20 Jul

Gitarrenständer für fünf Gitarren – ein Projekt (2)

Teil eins des Beitrags war ja hier.

So, und nun zur Entstehung… Erstmal eine Gesamtskizze:
(Copyright by H.F. Pohl und M. Pohl)

Nun aber Schritt für Schritt, zum nachbasteln. Als erstes die Teile zurechtsägen, und zwar einmal A, und dann je zweimal B, C und D. (Ein Klick auf die Bilder zeigt vergrößerte Ansichten.)
Ich habe 17 mm starkes Holz verwendet, und zwar “Vogel-Sitzbaumholz” für B bis D sowie Buche für A (ist etwas fester, biegt sich nicht so). Im Endeffekt kann sich aber wohl jeder (in gewissen Grenzen) sein Material selbst aussuchen. :)



Und jetzt das Zusammensetzen:
1. Die beiden Ds wie beschrieben auf der Innenseite mit Teppich beziehen. Je nach Werkzeuglage kann man sie noch abrunden, dann siehts besser aus.
2. die beiden Cs und die beiden Ds geschickt kombinieren. In meinem Falle sind dazwischen innen ungefähr 25 cm Luft. Von der Oberkante von C sind sie ca 1 cm entfernt. Gerade jetzt ist mir erst aufgefallen, dass ich die beiden Ds gar nicht schräg eingebaut habe, sondern ganz gerade. Da ich aber zu faul bin, die Grafik anzupassen und das eigentlich auch egal ist, bleibt das jetzt so. Macht, was ihr wollt. ;)
Muss ich erwähnen, dass das geeignete Mittel zum Kombinieren Schrauben sind? Das gilt für die anderen Verbindungen ebenso.
3. die beiden Bs anbringen. Dazu muss man sich zunächst entscheiden, wo nachher vorn sein soll. Hat man das festgelegt, schraubt man die beiden Bs an die Cs, und zwar anschließend an das nun hintere D, überlappen sollten sie sich zwecks Stabilität ungefähr 3 cm.
4. A oben auf den beiden Bs festschrauben. Möglichst in jeder Hinsicht mittig.
5. Die Innenseiten der Aussparungen in A mit Moosgummi oder ähnlichem verkleiden, damit es keine Kratzer gibt. Habe mir sagen lassen, dass bestimmte Lacke Moosgummi nicht so mögen bzw. die Farbe annehmen, also nachschauen, ob es da Probleme gibt. Im Zweifelsfall geht sicherlich auch ein kleines Stoffpolster.

Die Gesamthöhe des Gitarrenständers beträgt bei mir ca. 74 cm, ergibt sich aus der Höhe der Füße und der Überlappung von B und C… passt aber wunderbar, alle Hälse gucken wie auf dem Bild erkennbar, oben raus.

So, das wäre es dann, das gute Stück sollte fertig sein. Falls meine Anleitung an irgend einer Stelle zu kryptisch sein sollte, bitte ich das zu entschuldigen… wir sind ja hier nicht bei IKEA!
Mal im Ernst: Wenn ihr es nicht versteht, meldet euch, dann versuche ich, die Erklärung besser zu formulieren oder vielleicht noch ein Bild einzufügen. Man muss sich an keiner Stelle exakt an die Maße oder so halten, ein paar mm mehr oder weniger schaden sicher nicht. Ich kann euch nur sagen, dass es mit diesen Maßen auf diese Weise bei mir geklappt hat und dass mein Mann dem Gerät auch tatsächlich seine Gitarren anvertraut, was schon etwas heißen will… ;)
Ansonsten viel Spaß beim Nachbauen… falls ihr es wirklich tut: ICH WILL BILDER!

 

Nachtrag:

Frankje hat mir ein Bild von seinem Exemplar geschickt!

19 Jul

Gitarrenständer für fünf Gitarren – ein Projekt (1)

Für dieses Projekt muss ich ein wenig ausholen:
Viele Menschen sind ja bis heute irgendwie Jäger und Sammler. Nur jagen und sammeln sie eben heutzutage nicht mehr Mammuts und anderes Futter, sondern… andere Dinge. ;)
Wer auch immer mal mit einem gitarrespielenden Menschen zusammengewohnt hat, weiß, dass man schnell über so ein Instrument stolpert. Und bei den meisten dieser Menschen ist das nicht so gern gesehen. Und: Je lieber so ein Mensch Gitarre spielt, desto mehr braucht er davon. Mindestens eine akustische und eine elektrische… Hier kommt dann wieder das oben genannte Jagen (bei Ebay zum Beispiel) und Sammeln ins Spiel.
… und so kam es, dass ich nun mein Wohnzimmer nicht nur mit dem gitarrespielenden Mann, unserem Kind sowie Hund und Katze, sondern auch mit drei E-Gitarren, einer Akustikgitarre und einem E-Bass teile (von dem riesigen Amp will ich jetzt hier nicht reden… da bin ich selbst Schuld. ;) ). Der Bass, das gebe ich zu, ist meiner (er heißt Dean und ich vernachlässige ihn chronisch). Trotzdem will der irgendwo wohnen, also brauchten wir ein Zuhause für fünf Gitarren unterschiedlicher Art.
Somit sind wir auch, nachdem ich quasi bei der Steinzeit angefangen habe, tatsächlich zum Punkt gekommen: Ich habe einen Gitarrenständer gebaut, in den fünf Gitarren hineinpassen und der nicht so viel Platz weg nimmt wie fünf einzelne. Und da das Ding sogar vom Gitarrenbaumeister unseres Vertrauens für gut befunden wurde, bin ich tatsächlich ein wenig stolz darauf und habe beschlossen, es euch zu zeigen. :)

Hier gibt es erstmal ein großes Vorher, nämlich die erste Skizze, die ich gemacht und auf der ich eine Weile herumgemalt habe, um die beste Lösung zu finden. Gut bei solchen Sachen ist es, wenn man wie ich einen Tischler in der Familie (und im Haus) hat, der zum einen immer Holz auf Lager und zum anderen die notwendigen Werkzeuge da hat. Allerdings glaube ich, dass man das auch ohne einen solchen schafft, nur vielleicht nicht so elegant und auch nicht so schnell. ;)

Daraus muss man noch nicht schlau werden, es soll nur erstmal die Gedankengänge zeigen. Die Maße stimmen nicht wirklich, das hat sich beim Bauen alles etwas anders ergeben… :)

Ein nachher-Foto gibt es jetzt auch schon, schließlich steht das Ding seit Vatertag voll beladen hier herum. :)
Zwischendurch hat sogar schonmal eine Laute (auf der Durchreise) Platz darin gefunden – ist also gut geräumig. Habe darauf geachtet, dass genug Platz zwischen den Gitarren ist, einerseits, damit sie nicht aneinanderdutzen, andererseits aber auch, weil ich nicht weiß, was noch kommt… ;)

(Auf dem Bild auch zu sehen: Teil einer anderen Sammlung – Spielekonsolen. Das Kabel gehört zur Babyphone-Ladestation. Den Gitarrenständer kann man nämlich praktischerweise auch noch als Ablage für Kleinkram verwenden. ;) )