdem einfach super, da kann man auch mal über fehlende Brüste hinwegsehen! ;) (Dumme Kommentare müssen auch mal sein!)
Vor allem Donald Sutherland als der alte Mr. Bennet war einfach unglaublich gut. Dieser ironische ältere Herr, der die Launen seiner Frau und das Gekicher seiner fünf Töchter gelassen trägt und alles in einem einfach sympathisch und klug erscheint, hat mir schon im Buch gefallen und der Schauspieler hat das meiner Meinung nach perfekt umgesetzt.

Außerdem sind die Kulissen und die Landschaften einfach phantastisch. Im Zusatzmaterial kann man einen genaueren Blick auf die Herrenhäuser werfen, in denen gedreht wurde und es ist unglaublich, wie schön und imposant diese Häuser sind. Und wie sorgfältig ausgewählt die jeweilige Szenerie ist, damit sie perfekt zu dem Gebäude, wie es Jane Austen schildert, passt.

Also ich muss nochmal: *hach*

Faul?

  • Oktober 3, 2009 15:33

Diesmal bin ich gar nicht so faul wie es aussieht! Zum Einen war ich ein paar Tage lang mit dieser fiesen Erkältung beschäftigt und zum Anderen habe ich im Moment ziemlich Arbeit. Ist eine ganz blöde Kombination, das kann ich euch sagen!

Trotzdem lese ich zwischendurch immer wieder ein paar Seiten und ich habe auch ein paar Bücher, die ich nachtragen muss, sobald ich wieder richtig fit bin.

Erstmal aber zu dem, was ich im Moment lese: Vor einer ganzen Weile habe ich mit dem kleinen Hobbit angefangen. Weniger aus Begeisterung als vielmehr, weil das Buch scheinbar jeder gelesen hat, den ich kenne. Dämliche Mitläufer, ich weiß. ;) Außerdem stand es in Tinas Bücherregal neben den Moers-Büchern, die ich leider alle schon kenne.
Jedenfalls ist meine Begeisterung nicht wirklich gewachsen. Es liest sich schleppend und Gandalf ist, das muss ich jetzt mal einfach so sagen: Ein Arsch. Nun gut, ich lese weiter. Mal sehen, was noch kommt. Im Moment haben “wir” gerade den Weg aus dem fiesen, bösen, dunklen Wald gefunden.
Das Buch beweist mir noch einmal, was ich schon dachte, als ich im Kino beim… ähm, bei einem Teil der “Herr der Ringe” eingeschlafen bin: Ich bin kein Fan von Tolkien.

Das andere Buch sind die “Memoiren einer Tochter aus gutem Hause” von Simone de Beauvoir. Auch hier hält sich die Begeisterung in Grenzen. Bislang, ich bin bei der Jugendzeit angekommen, habe ich nichts als Selbstbeweihräucherung gefunden. Und Beschreibungen aus ihrer Kindheit mit komplexen Gedanken und Schlussfolgerungen, die ich einer Dreijährigen einfach nicht zutraue.
Gekauft habe ich das Buch vor einer Ewigkeit mal, weil ich festgestellt hatte, dass ich kaum etwas über diese Frau wusste. Die Sache mit Sartre, ja, und Feministin, okay. Aber wer war sie und wie kam es dazu, dass sie so wurde, wie sie wurde? Ich hoffe, dass das Buch mir noch die Antworten auf diese Fragen geben wird irgendwann. Bis dahin kämpfe ich mich weiter durch und denke weiterhin, dass mir Feministinnen (trotz oder vielleicht gerade wegen meines Geschlechts) doch irgendwie suspekt sind. Damals war es vielleicht notwendig, so zu sein, aber heute haben wir dieses Stadium meiner Meinung nach überwunden und wer heute noch solche radikalen Meinungen vertritt, betreibt “umgekehrten Sexismus”, wie eine Bekannte immer zu sagen pflegt, wenn jemand darauf besteht, ihr die Tür aufzuhalten.
Damit meine ich nicht, dass wir schon so weit sind, dass beide Geschlechter gleichberechtigt sind, auf keinen Fall. Ich habe nur das Glück, mich in einer Umgebung zu bewegen, wo es egal ist, ob ich “ein Mädchen oder ein Junge” bin, aber das war nicht immer so. Trotzdem finde ich, dass gegen alles und jeden zu wettern und auf absolut dämlichen Formulierungen wie “Sehr geehrte Studentinnen und Studenten, sehr geehrte Professorinnen und Professoren usw.” zu bestehen, irgendwie banane.

Puh, für einen Artikel mit dieser Überschrift ist es doch reichlich lang geworden. :)