15 Feb

Ein Auto

Es zeichnet sich ein Muster ab. Der Künstler hat eine Vorliebe für knappe, prägnante Namen. Schließlich sprechen die Werke für sich.

Heute geht es um eine Zeichnung, die in EIn Autoihrer Schlichtheit beinahe schon Betroffenheit auslöst: Auf einem kleinformatigen Blatt (A6) wird der Betrachter mit einer Schonungslosigkeit, wie sie nur ein dicker, roter Filzstift vermitteln kann, mit dem “Auto” konfrontiert. Doch nicht nur die Wahl der Signalfarbe Rot ist hier erwähnenswert:

Konstruiert als kantiges Gefährt, dessen massiger Körper scheinbar kaum noch von seinen kleinen, sich hurtig drehenden Rädchen getragen werden kann, ist das “Auto” ein Albtraum für jeden Klimaaktivisten, scheint es doch das Paradebeispiel für den “Klimasünder SUV” zu sein. Als sei das für sich genommen nicht schon bedrückend genug, hat der Künstler nicht eines – nein, zwei Auspuffrohre angefügt, aus denen aggressiv gezackte Abgase selbst über das “Auto” hinweg strömen und sich ihren Weg bahnen – ja, gar den Himmel verdunkeln.

Darüber hinaus ist auch nur eine einzige Tür erkennbar, was leicht als Hinweis auf die vielen “Alleinfahrer” unter den Pendlern gedeutet weden kann und den Umweltaspekt dieses Werkes noch unterstreicht. Die Wirkung der “Lampen” spricht dieselbe Sprache: Sie stellen den dunkelsten Punkt der Zeichnung dar und verbreiten somit anstelle ihrer üblichen erhellenden Strahlen vielmehr Dunkelheit und Bedrohung und lösen so in Verbindung mit der Symbolwirkung der Farbgebung auch eine gewisse Alarmiertheit aus, die ohne Zweifel auf den oben genannten Umweltaspekt rückbezogen werden kann.

All diese Aussagen werden noch durch die isolierte Stellung des “Autos” betont: Kein Baum, keine Blume, keine Sonne oder Wolke, nicht einmal eine Straße ist erkennbar, so sehr hat sich dieser Umweltschädling in den Dokus gedrängt um mit seiner nimmermüden Dunst- und CO₂-Produktion alles andere auszulöschen.
Ein schauriges Bild, das mit diesem so einfach erscheinenden “Auto” hier gezeichnet wird, und es wirft obendrein auch nicht unbedingt das beste Licht auf die Menschheit, die all das zulässt.

09 Feb

Gewagt

Ich habe vor einer Weile etwas sehr gewagtes getan:

(hier dramatische Musik einfügen)

Ich habe meinem Sohn dieses Set MÄDCHENSOCKEN gekauft.

Mädchensocken

Woran ich erkannt habe, dass es sich um Mädchensocken handelt? Es stand drauf.

Die Alternative für Jungs bestand übrigens aus dunkelblauen und dunkelgrauen Socken, wahlweise uni oder mit einer Ölkanne drauf. Tse.

06 Feb

Eine Blume

Mit diesem Bild stelle ich heute eine neue Kategorie vor: Kunst vom Kind.

Das erste Kunstwerk in dieser Rubrik ist eine Skulptur.

“Eine Blume”
Mit großem Feingefühl wird hier die Vergänglichkeit der Natur zum Thema gemacht, ohne allerdings mit allzugroßem Pathos darauf hinzuweisen:
BlumeDer Titel steht dabei in deutlichem Kontrast zum Werk an sich, denn die “Blume”, wie die Skulptur genannt wird, besteht schlichtweg aus totem Material. Der Künstler kombiniert auf geschickte Weise das künstliche, für die moderne Wegwerfgesellschaft essenziell wichtige Plastik mit totem Holz und einer kleinen Menge Sand, die auf dieser Abbildung leider nicht zu erkennen ist.
Nichts an der Farbgebung dieser Blume erinnert an ihre im Freien wachsenden Verwandten, im Gegenteil ist der Gedanke an von Leben erfüllte Blumenbeete ob des ausdrücklich tristen Einsatzes von Braun- und Grautönen nahezu absurd.

Weiterhin betont die angedeutete Transparenz der “Blüte” die Zartheit des dargestellten Gegenstandes, während die dichte Patina aus sorgfältig zusammengestelltem Schmutz auf der “Blüte” sehr deutlich macht, wie in Zeiten der drohenden Klimakatastrophe mit solch fragilen Gebilden umgegangen wird.
Dieser Eindruck wird noch unterstützt durch die Knicke und Dellen in dem – wie sollte es anders sein – Plastiktopf, in dem die “Blume” steht. Hier wird klar: Wertschätzung hat dieses Objekt in seinem kurzen Leben noch nicht erfahren.

Auch die Auswahl des “Stengels” ist nicht ohne Symbolik, kommt hier doch ein von Menschenhand bearbeitetes, nämlich entrindetes und beschnitztes Stück Holz zum Einsatz, das viel von seiner Natürlichkeit eingebüßt hat und mit Schrammen und Kratzern versehen wurde, um auch hier eine gewisse Zerbrechlichkeit zu signalisieren.

Insgesamt wurde hier ein berührend einfaches und doch bedeutungsschweres Kunstwerk geschaffen, das an Aussagekraft noch gewinnt durch den Umstand, dass es wenige Tage nach seiner Entstehung vom Künstler selbst zerstört wurde, um daraus neue Kunstwerke zu schaffen. Wie die Natur in ständigem Wandel von Wachsen und Absterben begriffen ist, sind es also auch die feinfühlig eingesetzten Materialien dieses Künstlers, sodass für beide Fälle, also Natur und Kunst nur gelten kann, sie solange zu genießen, wie sie eben zur Verfügung stehen.

06 Feb

Spampoesie… mal wieder

Wenn in einem Spamkommentar mehrere Texte ineinandergewoben werden, entstehen ja manchmal lustige Sachen. Wie in meinem ersten Text über Spamkommentare kommen diese recht selten auf Deutsch bei mir an, aber wenn – meine Güte.

Ein besonderer jedenfalls hat mich amüsiert. Ich musste ihn kürzen, denn im Orignial war er wirklich sehr, sehr lang und stellenweise auch sehr… schlecht lesbar. ;)
Dennoch finde ich es beinahe poetisch in seinen Gedankensprüngen und der Wortwahl, mit Bierfischen und niedlichen Sträuchern… aber lest selbst.

Sieh um dich in der Natur, wohin du willst, und unter den Menschen, immer geht die Liebe mitder Erinnerung und das Laster mit Insekten vor, die ich hier aufzuzaehlen fuer ueberfluessig halte. Auf dieser stechen aber rothbraune, eckige Felder hast das Leben des Menschen imblitzschnellen Bild.

[…]

Namentlich als Bierfische werden die Barben in manchen Gegenden sehr geschaetzt, so dass man sie wegen ihrer verhaeltnismaessig geringen Vermehrungsfaehigkeit sogar schon kuenstlich zuzuechten versucht, Jeder, der da sitzen sollte, vor den Heiligthuemern aufstehe und ihnen seine Ehrfurcht bezeuge.
Vierzehn Tage lang musste die Gesandtschaft in Alio Amba zubringen,
dannwar die Erscheinung reine Beschaffenheit desWassers legt und deshalb hoch in den Gebirgsfluessen emporsteigt, wo dann Forellenbrut ihre Lieblingsnahrung bildet.

Ein aeusserst niedlicher Strauch ist Capparis offenbar daran, mich anders als durch Tatsachen von der Ungerechtigkeit meiner Forderung zu ueberzeugen. Ihm genuegt das Gegenwaertige vollkommen, und es glaubt sich voellig gerechtfertigt, Osoros (Prinzessinnen), von seiner Schoenheit geruehrt, sich hinter die Geistlichkeit steckten und durch deren Banndrohungen es vermochten, dass der der Blutrache Geweihte gegen einehohe Geldsumme freigegeben wurde.

[…]

Esist Tatsache, dass der Schlammbeisser wenigstens gegen elektrischeVeraenderungen in der Atmosphaere sich ueberaus empfindlich erweist undnamentlich ins Schwarze trifft,unzaehlige es wie ein Sternenhimmel umschreiben. Endlich was die Entstehungsweise der Faulbrut
von Strassenstaub betrifft, so muesste es denn sein, dass der Staub in solcher Masse in die Brutzellen dringt, moeglich vorbringen, nicht wie ein Plebejer, der sich erst zufrieden gibt, wenn er ein paar andre niedergebruellt hat.
[…]

02 Feb

Ups. Kein Kommentar.

Da hatte ich doch Anfang des Monats die neu aufgesetzte Kommentar-Challenge entdeckt und mir gleich gedacht, dass mehr Kommentare ja immer gut sind und ich da unbedingt mitmachen sollte. Und dann? Habe ich es über den Monat hinweg schlicht und einfach vergessen.

Nun sehe ich, dass Sebastian der Betreiber des Pal-Blogs seine Januarstatistiken veröffentlich hat und schäme mich sehr. Meine auf anderen Seiten abgegebenen Kommentare sind trotz des Enthusiasmus für die Idee gerade so eben zweistellig. :(
Für meine Verhältnisse ist das aber auch schon sehr viel, weil ich aus unterschiedlichen Gründen normalerweise extrem wenig kommentiere.
Einerseits machen manche Blogsysteme es extrem schwer, einen Kommentar zu hinterlassen, wenn man sich nicht noch bei 2 Millionen Betreibern anmelden will, andererseits ist es aber auch die Unsicherheit, denn wann immer man eine Meinung zum Werk eines anderen kundtut, macht man sich natürlich angreifbar. Und was, wenn ich mich missverständlich ausdrücke? Wenn der jenige das gar nicht lesen mag? Wenn es einmal geschrieben ist, gibt es ja kein Zurück. Was, wenn… Ihr wisst schon, was ich meine.
Andererseits: Einfach nur “Hey, ja super!” mag ich nicht schreiben – warum eigentlich nicht? Würde den Verfasser der Texte sicherlich auch freuen (mich freut es jedenfalls).

So bin ich also in einer Nicht-Kommentierschleife gefangen, und das, obwohl ich an und für sich Kommentare super finde. Nicht zuletzt, weil ich oft die Webseiten der Kommentierenden aufsuche, wenn ich einen spannenden Artikel lese – und so oft tolle Blogs finde. Außerdem habe ich auch schon über Kommentare, die ich selbst bekommen habe, lesenswerte Seiten gefunden.
Und ich freue mich wie Bolle wenn jemand kommentiert und meine Leser nicht mehr nur eine Zahl in der Statistik sind.

Also? Ich gelobe Besserung. Echt. Demnächst kommen meine Statistiken mit ins Monatsmofa.