Ein Buch über die 68er, bzw. einen Studenten, der in dieser Zeit seinen Platz zwischen Demonstrationen und Flugblättern sucht.
Ich hatte mich vorher nie wirklich mit dieser Zeit beschäftigt und fands wirklich interessant, sich da mal hineinzulesen. Kommunen, Kiffen und freie Liebe… juhuuu, Klischees! ![]()
Aber Timm schafft es irgendwie, das Ganze so darzustellen, dass zwar diese ganzen Themen darin vorkommen, man trotzdem aber nicht das Gefühl hat, in diesen Klischees kleben zu bleiben, weil die Hauptfigur Ulrich eben immer mit all diesen Sachen ringt und nie wirklich dazugehört. Er schaut überall mal hinein und tut auch oft Dinge, von denen er nicht überzeugt ist, weil er seinen eigenen Weg in dieser turbulenten Zeit sucht.
Was mich aber genervt hat an diesem Buch war der Stil. Diese Aneinanderreihung von Sätzen wie: “Er spürt die Körper. Er ist eingekreist. Er riecht die Ausdünstungen aus dem Mantel der alten Frau. Er denkt einen Augenblick an seine Eltern. Er möchte weg.” (in meiner Sz-Ausgabe S. 175)
Mag sein, dass das Absicht ist, dass das so sein muss… mich nervt es jedenfalls.
Uwe Timm – Heißer Sommer
Hape Kerkeling – Ich bin dann mal weg
Mir war einfach mal nach was “Leichtem” und ich war von diesem Buch wirklich angenehm überrascht!
Es ist total witzig geschrieben und macht einfach Spaß. Außerdem regt es zum Nachdenken an, sprichwörtlich über Gott und die Welt, ohne dabei langweilig oder oberlehrerhaft zu wirken und am Ende hat man wirklich das Gefühl, Erkenntnisse aus diesem Jakobsweg gewonnen zu haben, ohne, dass man ihn selbst gelaufen ist.
Bernward Vesper – Die Reise
Meine Güte, welch ein Buch! 68er, LSD, RAF und was weiß ich. Von der Struktur her so ungefähr das schwierigste Buch, das ich je gelesen habe, weil es ständig und meist ohne Vorwarnung zwischen der Reise des Autors durch Europa, seinen Kindheitserinnerungen und eben dem LSD-Trip hin und her springt.
Aber der Einblick in das Leben und Denken Vespers, der in einem nationalsozialistischem Haushalt aufgewachsen ist und sich im Laufe seines Lebens immer weiter nach “links” entwickelt, ohne seine radikalen Denkmuster abzuleben, ist wirklich interessant.
Trotzdem hatte ich das Gefühl, von diesem Buch depressiv zu werden.