Ein weiteres Buch im Rahmen meiner Zwischenprüfung.
Obwohl die eigentliche Handlung im Prinzip nur ein verlängertes Wochenende überspannt, steckt wirklich eine Menge drin… Der Protagonist, Linde, hält sich für einen ziemlich tollen Kerl, doch im Laufe des Buches erfährt der Leser mehr und mehr, dass gerade diese Tatsache für die Probleme, die er und seine Familie haben, verantwortlich ist. Seine Frau ist depressiv, seine Tochter ist nach einem Selbstmordversuch von zu Hause augerissen und lebt in Mailand und der Sohn… nein, ich will ja nicht spoilern. 
Das Buch ist an sich ein wenig verwirrend, weil man als Leser nie weiß, was man eigentlich glauben soll, aber im Endeffekt fand ich es sehr interessant. Komischerweise habe ich dazu fast nur schlechte Kritiken gelesen… Mhm.
Ein weiteres Buch, das ich für die Zwischenprüfung gelesen habe, aber ich bin wirklich froh darüber, dass wir das ausgesucht haben. Im wahrsten Sinne des Wortes ein empfindsames Buch… 
Auch, wenn es vom Stil her ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist für heutige Leser, fand ich es wirklich toll, auch, weil es ein Gefühl von den Werten und Idealen dieser Epoche gibt.
Es geht im Prinzip um das Leben der Sophie von Sternheim, die einige Schicksalsschläge erleben muss und trotzdem ihren Glauben und vor allem ihre Moral aufrecht erhält. Und man kennt es ja auch irgendwie aus dem richtigen Leben: Wer versucht, alles richtig zu machen, wird oft nicht ernst genommen, ausgenutzt oder verar… naja, ihr wisst schon.
Ich wollte das Buch schon seit Ewigkeiten lesen und als ich es dann endlich wegen meiner Magister-Zwischenprüfung in der Hand hatte, hab ich mich trotzdem ein wenig schwer damit getan. Einerseits ist es natürlich faszinierend geschrieben und der Wandel des Protagonisten Hendrik Höfgen, der sich ja am Anfang des Buches noch als Kommunist bezeichnet und am Ende einer DER großen Schauspieler des Dritten Reiches ist, ist wirklich interessant zu beobachten. Höfgen kommen kaum Zweifel an dem, was er da tut, er scheint sich selbst die Tatsachen stets so hinzubiegen, dass es in sein Welt- bzw. Selbstbild passt und er weiterhin von sich überzeugt sein kann.
Trotzdem schleppen sich die Vorgänge an manchen Stellen ein wenig dahin und meine Aufmerksamkeit hat dann etwas nachgelassen. Prompt habe ich natürlich etwas verpasst und musste nochmal zurückblättern. Ist also auf keinen Fall eine Lektüre für vor dem Schlafengehen, man braucht ein waches Hirn dafür.
Buchpreis und die Tatsache, dass sich das Buch auf der Leseliste vom Institut für Literaturwissenschaft befindet, haben mich bewogen, es zu kaufen.
Subjektiv betrachtet war das wohl ein Fehler.
Die Geschichte an sich ist schon schlimm, würde ich sagen. Denn ein Leben muss wohl gründlich schief laufen, wenn eine Mutter ihren kleinen Sohn einfach am Bahnhof aussetzt, ihm sagt, sie würde zurückkommen und es dann nicht tut.
Aber was für mich wohl das schlimmste daran war, war der Schreibstil. Einerseits liest es sich flott und flüssig, andererseits ist es aber so nüchtern und kühl, dass es mich wirklich richtig genervt hat. Wie kann man über so etwas schreckliches so kalt schreiben? Sicherlich ist das so gedacht und vielleicht ist das ja auch die große Kunst an Julia Francks Schreibe, aber ich persönlich fand das Buch einigermaßen furchtbar und ärgere mich, dass ich die gebundene Ausgabe gekauft habe.
Die Autorin hat mal von sich gesagt, dass sie beim Leser Bilder erzeugt, weil sie so lebendig schreibt, doch irgendwie ist das bei mir leider überhaupt nicht angekommen.