Arto Paasilinna – Der wunderbare Massenselbstmord

  • September 1, 2010 09:56

Der Titel klingt ausgesprochen seltsam, aber das passt auch, denn das Buch ist wie alle, die ich bislang von ihm kenne, reichlich skurril und ironisch. :)

Es beginnt mit zwei Männern, die keine Lust mehr auf das Leben haben und sich zufällig in derselben Scheune umbringen wollen. Sie treffen sich dort und irgendwie verstehen sich die Leidensgefährten grandios. Sie trinken gemeinsam und beschließen, sich doch erstmal nicht umzubringen, da sie nun endlich eine verwandte Seele gefunden haben. Irgendwie gründen sie dann eine Art Selbsthilfegruppe und es kommt eins zum anderen… Schließlich ist eine Gruppe potenzieller Selbstmörder in einem Reisebus unterwegs und sucht nach dem perfekten Ort, Massenselbstmord zu begehen. Denn Massenselbstmord hat mehr Stil und zudem könnte man vielleicht beim Bestatter Mengenrabatt bekommen…

So geht es dann weiter und es geschehen Dinge, über die man einfach lachen muss, auch, wenn sie einen nachdenklich stimmen. Der Autor wird an vielen Stellen als “typisch finnisch” beschrieben und wenn das zutrifft, ist das da oben ein lustiges Volk. Jedenfalls reichlich ironisch und mit der Fähigkeit ausgestattet, über sich selbst zu lachen.
Ich glaube, das ist die Botschaft dieses Buches: Leute, nehmt verdammt nochmal nicht immer alles so ernst! :)

Rainer Maria Rilke – Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

  • August 7, 2010 23:12

Puh… ich bin ja Kummer gewöhnt… :D

Das Buch holperte vor sich hin. Die Kindheitsschilderungen Maltes sind an sich ja ganz interessant, doch diese Durchmischung mit Berichten und anderen Passagen macht es ein wenig mühsam, dranzubleiben. Stellenweise ist es zwar sehr schön und poetisch geschrieben, stellenweise aber auch das Gegenteil, und für meinen Geschmack ist es insgesamt zu… ungeordnet. Mir fehlt ein roter Faden (wenn er da ist, ist er wunderbar subtil und ich habe ihn wegen meiner Dauermüdigkeit schlicht und ergreifend überlesen) oder ein verbindendes Element. Natürlich ist da immer Malte, aber der tritt oft in den Hintergrund, und zwar so weit, dass er beinahe verschwindet.

Wenn ich versuche, ein wenig Abstand zu nehmen, dann macht das alles natürlich irgendwie Sinn. Es ist nunmal ein Tagebuch und der gute Malte ist einsam in Paris. Da passieren solche Dinge nunmal, dass man viel in der Vergangenheit lebt und komische Gedanken hat. Oder auch mal Wahnvorstellungen.

Bei der Gelegenheit habe ich dann mal versucht, mir vorzustellen, was jemand denken würde, der meine 15 Jahre abdeckenden Tagebuchaufzeichnungen läse… nicht gut. :D

Dennoch: Ich mag das Buch einfach nicht. Punkt. ;)

Marcel Reich-Ranicki – Sieben Wegbereiter, Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts

  • Juli 11, 2010 23:18

Dieses Buch handelt von den (in seinen Augen) sieben wichtigsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts, und die wären: Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Franz Kafka, Kurt Tucholsky und Bertold Brecht. Bin zufällig in einem Antiquariat darüber gestolpert und da ich MRR irgendwie mag, musste ich einfach zuschlagen.

Ich versuche es mal Kapitelweise:
Wenn ich Thomas Mann nicht ohnehin schon mögen würde, wäre ich wohl nach diesem Kapitel ein Fan, so wie er hier beschreiben ist. Außerdem interessieren mich jetzt brennend Thomas Manns Tagebücher, die laut MRR zwar jede Menge trivialen Kram (wie der Bericht, dass Mann nach dem Theater heiße Schokolade getrunken hat) enthalten, aber gerade deswegen seine Größe zeigen. Und es steckt doch in jedem Genie irgendwie ein Mensch…
Es klingt vielleicht hochtrabend oder bescheuert, aber beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, Parallelen zwischen mir und TM zu finden, vor allem in seinem ständigen Hadern mit sich selbst und der Welt. Laut MRR war es ihm nicht Recht zu machen: Kritisierte man ihn, waren die Kritiker minderbemittelt, lobte man ihn, haben sie nicht genau hingeschaut.
Andererseits kann man als Leser keine Parallelen ziehen, dazu ist er einfach zu genial, finde ich.

Das Kapitel über Döblin war ausgesprochen amüsant! Er schrieb nach eigenem Bekunden nur zum eigenen Vergnügen und nicht für ein Publikum. Außerdem fand er viele seiner Bücher wohl einfach blöd. Und er war Arzt in einer Nervenheilanstalt.

Habe in dem Abschnitt über Robert Musil eine interessante Anekdote gefunden: 1968 hat die Satirezeitschrift “Pardon” einen Auszug aus dem “Mann ohne Eigenschaften” von Musil genommen, die Namen der Protagonisten (und ein paar allzu offensichtliche Kleinigkeiten) geändert und das dann an führende Germanisten und ca. 30 Verlage gesendet. Die Antwort war vernichtend! Kitschig, schwülstig und überhaupt absolut schlecht.
Als sie nachher aufgeklärt wurden, haben sie dann gesagt, man könne das ja auch nur gut finden, wenn man wisse, dass es Musil sei.
MRR zieht daraus die Konsequenz, dass er der Meinung ist, Musil habe wesentlich mehr Bewunderer als Leser… Kann ich verstehen. Ich bin ja auch mit dem Mann ohne Eigenschaften nicht fertig geworden bisher.

Zu Brecht nur eins: “Die dümmsten Außerungen über Thomas Mann stammen von, immerhin, Bertold Brecht und Alfrd Döblin. Daß beide seine Werke nicht kannten, sei nur der Ordnung halber erwähnt.” :D

Nun zu Kurt Tucholsky. Das ist interessant, weil ich noch fast nichts über ihn wusste.
Was ich jetzt weiß, ist, dass er wie viele andere seiner Kollegen eigentlich menschlich ziemlich am Ende war. Einsam, bindungsgestört und unglücklich. Und depressiv, was am Ende zum Selbstmord geführt hat.
Und noch etwas: “Kurt Tucholsky, der Scharfsinnige und Schwermütige, der Große und Genialische – er war zugleich ein alberner Mensch.”

Mein Fazit zu dem Buch: Die Schriftsteller waren alle irgendwie kaputte Persönlichkeiten, die trotzdem faszinierendes geleistet haben in ihrem Leben. Sie haben auch alle Tagebuch geführt und so bekommt man Einblicke in ihr Innenleben, die ich sehr interessant finde. Es sind eben auch nur Menschen, die auch Sorgen und Nöte haben, das ist beruhigend.
Die Tagebücher von Thomas Mann sind auf meiner Wunschliste durch die ganze Sache auf jeden Fall ein paar Meter weiter nach vorn gerückt.

Michael Mittermeier – Achtung, Baby!

  • Februar 23, 2010 20:50

Ich rollte durch eine Buchhandlung, als mich dieses knallrosa Buch förmlich angesprungen hat und aus gegebenem Anlass habe ich es dann auch gekauft. In kürzester Zeit habe ich es verschlungen, las sich wirklich sehr leicht (und seicht ;) ) und war wirklich lustig!
Der Michl, der ja sonst immer so über Kinder und so gelästert hat, ist nämlich Vater geworden und seine Erfahrungen mit der ganzen Sache schildert er auf seine typische Weise. Das Buch ist allerdings nicht nur lustig, denn aus diesen Erfahrungen lernt man eine Menge, vor allem, entspannter zu sein… Und, dass es auch noch schlimmer sein könnte, denn die arme Frau Mittermeier musste doch noch einige Zeit über den errechneten Termin hinaus aushalten, dabei war das ganze Gefrage mit “Und? Noch drin?” schon bei einer normalen und termingerechten Schwangerschaft nervig…
Für mich als Frau war es auch mal nicht uninteressant, eine ehrliche männliche Sichtweise auf die Schwangerschaft (wie kann man so eine dicke Wanze sexy finden fragte ich mich da) und die Geburt zu bekommen. :)

Egal. Also: Das Buch ist auf eine lustige Weise hilfreich, enthält aber auch einige Elemente aus vorherigen Comedy-Programmen von Mittermeier, und da ich ihn gern anschaue, kannte ich das alles schon.
Solltet ihr aber jemanden kennen, der schwanger ist, wäre das eine ideale Alternative zu Titeln wie “Die Wassergeburt im Kopfstand mit Yogaelementen” oder so. ;)

Carloz Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes

  • Februar 21, 2010 20:38

Bücher, in denen Bücher eine wichtige Rolle einnehmen, ziehen mich magisch an, und so ging es mir auch mit diesem Buch. Eine unterirdische, riesengroße, geheime Bibliothek voller ansonsten vergessener Bücher, ein Buchhändler und sein Sohn und noch dazu die Geschichte eben dieses einen speziellen Buches, das ist knapp zusammengefasst der Inhalt von “Der Schatten des Windes”.

Daniel, so heißt der Protagonist, ist der genannte Sohn und natürlich liest er gern. Er hat früh seine Mutter verloren und der Vater nimmt ihn mit in die geheime Bibliothek, wo er auf das schicksalhafte Buch trifft, das ihn in seine Fänge ziehen wird. Irgendwie ist das Ganze eine Mischung aus Realität (Beschreibungen von Barcelona und auch von historischen Begebenheiten) und Fantasy finde ich. Da gibt es Dinge, die gibts gar nicht… oder doch? Das ganze Buch über war ich hin- und hergerissen, ob ich mir nicht vielleicht eine ganz rationale Erklärung einfallen lassen kann, oder ob ich mich mit diesen Anteilen einfach abfinde und sie unter “blühende Phantasie” abhake. ;)

Jedenfalls ist das Buch sehr spannend und mitreißend, an vielen Stellen auch ganz schön gruselig (bin aber auch ein Weichei) und rührend. Hatte ehrlich gesagt an manchen Stellen Probleme, weiterzulesen, weil die Passage mich so gar nicht angesprochen hat, an anderen Stellen konnte ich das Buch dann aber absolut nicht weglegen und dann habe ich mal wieder bis tief in die Nacht mit beinahe zufallenden Augen gelesen…

Die Sprache muss ich noch erwähnen… auch, wenn es mir jetzt gerade schwer fällt, in Worte zu fassen, was ich meine. Manchmal gibt es diese Stellen, die einfach unglaublich malerisch sind, so auf den Punkt gebracht und einfach schön… leider fühlte es sich für mich auch hin und wieder ein wenig übertrieben an.
Jedenfalls hatte ich Bilder vor Augen und obwohl ich noch nie in Barcelona war, konnte ich die Stimmung aufnehmen und mir das alles vorstellen.

Hermann Hesse – Eigensinn macht Spaß

  • Februar 3, 2010 14:34

Über dieses kleine Büchlein habe ich irgendwo etwas gelesen und es mir dann zu Weihnachten gewünscht. Da es gewisse Menschen gibt, die bei solchen Titeln nicht widerstehen können (*ggg*), habe ich es prompt auch bekommen und mich gefreut. :)

Es ist eine Zusammenstellung aus verschiedenen Hesse-Texten, die sich alle thematisch um den Titel herumschlängeln, es gibt längere und kürzere Passagen, Gedichte und sogar handschriftliche Seiten dabei, also abwechslungsreich gestaltet das Ganze. Hin und wieder gibt es ein paar erklärende Worte zum Leben von Hermann Hesse und dazu, wie sich der Text in seinen Lebensweg einfügt.

Manche Passagen waren nicht so ganz mein Fall, dennoch ist das Fazit recht positiv. Es hat Spaß gemacht beim Lesen und mich auch manchmal zum Nachdenken gebracht. Interessant ist, dass Hesse scheinbar in das bürgerliche, geregelte Leben nicht hineinzupassen schien, er bricht vieles ab und sucht lange nach seinem Weg. Er möchte schreiben zum Lebensunterhalt, doch das kommt nicht wirklich besonders gut an… Was ordentliches lernen soll der Junge! Wie das eben immer so ist. ;)

Ein kleines Zitat zum Abschluss, denn über ein so kleines Büchlein mag ich keinen Riesentext schreiben:
“[…]das Recht zu schimpfen darf man einem Pessimisten nicht nehmen, weil es sein einziges und letztes ist.” ;)

Uwe Timm – Die Entdeckung der Currywurst

  • Januar 6, 2010 13:53

Worum es an und für sich geht, sagt ja schon der Titel des Buches: Wie wurde eigentlich die Currywurst erfunden?
Der Erzähler fragt die alte Lena Brücker danach, weil er sich aus seiner Kindheit noch an ihre Currywurst erinnern kann. Als Antwort bekommt er die halbe Lebensgeschichte dieser Frau, so gesehen stimmt also meine erste Aussage hier an und für sich nicht… ;)

Ein Kriegsschicksal kann man es nennen, was dort erzählt wird und es ist bewegend, obwohl oder vielleicht gerade weil man sich das als junger Mensch heute nicht mehr vorstellen kann. Selbst meine Großeltern haben den Krieg nicht so intensiv erlebt wie es hier geschildert wird, sie waren zu der Zeit noch Kinder… Dennoch war genau das die Realität damals.
Das klingt jetzt irgendwie wie “noch ein langweiliger Roman, der den zweiten Weltkrieg thematisiert *gähn*”, so ist es aber nicht. Ich zumindest habe so eine “Innensicht” noch nicht gelesen.
Lena Brücker bewegt sich teilweise am Rande der Legalität und überschreitet diesen auch mal großzügig und sie erzählt dem Erzähler, der wie der Leser hin und wieder befremdet reagiert, vom Schwarzhandel, von Denunzianten, vom Überleben und vom Sterben. Mir ging dabei mal wieder auf, wie unendlich interessant Lebensgeschichten sind. Solche Dinge haben sicher (bis auf die Erfindung der Currywurst vielleicht) sehr viele meiner Mitmenschen erlebt. Es muss ja nicht unbedingt ein Krieg sein, aber turbulent geht es in jedem Leben einmal zu. Wenn man die Menschen nur mal fragt und einfach zuhört, dann hat man oft das Gefühl, sich eigentlich in einem Buch zu befinden angesichts der Dinge, die sie erlebt haben.

Zurück zum Buch. :)
Die Sprache hat mich ab und an genervt. Ich bin da altmodisch, das habt ihr vielleicht schon bemerkt und bereits bei “Heißer Sommer” von Timm ging mir dieses abgehackte Schreiben auf den Keks. Ich weiß, das ist Absicht, das sagte ich da auch schon, dennoch finde ich es nicht schön. Außerdem kam es mir ab und an ganz schön aufgesetzt vor. Zum Beispiel: “Es war März, und der gnadenlose Paarungstrieb ließ die Amseln im Gebüsch aufeinanderspringen.” (dtv-Ausgabe S. 186). Was soll denn das? Fand ich total überflüssig und irritierend an der Stelle.
Das Ende hatte etwas Rührendes, hat mich aber doch irgendwie ein bisschen überrascht, weil ich mental noch richtig drin war in der ganzen Sache und mir dann etwas mehr vorgestellt und erhofft hatte.

Thomas Mann – Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

  • Januar 1, 2010 23:29

Ein lustiges Buch, wirklich!
Dieser Mensch – diese Figur und ihre wunderbar überzogene, Selbsteinschätzung, diese Art, ganz nebenbei, wie zufällig und herrlich ironisch das überproportionierte Selbstbewusstsein ans Licht zu bringen… Thomas Mann eben. Man merkt als Leser manchmal gar nicht, dass man auf den Arm genommen wird!

Ich versuche mal, die ganze Sache knapp zusammenzufassen: Felix Krull erzählt hier selbst aus seinem Leben. Er war ein “phantastisches Kind” und ehrlich gesagt zu dem Zeitpunkt schon absolut gaga… ;)
Jedenfalls ist er zu Höherem bestimmt, ganz sicher, denn er kann absolut alles und ist überdies noch ausgesprochen schön. Leider kommt ihm der Tod seines Vaters in die Quere, denn daraufhin verschlechtern sich die Verhältnisse in der Familie radikal und Felix muss los nach Paris und doch tatsächlich arbeiten! Natürlich verrichtet er all seine Arbeit auf grandiose Weise, einfach perfekt und umwerfend… Ich sollte mich zusammenreißen, muss schon wieder grinsen beim Schreiben!
Vielleicht verdeutlicht ein Zitat besser, was ich meine:
“Denn auf den ersten Blick, so versicherte sie, erkenne der Kundige, dass ich zum Liebesdienste geschaffen und ausgezeichnet sei, ja mir selbst und der Welt viel Lust und Freude bereiten würde, wenn ich einem so präzisen Berufe Folge leistete und mein Leben gänzlich auf diesem Grunde errichten würde.” (Fischer-Ausgabe S. 121)
Über einige Gaunereien und Umwege hin bringt es der Gute dann aber doch tatsächlich zu etwas… er schlüpft nämlich in die Rolle eines Marquis und macht eine Weltreise. Und auf der Welt gibt es jede Menge Gelegenheit, zu betonen, wie grandios man doch ist… und Damen zu beglücken. ;)

Twilight-Saga (Stephenie Meyer)

  • Dezember 3, 2009 15:32

Schonmal vorneweg: Ich weiß aaaah böse, populär, ein Hype und so weiter.

Ich wollte ja auch eigentlich gar nicht, schon allein, weil ich die deutschen Titel absolut dämlich finde. Aber dann kam Julia mit der gesamten Saga im englischen Original um die Ecke und da konnte ich nicht widerstehen.

Jetzt bin ich wirklich froh, dass ich die Bücher (alle vier ziemlich flott hintereinander) gelesen habe, denn sie sind wirklich einfach schön. Eine Liebesgeschichte, Spannung, ein klein wenig Mystik (oder wie man es nennen mag) und eine gehörige Prise Humor machen die Sache einfach zu einem Lesevergnügen. Man merkt den Büchern an, dass Stephenie Meyer sich nicht um die Konventionen schert, dass ihr egal ist, wie Vampire und andere Gestalten gefälligst zu sein haben und dass sie die Figuren genau so gestaltet hat, wie sie sie haben wollte. Es ist erfrischend zu lesen, gerade weil es so zwanglos daher kommt, auch, was den Schreibstil angeht.
Außerdem lässt mich die Geschichte an sich wirklich kaum los, so liebevoll gestaltete Figuren und ein Konflikt, der an mehreren Stellen einfach nicht lösbar erscheint. Am Ende fügt sich alles auf eine Weise zusammen, die man nicht erwartet, aber mir hat es Spaß gemacht.

Ich habe gehört, dass gerade der vierte Band auf sehr gemischte Meinungen gestoßen ist und er ist ja auch unkonventionell gestaltet, aber ich fand ihn gut. Meiner Meinung nach lag der “Durchhänger” der Serie beim zweiten Buch, das mich mit dem sich allzusehr wiederholenden Muster des starken Mannes (oder Monsters, wie man es eben sehen will) und der armen, schwachen Bella kurzzeitig genervt hat. Es zeigt sich aber sehr schnell, das gerade Bella alles andere als schwach ist und das hat mich versöhnt. :)

Trotzdem: Ich bleibe beim Englischen, die deutschen Bücher sind hässlich und diese Titel… Biss zum… *würg*

Die Filme habe ich mir dann natürlich auch angeschaut und… mhm. Also der erste ist ein wenig seltsam, vor allem in der Synchronisation. Auch hier ist das Original besser. Der zweite war super. Für mehr nackte Werwölfe! ;)

Aber mal ehrlich Leute: Edward wird als unmenschlich, überirdisch und unbeschreiblich schön umschrieben und dann Robert Pattinson??? *grusel*
Da hätten sie bessere Kandidaten finden können. Aber vielleicht bin ich auch einfach aus dem Alter raus. Gut gespielt hat er jedenfalls, abgesehen von dem leicht depperten Gesichtsausdruck, den er im ersten Film manchmal hat. Aber er kann ja nichts dafür… ;)

Jasper Fforde – Der Fall Jane Eyre

  • Oktober 21, 2009 20:40

Anfangs war es mit diesem Buch so eine Sache… Ich musste mich erst einmal hineinfinden, weil es einfach eine… nunja skurrile und teilweise ironische Welt ist, um die es geht.
Wenn man sich aber mal richtig eingelesen hat, gibt es unheimlich viel zu entdecken und vor allem zum Schmunzeln. Allein die Wahl der Namen hat mir mehrmals ein breites Grinsen entlockt und die zahlreichen Anspielungen auf Literatur…

Aber von vorn: Es geht darum, dass die Grenzen zwischen Literatur und Realität mehr und mehr verschwimmen. Es gibt eine Spezialeinheit der Polizei, die sich allein darum kümmert, Fälschungen zu entlarven und die Wahrheit über die Entstehung von berühmten Werken zu finden.
Protagonistin ist eine Agentin dieser Spezialeinheit, Thursday Next. Sie wird auf Umwegen in die Ermittlung um den “Ober-Bösewicht” Archeron Hades (da ist es wieder, das Grinsen), der zuerst einen Nebendarsteller aus einem Dickens-Roman und dann die Hauptfigur aus “Jane Eyre” entführt.

Teilweise war diese Jagd auf den scheinbar unverwundbaren Hades wirklich unheimlich spannend, teilweise war es einfach amüsant und an manchen Stellen musste ich nochmal zurückblättern, weil diese verworrenen Parallel-Dimensionen die Handlung rasant und auch kompliziert gemacht haben. Trotzdem hat es unheimlichen Spaß gemacht, das Buch zu lesen!

Trotz der vielen Anspielungen auf Weltliteratur war es für mich keine schwere Kost, denn es gibt eben die Handlung an der Oberfläche, die man leicht nachverfolgen kann und die man auch versteht, wenn man die zahlreichen Bücher, auf die angespielt wird, nicht gelesen hat.

Lustig fand ich, dass im Buch Jane Eyre umgeschrieben wurde und jetzt endlich einen befriedigenden Schluss hat. ;)