Jane Austen – Die Abtei von Northanger

  • Juli 14, 2009 22:51

Ich hatte das Buch in wenigen Tagen verschlungen (lange Wartezeiten vor den Sprechstunden von Dozenten haben auch ihre Vorteile) und… *hach* ;)

Ich verstehe sehr gut, warum viele sagen, dass Austen nunmal Frauenliteratur ist, aber ich bin ja eine und so ist alles gut. Ich mag das Buch einfach, weil es trotz der Verwirrungen und der teilweise wirklich, wirklich unsympathischen Menschen einfach nur schön ist. Kein Splatter, kein Sex keine Gewalt und keiner wird gemeuchelt, herrlich ist das!

Zwar ist es nur die Übersetzung, aber ich mag Austens Stil einfach, so sorgfältig, beinahe liebvoll und immer mit einem leichten Augenzwinkern.
Auch die ganze Erzählkonstruktion wirkt so frisch und aktuell, dass man nicht das Gefühl hat, Literatur zu lesen, die nunmehr beinahe 200 Jahre auf dem Buckel hat. Manche Stellen musste ich einfach zweimal lesen, weil die Ironie so feinsinnig und die Worte so gut platziert waren, dass ich es nochmal genießen wollte. ;)

Zwischendurch, das muss ich einfach abschließend noch einmal erwähnen, war ich einfach nur stinksauer auf John Thorpe. Punkt.

Ein Zitat und Gedanken über die Menschheit. ;)

  • Juli 6, 2009 20:52

Okay, zuerst das Zitat:

“Ich will so leben, dass ich in ein paar Jahren eine ausführliche Biographie über mich lesen kann, ohne gleich kotzen zu müssen.”
(Paris Gellar, Gilmore Girls)

Anschließend meine Gedanken über die Menschheit. In der letzten Zeit ist mir nämlich verstärkt aufgefallen, wie unglaublich selbstgerecht, egoistisch und manchmal auch noch absolut dämlich viele Leute sind.
An der Uni denkt man eigentlich ja, dass vernunftbegabte Menschen unterwegs sind, aber nein, so ist das nicht. In der Mensa zum Beispiel ist verdammt wenig Platz und es gibt halt eben viele hungrige Studenten. Deswegen stehen Schilder auf den Tischen, die besagen, dass man während der Hauptessenszeit keine Tischplätze durch Arbeiten am Laptop oder einfach nur anwesend und dumm sein blockieren soll. Trotzdem musste ich mich neulich von einer Gruppe hirnmassenmäßig benachteiligter Menschen dafür anfauchen lassen, dass ich einen der fünf (FÜNF) freien Plätze an ihrem Tisch haben wollte. Die Damen hatten selbst natürlich nichts zu Essen dabei, meinten aber, es sei ihr gutes Recht, für eine Gruppe weiterer Vollidioten, die vermutlich auch nichts essen, sondern nur dasitzen und sich die Nägel lackieren wollen, die Plätze frei zu halten. Ehrlich, die wurden noch ausfallend und setzten sich wie früher im Kindergarten auf den äußersten Platz der Bank, um selbige zu blockieren.
Aber was soll ich sagen? Weil ich in Ruhe essen wollte und das einfach nicht mein Niveau ist bin ich gegangen und die Idiotie hat einmal mehr gesiegt.

Ich könnte unendlich viele Beispiele aufzählen, von dicken Audis (oder allen anderen Marken, jaja!) auf Behindertenparkplätzen über “ich quetsch mich vor dir durch die Tür, auch wenn du zwei Kaffeebecher in den Händen hältst” bis zu “Ich feile mir mal in der Vorlesung die Nägel.”… aber das würde euch ja doch nur langweilen… Dampf abgelassen habe ich jetzt ja! ;)

Oh, eins aber noch: Gerade die Leute, die immer am allermeisten Toleranz für sich fordern, sind gegenüber anderen Menschen oft am intolerantesten! Am Wochenende habe ich wieder so etwas erlebt, wie jemand nur das gehört hat, was er wollte. Lautstark aufgeregt hat sich dieser seltsame Mann über einen Satz meiner Schwiegermutter, aber als diese ihm dann hinterherrief und die Lage erklären wollte, stapfte er davon, mal wieder in seiner Vorstellung befestigt, dass keiner ihm gegenüber tolerant ist, und schon gar nicht ne Frau mit Pudel. ;)
Sowas gibts in jeder “Subkultur”… man denkt, dass man sich nur mit Menschen umgeben will, die genauso sind wie man selbst. An sich ist das ja ein natürlicher Zug, aber sollte es da nicht um tiefer gehende Dinge als Klamotten, Hobbys oder Musikgeschmack gehen?

Das ist schon wieder ein riesiger Text geworden. Ich bin still.

Virginia Woolf – Orlando

  • Juli 1, 2009 22:09

Ich bin erst ein paar Seiten weit gekommen, aber ich habe schonmal ein Zitat:

“Sie wußten nichts von unserer modernen Scham über Belehrsamkeit; nichts von unserer Überzeugung, daß es ein Segen ist, als Sohn eines Metzgers geboren zu sein, und eine Tugend, nicht lesen zu können; hatten keine Vorstellung davon, daß das, was wir “Leben” und “Wirklichkeit” nennen, auf irgendeine Weise mit Unwissen und Brutalität verknüpft ist;”

Das erinnert mich an Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich von mir (damals) sehr nahestehenden Menschen dafür anmeckern lassen musste, dass ich studiere und nicht einfach Kinder kriege oder so.