John Steinbeck: Die Reise mit Charley. Auf der Suche nach Amerika

  • Mai 19, 2012 12:23

Auf dieses Buch bin ich durch meine Schwiegermutter aufmerksam geworden, die es wiederum hauptsächlich wegen des Pudels entdeckte und so… Nunja, so habe ich es auch gelesen. Zum Glück! :)

Grundsätzlich geht es dabei nicht so sehr nur um den Pudel Charley, wie es jetzt scheinen mag, er ist nur eben dabei, wenn John Steinbeck aufbricht, um mit einem Wohnmobilaufsatz auf seinem Pick Up einmal rund um Amerika zu reisen. Er schaut sich mit ihm das Land an, macht zwischendurch immer mal wieder Fft und führt (von seiner Seite) stumme, aber offenbar oft recht lebhafte und erkenntnisreiche Diskussionen mit seinem Herrchen. Szenen also, die wohl jeder Hundebesitzer kennt. ;)

Was aber an diesem Buch am meisten auffällt, ist, wie scharf John Steinbeck seine Mitmenschen beobachtet und wie pointiert und klug er reflektiert und kommentiert, was er sieht. Er bereist das Land, ohne voreingenommen zu sein und ist so offen für allerlei Beobachtungen und Erkenntnisse, die mir persönlich als jemand, der Amerika noch nie persönlich gesehen hat, ein sehr vielfältiges und facettenreiches Bild des Landes zeichnen. Auch grundsätzliche Überlegungen zum Wesen der Menschen und zu Alltäglichkeiten kommen hinzu – alles auch noch schön geschrieben – was will man mehr? Stoff zum Nachdenken wird geliefert, es sind Szenen zum Lachen, welche zum besorgt sein und auch traurige und schreckliche dabei, also 292 sehr volle Seiten.
Ein Beispielzitat gefällig? Okay. Eines, das meiner Meinung nach gut zeigt, wie er an sich unwichtig erscheinende Elemente des Alltags beobachtet und kommentiert und das mich zum Lachen gebracht hat:

Irgendwie hat die Jägerei mit Männlichkeit zu tun, aber ich weiß nicht genau, wie.

(dummerweise habe ich mir die Seitenzahl nicht notiert. Mist. Meine Ausgabe ist aber unten verlinkt, wer also nachlesen möchte…)

John Steinbecks Reise zu begleiten, hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber interessanterweise nicht, wie andere Reiseberichte, das Bedürfnis geweckt, ebenfalls loszuziehen. Vielleicht, weil es bei dieser Reise hauptsächlich um die inneren Erkenntnisse geht und weil ich das Gefühl habe, die auch hier erlangen zu können – am Schreibtisch vor meinem Computer, wenn ich mit Jakob unsere kleine Welt endecke oder auch auf dem Sofa mit einem guten Buch.
Man muss nur, egal, wo man ist und was man tut, die Augen (und Herzen, wie man so schön sagt) offen halten würde ich sagen.

Dieses Buch ist wieder mal eins, das ich jedem ans Herz legen kann. Auch, wenn man keinen Pudel hat! ;)
Außerdem werde ich mir mehr von Steinbeck besorgen müssen… Tja, Bücher kaufen. Man kommt nicht darum herum. Seufz.

Bücherfragebogen, Frage 20 bis 25

  • Mai 11, 2012 00:49

20. Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Das beste aus heutiger oder aus damaliger Sicht?
Aus heutiger Sicht würde ich Goethes Werther nennen, weil ich den mittlerweile schon des Öfteren gelesen habe und ihn immer noch besser finde. Immer wieder treffen Sätze mich aufs neue und ich schreibe mir Zitate heraus, die mir bis dahin nicht aufgefallen sind.
Aus damaliger Sicht zu überlegen ist etwas schwieriger… wenn ich jetzt das nehme, an das ich mich neun Jahre nach dem Abitur noch am besten erinnere, dann ist das ein englisches Buch mit dem Titel The Coming Of Age. Den Autor weiß ich nicht mehr (und ich bin zu faul zu suchen, das Buch steht im Regal auf 2,5m Höhe), aber damals hat es mich sehr berührt, weil es vom Erwachsenwerden handelte und somit genau das getroffen hat, womit ich mich auch herumschlagen musste: Die Schule geht zu Ende und man macht einen großen Schritt ins “wahre Leben”, der einem gehörige Angst einjagen kann.

21. Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Auch hier kann ich den Werther nennen, den fand ich nämlich damals total belämmert. Ständig muss der Kerl heulen und herumjammern, anstatt sich mal wirklich zu bemühen um seine Lotte… Hatte ich einfach keinen Sinn für mit 17. ;)
Ebenfalls genervt hat mich als Schülerin Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame. Dieses Buch fand ich so furchtbar, dass ich immer noch Probleme habe, unbelastet an ein Buch von Dürrenmatt heranzugehen, obwohl ich seine Qualitäten heute sehr wohl zu schätzen weiß. Ich glaube, das war damals eine Art Trauma… Es muss die 8. oder 9. Klasse gewesen sein und keiner von uns Schülern konnte die Begeisterung der Lehrerin verstehen, für uns war es einfach nur albern, dass der Ort Güllen heißt und die Namen der Personen so eigenartig vielsagend sind!

22. Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat
Thomas Manns Joseph und seine Brüder: 1354 Seiten.

23. Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat
Keine Ahnung… beim Drüberschauen fallen mir einige sehr dünne Hamburger Lesehefte auf, bin aber zu faul, bei allen die Seiten zu zählen. Ansonten noch Latein-Lektüren, die sind auch sehr dünn…

24. Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast
Das ist eine peinliche Frage! Seltsamerweise ist es mir peinlich, obwohl ich eigentlich vor hatte, dazu zu stehen, dass ich mir manchmal auch von blöden Bücher eine Meinung bilden will… egal, Augen zu und durch: Ich habe das erste Buch von Dieter Bohlen gelesen (Titel hab ich vergessen.) Hätte ich mir auch sparen können.

25. Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt
Ähm. Winnie Pooh?

Bücherfragebogen, Frage 16 bis 19

  • Mai 3, 2012 22:03

16. Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
Puh, von rechts gesehen hat mein Regal 6 Fächer, in denen jeweils das neunte Buch folgendes ist (von oben):
Reclams kleines Wörterbuch der Architektur (fürs Studium angeschafft)
Thomas Manns Lotte in Weimar (verdammt, das muss ich unbedingt bald lesen)
Deutsche Literaturgeschichte 3 (auch fürs Studium)
Henning Mankells Mörder ohne Gesicht
Kleines Mittelhochdeutsches Wörterbuch (jaja, ebenfalls…)
Band 17 meines Kindler Literaturlexikons.
Stelle fest, dass das rechte meiner Regale viele Bücher enthält, die ich mal für die Uni gekauft habe. In den anderen steht mehr “Spaßliteratur”, wobei die Übergänge hier irgendwie fließend sind. ;)

17. Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
Dafür stelle ich mich jetzt vor das größte Regal, das steht nämlich in der Mitte und war weder bei der von rechts- noch bei der von links-Frage mal dran: Charlotte Brontë: Jane Eyre. Tolles Buch übrigens, habe hier darüber geschrieben. :)

18. Das Buch mit dem schönsten Cover, das du besitzt
Puh, das ist echt schwer… ich würde sagen, das ist das Labyrinth der träumenden Bücher von Walter Moers. Sehr nahe dran ist aber ein Buch über einen meiner Lieblingsmaler Jacques-Louis David (es heißt “From Empire To Exile”), denn da ist vorn der den St. Bernhard hinaufstürmende Napoleon drauf und das ist einfach ein grandioses Bild. :)

19. Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest
Thomas Manns Doktor Faustus. Habe auch schon ein paarmal angefangen, aber irgendwie nie die Ruhe gehabt, es zu Ende zu lesen.
Für die Romane von Thomas Mann braucht man irgendwie die richtige Stimmung, um sie wirklich genießen zu können, denn sonst hat man einfach nicht wirklich was davon.
Überhaupt ist Lesen bei mir sehr stark stimmungsabhängig, weshalb es immer wichtig ist, einen ausreichend großen SuB zu haben, damit auch wirklich immer das richtige Buch für die aktuelle Stimmung dabei ist, sonst kann meine Laune auch mal ganz schnell im Keller sein. ;)
Zum Glück ist die Auswahl im Moment recht groß…

Orhan Pamuk: Die weiße Festung

  • April 14, 2012 23:10

Dieses Buch hat eine Rahmenhandlung, in den der Rest eingebettet ist: Der Erzähler gibt nämlich an, diese Geschichte in einem kleinen Büchlein gefunden zu haben. Angeblich hat sie ihn dermaßen gefesselt, dass er sie immer wieder gelesen hat und sie schließlich auch publizierte (obwohl scheinbar keiner seiner Mitmenschen seine Begeisterung so wirklich teilen wollte… ;) ).

In der Geschichte selbst geht es um einen jungen Venezianer, der als Sklave bei einem türkischen Hodscha (=Lehrer oder Religionslehrer) landet. Die Beiden ähneln sich optisch von Anfang an, doch der Kern ist eigentlich, dass sie sich weiter aufeinander zu entwickeln. Da der (namenlos bleibende) Venezianer wissenschaftliche Bildung besitzt, kann dem Hodscha sehr viel beibringen und so arbeiten sie zusammen, später sogar für den Schah.
Der Hodscha ist nahezu besessen davon, herauszufinden, was jeden einzelnen Menschen ausmacht – besonders aber davon, herauszufinden, wo der große, markante Unterschied zwischen “uns” (Muslimen) und “ihnen” (der westlichen Welt, den Christen), wie er es sagt, liegt. Er denkt sehr viel darüber nach und die Tatsache, dass sein venezianischer Sklave Christ ist und auch bleiben möchte, soll ihm dabei helfen, eine Lösung zu finden.
Allein schon der Umstand, dass sich Hodscha und Sklave so sehr ähneln und sich immer ähnlicher werden, weist schon darauf hin, dass dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Als der Hodscha auf einem Kriegszug, der bis ins heutige Polen geht, brutal versucht, den Gefangenen ihre Sünden zu entlocken und dabei erwartet, dass diese sich grundlegend von den “ihren” unterscheiden, geht ihm langsam ein Licht auf und er wird wütend. Sein ganzes Leben schon überlegt er und forscht und nun…
Deutlicher am Schluss dieses Buches lässt sich meiner Meinung nach wohl kaum zeigen, wie es um diesen Unterschied bestellt ist… Das verrate ich aber jetzt hier nicht.
Ein Zitat zeigt sehr markant, was dieses Buch (das oft auch als politische Parabel bezeichnet wird) ausmacht und ist mir besonders im Kopf hängen geblieben. Es findet sich gegen Ende (in der Hauser-Ausgabe auf Seite 201) und gehört zu dem oben genannten Kriegszug:

“Mußte einer unbedingt Padischah sein, um begreifen zu können, daß die Menschen im Grunde genommen überall auf der Welt, unter jedem Wind und Wetter einander glichen?”

Wie schon beim ersten Buch von Orhan Pamuk, das ich gelesen habe (Schnee), hatte ich das Gefühl, einen Einblick in eine fremde Welt zu bekommen und dazuzulernen, meinen Horizont zu erweitern. Bei Die weiße Festung kommt noch hinzu, dass es sich wirklich beinahe wie ein Märchen liest. Die Sprache ist poetisch und schön, obgleich sich an einigen Stellen unendliche Details finden, die mich ein wenig gelangweilt haben. Andererseits sind genau diese Passagen auch die Stärke dieses Buches, denn genau hier zeigen sich diese Alltäglichkeiten der Lebenswirklichkeit der Figuren, die sich so unterscheiden von den heutigen bzw. unseren. Beispielsweise überredet der Venezianer den Hodscha dazu, sich einen Tisch anfertigen zu lassen, an dem sie nun beide sitzen und schreiben können und dieses an sich unwichtige Element taucht immer wieder auf, da die Nachbarn es unglaublich finden, dass jemand diese westlichen Gepflogenheiten annimmmt anstatt wie ein ordentlicher Mensch auf dem Boden zu sitzen.
Ein weiterer Aspekt ist das Auftreten der Pest. Hier wird ellenlang geschildert, was der Venezianer sich ausdenkt, um die Pest einzudämmen, während immer und immer wieder betont wird, dass einige der Istanbuler Bürger alle Maßnahmen gegen die Pest als Auflehnen gegen Allah empfinden und somit als Sünde (was aber keinesfalls im Stile von “argh, sind die doof” beschrieben ist, sondern eben einfach als Unterschied herausgearbeitet wird).
Stellenweise wird dann auch langatmig erzählt, wie der Venezianer rechnet und Karten der Stadt zeichnet und grübelt, aber am Ende schafft er es ja doch und die Pest verschwindet weitestgehend aus der Stadt. Das zeigt sehr gut, wie mühsam es gewesen sein muss, mit diesen spärlichen Erkenntnissen, die damals vorlagen, Krankheiten zu vermeiden oder auszurotten. Wenn ich an die allwinterliche furchtbarschreckliche Grippe denke, die mit immer neuen Tiernamen daherkommt, ist das an manchen Stellen auch heute noch so, auch, wenn wir Menschen gern glauben, alles im Griff zu haben, doch das ist ein anderes Thema…

Kurzfazit zum Buch: Auf jeden Fall lesenswert, erweitert den Horizont und schenkt neue Blickwinkel. Und macht Spaß. :)

Jane Austen: Die Watsons

  • April 10, 2012 23:39

Dieses Buch ist eines der Fragmente, die Jane Austen bei ihrem frühen Tod hinterlassen hat. Meine Ausgabe von dtv trägt den Untertitel “Ein anonym vollendeter Roman” und enthält auch ein kleines Nachwort, das die Entstehungsgeschichte und auch die große Nähe des Romans zu Austens eigenem Leben erzählt.
Dass die Geschichte nicht von Jane Austen selbst zu Ende erzählt worden ist, merkt man ihr auch an. Irgendwann bleiben der wunderbare Wortwitz und die Bissigkeit auf der Strecke, was nicht heißt, dass das Buch schlecht wäre, es ist eben nur anders.

Inhaltlich kann man es wohl am besten mit “Ein Austen-Buch” zusammenfassen. Mal wieder heißt die Protagonistin Emma und mal wieder heiratet sie am Ende… achso, und mal wieder gibt es reichlich Missverständnisse und Probleme zwischendurch, die die Heirat hinauszögern und den Protagonisten das Leben schwer machen. Auch die fiesen Verwandten dürfen nicht fehlen, ebenso wie ein alter Vater.

Ich habe mich ja schon mehrfach dazu bekannt, ein Austen-Fan zu sein. Irgendwie mag ich diese Geschichten, die so unspektakulär aber niemals langweilig daherkommen. Immer gilt es, mitzufiebern und Partei zu ergreifen für die Emmas und Elisabeths, die benachteiligt und rüde behandelt werden, dabei aber immer ihre eigene Meinung und ihre klare Linie beibehalten.
Die Emma in diesem Buch ist eine sehr, sehr benachteiligte junge Frau. So schlimm ist keine der Protagonistinnen gestraft worden: Aufgewachsen bei einem wohlhabenden Onkel ist sie ihren leiblichen Geschwistern fremd geworden, führte aber ein geregeltes und bildungsreiches Leben. Allerdings muss sie nach des Onkels Tod zurück zu ihrem alten Vater und ihren Schwestern, wo sie sich natürlich fremd fühlt.
Durch ihr liebenswertes Wesen und ihre Schönheit macht sie aber recht bald einige junge Männer auf sich aufmerksam und so… nunja, nimmt die Geschichte ihren Lauf. :)

Das Ende hat in meinen Augen ein wenig den positiven Gesamteindruck des Buches angekratzt, denn es ist nicht so hintergründig und liebevoll konstruiert wie es bei Jane Austens “ganz eigenen” Geschichten er Fall ist. Trotzdem eine schöne Geschichte und auf jeden Fall lesenswert.

Jonas Jonasson: Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

  • April 8, 2012 20:33

Dieses Buch war ein absoluter Spontankauf, es hat mich in der Buchhandlung angesprochen, ohne, dass ich von Buch oder Autor jemals zuvor etwas gehört hatte. Vielleicht war es der Elefant auf dem Coverbild… ;)
Erst im Nachhinein fiel mir auf, dass es ganz oben auf Bestsellerlisten steht und sich offenbar großer Beliebtheit erfreut.

Worum es geht, sagt ja schon der Titel: Ein hundertjähriger Mann steigt aus dem Fenster und verschwindet. Der Mann heißt Allan Karsson und er hat überhaupt keine Lust, seinen hundertsten Geburtstag im Altersheim zu feiern, also macht er sich aus dem Staub. Am Bahnhof stiehlt er mehr oder weniger aus Versehen einem jungen, ungehobelten Mann seinen Koffer (dessen Inhalt für den Verlauf des Buches noch sehr wichtig werden wird) und lernt einen siebzigjährigen Gewohnheitsdieb kennen, mit dem er sich auf Anhieb gut versteht.
Daraufhin geraten die beiden Alten in die unmöglichsten Verstrickungen, lernen Gleichgesinnte und einen Elefanten kennen und erleben allerhand Abenteuer, die so skurril, dabei humorvoll und großartig auf den Punkt gebracht geschrieben sind, dass sie doch ein wenig an Arto Paasilinna (der auch kurz in einem Nebensatz angesprochen wird) erinnern. Nebenbei wird in abwechselnd eingestreuten Kapiteln auch noch die schier unglaubliche Lebensgeschichte von Allan erzählt – hier nimmt die Geschichte sogar pikareske Züge an.

Dem Buch vorangestellt ist eine Anekdote, die vom Großvater des Autors, der in wunderbar plattem Plattdeutsch sinngemäß in etwa folgendes sagt: “Wenn einer immer nur die Wahrheit sagt, ist er es nicht wert, dass man ihm zuhört.”
Diese Worte zusammen mit den unglaublichen Dingen, die der hundertjährige Allan in seinem Leben angeblich erlebt haben soll, erwecken an einigen Stellen den Eindruck, der Gute habe nur hochgestapelt und in seinem behaglichen Hüttchen in Schweden sein Leben lang nichts anderes getan, als Schnaps zu trinken und sich die tollsten Erlebnisse auszudenken.
Dementsprechend überraschend kommt dann das Ende, das einige dieser Handlungsstränge zusammenknüpft, doch da man zu dem Zeitpunkt bereits weiß, wie überzeugend Allan erzählen und auch flunkern kann, erklärt das eigentlich auch nichts… mir persönlich war es an dem Zeitpunkt allerdings auch egal, was von alldem stimmt und was nicht, das Buch hat mir einfach Spaß gemacht.
Ein typisch skandinavisches Buch, bei dem die Grenzen zwischen Realität und “Wahrheit” verschwimmen und es darauf auch gar nicht wirklich ankommt. Jonasson erzählt nämlich auf eine wunderbare Weise die unheimlich lebensfrohe Geschichte von einem Hundertjährigen, der gar nicht daran denkt, sich zu benehmen wie ein alter Mann und brav in seinem Altersheim sitzen zu bleiben.
So zeigt sich aber auch, dass in der richtigen Gesellschaft, in der die Freunde zwar Rücksicht auf die Gebrechen des Alten nehmen, ihn ansonsten aber ganz normal behandeln, Alter einfach keine Rolle spielt und irgendwie ist das eine Botschaft, die mir gefällt (auch wenn sie nicht weltbewegend neu ist…). Alte Menschen haben eben sehr viel zu bieten, haben sehr viel erlebt und viele Erfahrungen gesammelt – eine vernünftige Gesellschaft verzichtet nicht auf all das, sondern gibt jedem die Möglichkeit, sich seinen Fähigkeiten entsprechend einzubringen.
Wie komme ich von einem so vergnüglichen Buch auf ein so ernstes Thema? Egal.
Mein persönliches Fazit: Tolles Buch, unbedingt lesen!

Denglisch, Kanaksprak und Petitmäterei

  • März 21, 2012 14:27

Heute mal – aus aktuellem Anlass – ein paar Gedanken zu Sprache:

Wenn man einen Text liest, in dem sich der Autor wortreich darüber aufregt, dass die “Jugend von heute” überhaupt nicht mehr richtig sprechen kann, dass viel zu viele ausländische Wörter in die deutsche Sprache einwandern und dass irgendwann Deutsch gar nicht mehr existieren wird, glaubt man, sicher sein zu können, dass dieser Text in den letzten zehn bis zwanzig Jahren entstanden sein muss.
Ich selbst kann mich sogar noch daran erinnern, dass meine Großeltern sich über meine “Comicsprache” aufgeregt haben, wenn ich als Teenager zu meinem Onkel “grins” sagte oder “schnüff” oder ähnliches. Wie soll das Kind jemals richtig sprechen lernen, wenn sie so anfängt?
Nun, ich habe es gelernt und möchte behaupten, der deutschen Sprache mächtig zu sein. Nicht perfekt natürlich. Habe zum Beispiel immer wieder Probleme mit dem Wort Rhythmus und der Frage, wie viele “h” an welchen Stellen angebracht sind.
Moooment mal. Deutsche Sprache? Rhythmus? Genau genommen ist das kein deutsches Wort ein Wort, das keine deutschen Wurzeln hat. Es ist auf dem Umweg des Lateinischen eigentlich aus dem Griechischen in die deutsche Sprache eingewandert… aber das möchte mancher heute vielleicht nicht so gern hören, die Sache mit den Griechen ist ja im Moment nicht so einfach…

Was ich eigentlich damit sagen will: Zu allen Zeiten (zu denen es so etwas wie eine deutsche Sprache gab) sind Wörter aus anderen Sprachen ins Deutsche übernommen worden. Manchmal, weil es kein passendes Wort gab, manchmal weil einfach neue Dinge entstanden sind oder aus anderen Ländern zu uns kamen – brauchten wir ein Wort für Pizza, bevor wir dieses Gericht kannten?
Bei einigen fällt es auf den ersten Blick auf. Rhythmus als Beispiel habe ich ja schon genannt. Dass das Wort “Fjord” nicht unbedingt deutschen Ursprungs ist oder etwa die “Boutique” kann man ja schon aus der Schreibweise und der Aussprache erschließen.
Manchen Wörtern merkt man es aber gar nicht wirklich an. Eines davon haben wir zum Beispiel tagtäglich in der Hand (die meisten von uns zumindest): Die Tasse. Das Wort stammt aus dem Persischen und hat noch einen Abstecher ins Arabische gemacht, bevor es im 16. Jahrhundert etwas abgewandelt ins Deutsche fand. Wir haben uns alle so sehr daran gewöhnt und mögen es, vielleicht auch, weil wir es mit köstlichem Kaffee oder wohlschmeckendem Tee assoziieren. ;)

Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, meine Überschrift näher zu erläutern: Die ersten beiden Worte kennen sicherlich heutzutage fast alle Menschen, denn sie sind in den Medien sehr präsent und werden meistens mit Kritik verbunden. Kritik daran, dass – unnötigerweise, wie die Schreiber finden – englische oder eben türkische/russische Wörter ins Deutsche eingebaut werden, hauptsächlich von jungen Leuten, aber auch in bestimmten Berufsgruppen. Es gibt wunderbare Listen mit oftmals ausgedachten Bedeutungen und Umschreibungen, so bezeichnet Facility Management angeblich nichts weiter als den Beruf des Hausmeisters, was ich nach Lektüre dieses nicht eben kurzen Artikels grob irreführend finde. Dann werden noch Sätze zitiert, die das Wort “Yalla” enthalten und angeblich von Jugendlichen gesagt wurden, wobei einige davon erfahrungsgemäß so krude und abwegig daherkommen, dass die Jugendlichen sich sehr darüber wundern, wie sie angeblich sprechen…
Alles in allem wird also oft so getan, als sei das Deutsche dabei, zwischen all den Sprachen, die von außen auf es einströmen, unterzugehen und vergessen zu werden.
Nun können wir dann auch zum dritten Begriff der Überschrift kommen und damit den Bogen schlagen zu dem sprachmeckernden Text, auf den ich zu Beginn dieses kleinen Stücks hier anspielte. Ein solcher muss nämlich keinesfalls aus der näheren Vergangeheit stammen, wie schon die Begriffserklärung zeigen wird:
Der Begriff der Petitmäterei wurde nämlich bereits im 18. Jahrhundert gebraucht und war dort ebenso vorwurfsvoll gemeint wie der des Denglischen heute. Nur ging es dort um Entlehnungen aus einer anderen Sprache, nämlich dem Französischen. Wer damals gebildet wirken und “jemand sein” wollte, der bemühte sich, möglichst viele französische Floskeln in seine Sätze einzubauen. Das erinnert doch schon sehr an gewisse “Business-People”, die in Meetings gehen, Hearings veranstalten oder ihr Team coachen, oder? ;)
Heute finden wir das Französische gar nicht mehr so bedrohlich und möchten Wörter, die wir daraus entlehnt haben, nicht mehr missen: Adresse, Balkon, Charme, Sauce, und schon gar nicht die Toilette. (Wer mehr mag, schaue bitte hier nach)

Umgekehrt lässt sich übrigens auch feststellen, dass die deutsche Sprache Einfluss auf andere Sprachen hat. Ich war jedenfalls einigermaßen überrascht, als in einer meiner Lieblingsserien eine Figur plötzlich (in der englischen Fassung) sagte “This is totally verboten!” Oder als ich in einem Artikel über die Rocky Mountains über das dortige “Alpenglow” las…
Die Amerikaner haben offenbar eine Schwäche für deutsche Wörter, sollte Deutsch also hier bei uns aussterben, konservieren sie dort sicher einiges für uns und wir können es dann auftauen, wenn uns das Denglische zu uncool wird.
Es gibt noch weitere Beispiele in anderen Sprachen, aber ich nenne nur noch zwei, die mir aufgefallen sind: Das Wort “Kindergarten” wird in vielen Sprachen verwendet und die Japaner haben das Wort “Arbeit” in ihre Sprache übernommen. Sie haben es allerdings ein wenig angepasst und “Arubeito” daraus gemacht. :)

Was kann man nun als Fazit ziehen aus all diesen Überlegungen?
Soll man aufhören, die deutsche Sprache bewahren zu wollen und unreflektiert Anglizismen übernehmen oder soll man strikt versuchen, die deutschen Worte zu verwenden, um zu vermeiden, dass unsere Sprache sich in Luft auflöst?
Zunächst einmal glaube ich persönlich nicht an ein in Luft auflösen, aber das sei nur mal nebenbei bemerkt.
Ich sehe das ganze ein wenig… nunja, globaler. Ich glaube nämlich, dass beide Seiten notwendig sind innerhalb einer Sprachgemeinschaft, damit die gesunde Balance erhalten wird. Diejenigen, die lieber im Weltnetz unterwegs sind (dieser Begriff hat für mich allerdings einen unangenehmen Beigeschmack), anstatt im Internet zu surfen, sind ebenso notwendig wie die oben genannten Business-People und die coolen Kids, die sich gegenseitig zurufen “Ey, chillt doch mal!”.
Man könnte es als großes Tauziehen um Sprache bezeichnen und es ist meiner Meinung nach ein ganz normaler Bestandteil des Sprachwandels, wie es ihn wohl schon immer gab. Wenn eine Seite nun zu ziehen aufhören würde, wäre die gesunde Entwicklung der Sprache gestört – die andere Seite landete dann wohl im Matsch, um beim Bild des Tauziehens zu bleiben. Einige deutsche Wörter sind einfach zu schön und zu treffend, um durch anderssprachige ersetzt zu werden, während andere so dämlich klingen, dass es gar nicht schlecht ist, wenn wir uns hier von anderen Sprachen inspirieren lassen. Für manche Dinge gibt es noch kein Wort im Deutschen, dafür hat eine andere Sprache ein sehr schönes – warum also nicht dort “klauen”, das Wort für unsere Sprache ein wenig “zurechtschnitzen” und es ganz normal verwenden? Wer möchte schon “langes, dünnes Weißbrot” anstelle von “Baguette” sagen, wer mag “etwas vergorene Milch” anstelle von “Joghurt” essen oder eine “tragbare Rechenmaschine mit Bildschirm und Eingabemögichkeit” anstelle von “Laptop” mit sich herumtragen? Ich nicht.
Trotzdem ist es gut und wichtig, dass es Sprachpfleger und auch -nörgler gibt – Menschen, die sich Gedanken machen darum, was wie in die deutsche Sprache einfließt. Sie werden den Prozess des Sprachwandels nicht aufhalten können, aber sie sorgen dafür, dass er hin und wieder reflektiert wird – was nicht schaden kann, um herauszufinden, ob ein Anglizismus wirklich sinnvoll ist oder ob es nicht bereits ein schönes, deutsches Wort gibt. Außerdem sind sie oft kreativ und versuchen, deutsche Wörter für Dinge zu finden, für die es noch keine Bezeichnung gibt. Ob solche Erfindungen dann angenommen werden oder nicht, liegt dann zwar wieder in der Hand der Sprecher, die es benutzen und weitergeben und schließlich in den Duden wandern lassen, doch es ist gut, einen Anstoß zu geben für solche Prozesse. (Dass es manchmal auch nicht klappt, zeigt der Begriff “sitt” meiner Meinung nach sehr gut – fieses Wort!)
Kreativität tut Sprache immer gut, denn Sprache ist keinesfalls in Stein gemeißelt! Sie ist lebendig und deswegen ist es schön, mit ihr zu spielen, sie zu verwenden und immer wieder abzuändern, um sie auf unsere persönlichen, sich verändernden Lebensbedingungen anzupassen. Es hatte schließlich seinen Sinn, dass es vor 500 Jahren noch kein deutsches Wort für “Computer” gegeben hat!

Wer sich für Sprachwandel und Phänomene der Jugendsprache interessiert, dem kann ich diese beiden Bücher empfehlen:
Sprachwandel: Von der unsichtbaren Hand in der Sprache (Uni-Taschenbücher S)
Jugendsprache: Eine Einführung

Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen

  • März 15, 2012 14:22

Es ist ein wenig anstrengend für mich, hier eine neutrale Meinung zu formulieren, da ich einerseits nicht unbedingt ein großer Fan von Dramen bin und das Stück andererseits auch, da es Schullektüre ist, an allen möglichen Stellen “verwurstet” wird. Natürlich bietet es massenweise Material, doch ich habe nicht so sehr das Bedürfnis, den Kindler-Artikel abzuschreiben oder Wikipedia zu zitieren. ;)

Aaalso, es geht um Götz von Berlichingen, dessen Gerechtigkeitssinn ein wenig anders zu ticken scheint als der seiner Mitmenschen. Er steht auch mal auf der Seite der Bauern oder treibt (seiner Meinung nach) zu Unrecht eingenommenes Geld von Anwälten wieder ein, um ärmeren Menschen zu helfen. Dass er sich damit bei Fürsten nicht unbedingt beliebt macht, kann sich wohl jeder denken. Es kommt zu einigen Gefangennahmen und Kämpfen, bei denen mal die eine, mal die andere Seite die Nase vorn zu haben scheint.
Eine wichtige Rolle spielt Götz’ Jugendfreund Weislingen, denn der ist ganz zu Anfang gegen Götz, lässt sich dann von diesem (und seiner schönen Schwester) gewissermaßen “bekehren”, um dann doch dank einer anderen schönen Frau (Adelheid), die durch Hinterlist und Tücke ihre Ziele durchsetzen will und das personifizierte Böse zu sein scheint, wieder seine Meinung zu ändern und Götz zu verraten.
Ganz zum Schluss sterben beide: Weislingen wird von Adelheid vergiftet und Götz ist schwer verwundet vom Kampf. Ersterer bereut, was er getan hat, letzterer ruft mehrfach “Freiheit!” und beendet das Stück und auch sein Leben somit mit einem klaren Statement.

Für mein persönliches Fazit fällt mir zuerst ein, dass es sich für ein Drama erstaunlich gut und flüssig las. Es ist wohl nicht umsonst das Werk, mit dem Goethe zuerst großen Erfolg hatte…
Götz ging mir stellenweise durch seine verstaubt wirkende Art, mit der er sich konsequent nicht der sich verändernden Gesellschaft anpassen möchte, ein wenig auf den Geist. Kaum soll er mal eine Weile in seinem Schloss bleiben und niemanden überfallen, wird er schwermütig, anstatt sich zu freuen, auf seine alten Tage endlich mal zur Ruhe zu kommen! Trotzdem hat man stets das Gefühl, Götz steht auf der richtigen Seite und die widrigen Umstände machen ihm das Leben schwer.
Insgesamt habe ich es gern und auch schnell gelesen und hätte nichts dagegen, mir mal eine Aufführung anzuschauen, zu meinen allerliebsten Lieblingsbüchern wird es auch wegend er zu Anfang dieses Artikels genannten Gründen eher nicht gehören.

Novalis: Heinrich von Ofterdingen

  • März 8, 2012 10:13

Novalis, der mit bürgerlichem Namen Friedrich von Hardenberg hieß, schreibt in diesem Buch über den mittelalterlichen Dichter bzw. Sänger Heinrich von Ofterdingen – nunja, genau genommen schreibt er, wie Heinrich zu eben diesem wurde.
Es ist ein Entwicklungsroman, der mystische Züge trägt und hin und wieder auch Anachronismen enthält, die mich persönlich zum Schmunzeln gebracht haben. Ich muss gestehen, dass ich diese ohne den Kommentar meiner wunderbaren Ausgabe der Suhrkamp BasisBibliothek sicherlich nicht immer bemerkt hätte, ebenso wie einige andere Kleinigkeiten.
Im Prinzip geht es also, wie schon angedeutet, um Heinrichs Entwicklung vom stillen, zurückgezogenen Jungen zum Dichter. Den Anfang macht ein Traum über die mysteriöse blaue Blume, von dem sich herausstellt, dass Heinrichs Vater ihn auch träumte, als er noch jung war. Dummerweise hat diesen dann aber scheinbar das wahre Leben (oder der Ernst des Lebens, wie man so will) davon abgehalten, sich wirklich auf die Suche nach dieser Blume zu begeben. Man könnte auch sagen, dass er eigentlich ganz zufrieden war und deswegen nicht seinem Traum hinterherlief… Das stellt den Vater in ein positiveres Licht finde ich. :)
Jedenfalls reist Heinrichs Mutter, vor allem, um ihn aus seiner Stille und Abgeschiedenheit herauszuholen, mit ihm quer durch Deutschland (bzw. das, was einmal Deutschland werden wird… geworden sein wird?). Sie reisen mit Freunden des Vaters, einigen Kaufleuten, die denselben Weg haben und möchten Heinrichs Großvater, einen offenbar wohlhabenden Mann besuchen.

Heinrichs Entwicklung findet in eingen Stufen statt, die immer mit bestimmten Figuren verknüpft sind. Allerdings ist das so in die Rahmenhandlung eingebunden, dass dieser stufenweise Aufbaue nicht unangenehm auffällt. Es sind Geschichten, die erzählt werden und deren tiefere Bedeutung sich manchmal nicht ganz auf Anhieb erschließt. Auch hier war ich dankbar für den Kommentar in meiner Textausgabe… vor allem bei einigen Sagen und Märchen brauchte ich hin und wieder den Blick in den Anhang.

Leider ist der Roman ein Fragment geblieben, Novalis hatte nicht die Zeit, ihn fertigzustellen. Auf eine Art ist es schade, weil er so recht plötzlich endet, andererseits verleiht es dem guten Heinrich ähnlich wie der frühe Tod berühmter Rockstars eine Art Mystik, die dem Buch guttut. ;)

Für mich persönlich ist es ein Buch, das von Kreativität handelt und davon, dass jeder seinen individuellen Weg finden kann, wenn er sich nur bemüht. Es ist unbequem und manchmal geschehen schlimme Dinge auf diesem Weg, doch letztendlich ist man auf jeden Fall schlimmer dran, wenn man es gar nicht erst versucht. Dass man auf der Suche immer die Augen offenhalten sollte, damit man mitbekommt, was die Mitmenschen zu sagen haben, ist ein wichtiger Aspekt – Heinrich lernt durch das Zuhören und kann sich so weiterentwickeln. Von sich allein wäre er vermutlich nicht einmal auf die Idee gekommen, sich auf die Reise zu begeben. Manchmal braucht man eben einen kleinen Schubs…

Natron und Soda

  • März 3, 2012 10:20

Ich habe schon ein paarmal erwähnt, dass ich gern Dinge selbst mache. Meistens, ohne genau zu wissen, wie es eigentlich geht… einfach probieren. :)
Beim Nähen ist das oft nicht so einfach und deshalb habe ich vor Eeeewigkeiten mal beim Stöbern Natron und Soda gefunden, ein Lesezeichen gesetzt und schaue seitdem regelmäßig rein. Hier gibt es auch etwas ungewöhnliche Anleitungen, außerdem Tipps und Tricks für Anfänger uuund eine Anziehpuppe! ;)

Lustige Google-Suchbegriffe

  • Februar 25, 2012 10:14

Ich dachte mir, ich könnte ja mal die Google-Suchbegriffe, mit denen jemand auf meine Seite gekommen ist, präsentieren. Manche Dinge verstehe ich nicht ganz…

“buch einscannen und hinterher wegwerfen”
Bitte? Sowas tut man nicht! Wer auch immer danach gesucht hat: Dududu! Böse!

“Frau hinterhergeschaut und überfahren”
Ist auch nicht unbedingt ratsam. ;)

“warum kommen wir ausser atem wenn wir untrainiert körperlich anstrengende tätigkeiten verrichten”
Ähm? Warum fragt das jemand MICH?

MusicCommunity Westerwald

  • Februar 18, 2012 14:19

Heute gibt es mal wieder eine Linkempfehlung von mir, die etwas mit Musik zu tun hat:
Die MusicCommunity Westerwald
Hier soll ein neuer Tummelplatz für Musikbegeisterte im und um den Westerwald geschaffen werden – bitte anmelden und mitmachen. :)

Bfb, Frage 16 bis 20 – mein Regal und mehr.

  • Februar 12, 2012 14:22

16. Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
Kommt drauf an in welcher Reihe. Entweder (von oben nach unten) A. Millers “The Cruicible”, Thomas Manns “Lotte in Weimar”, L.J. Camuti mit “Alle meine Patienten sind unterm Bett”, Henning Mankells “Mörder ohne Gesicht”, eine Einführung ins Mittelhochdeutsche oder der 17. Band meines Kindler Litetaturlexikons. :)

17. Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
Da habe ich die “Dark Passion Gallery” erwischt, einen Fotoband, den der (recht bekannte) finnische Fotograf Ville Akseli Juurikkala von und mit der Band Nightwish gemacht hat. Sehr schöne, atmospharische Fotos vom Bandleben, die sowohl den Fotografen als auch die Band in meinen Augen sehr sympathisch machen.

18. Das Buch mit dem schönsten Cover, das du besitzt
Vermutlich ist das der Schrecksenmeister von Walter Moers. Ich habe von meinem Papa die Hardcover-Ausgabe zum Geweihtag bekommen, als das Buch ganz neu war und ich mag die Aufmachung und die vielen Zeichnungen in diesen Ausgaben von Moers.
Auch sehr schön gemacht fand ich das Buch Firmin – Ein Rattenleben, das wirklich so gemacht ist, als sei es handgearbeitet. Leider bleibt hier der Inhalt stellenweise hinter der schönen Form zurück.


19. Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest

Schon immer ist natürlich schweeer zu sagen… mein SuB enthält viele, viele Bücher, die zum Teil schon seit Jahren darauf warten, dass für mich der richtige Moment gekommen ist, sie zu lesen. Ich brauche immer die richtige Stimmung zu einem Buch, daher nehme ich nicht einfach irgendeins, sondern überlege und starre in mein Regal, bis ich das richtige für den Augenblick gefunden habe. Oder ich gehe einkaufen. :D

20. Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Mhm, rückblickend würde ich sagen, dass das der Werther war, auch, wenn ich ihn während meiner Schulzeit noch nicht so richtig zu schätzen wusste. :)
Was mir damals am besten gefallen hat… mhm, das ist schwierig. Ich hatte nie das Glück, so “coole” Lehrer zu haben, die mit uns Harry Potter oder irgend etwas anderes, was Schüler wirklich interessiert, gelesen haben – bei uns ging es rein um Lehrplan und Lehrergeschmack.

Bücherfragebogen, Frage 12 bis 15

  • Februar 6, 2012 13:39

12. Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/… empfohlen bekommen hast
Die “Twilight”-Serie hat mir Julia empfohlen und sie mir gegen meinen ausdrücklichen Willen, trotz meines Gemeckers und erheblichen Widerstandes ausgeborgt. Mittlerweile bin ich ihr dankbar dafür, weil ich sehr viel Spaß daran hatte.
Für meine Vorliebe für Bücher von Arto Paasilinna zeichnet sich mein lieber Cousin verantwortlich, der mir irgendwann Im Jenseits ist die Hölle los borgte, woraufhin ich angefangen habe, mehr und mehr Bücher von Paasilinna zu lesen.

13. Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst
Wieder fallen mir als erstes die Paasilinna-Bücher ein, allen voran Adams Pech, die Welt zu retten. Das Buch ist so herrlich skurril, dass man ständig lachen muss. Vor allem die Stellen, an denen bittere Wahrheit durch beinahe bösartige Direktheit vorgeführt wird, regen interessanterweise zum Lachen an… mich zumindest. :)

14. Ein Buch aus deiner Kindheit
Spontan fällt mir neben “Die Kinder aus Bullerbü” noch die Buchreihe “Hanni und Nanni” ein. Ich hatte schätzungsweise 26 Bände davon und es gab Zeiten, in denen ich sie von vorn bis hinten und dann wieder von vorn gelesen habe. Generell habe ich sehr schnell gelesen als Kind und mein Opa, der immer für meinen Lesenachschub sorgte, verzweifelte manchmal, wenn ich ein Buch, das er mir mitgebracht hatte, schon am Abend durchgelesen hatte. Trotzdem ist er nie müde geworden, mir neue zu kaufen, wofür ich ihm heute noch sehr dankbar bin. :)

15. Das 4. Buch in deinem Regal von links
E.T.A. Hoffmann: Die Lebensansichten des Katers Murr
Das Buch habe ich vor ein paar Jahren im Rahmen einer privaten Leserunde mit Kommilitonen angefangen, aber dann kamen uns Prüfungen dazwischen und so haben wir es dann gelassen. Lesen möchte ich es aber auf jeden Fall gern nochmal, mal schauen, wann ich Zeit dafür habe. :)

Ein Welpe?!?

  • Januar 31, 2012 13:00

Noch ein Text von/über Vicy, diesmal aus der Zeit meiner Schwangerschaft. ;)

Wir bekommen einen Welpen.
Frauchen erzählt es mir immer und immer wieder und unter uns gesagt: Das ist ‘ne Schnapsidee!
Ja, ich weiß, wie das klingt… der alternde Yorkie, der seine Menschen nicht mit einem Anderen teilen will, aber so ist das nicht! Ich beklage mich ja schließlich auch nicht über diese unsägliche Katze, die hier seit einer Weile haust und sich auf MEINEM Sofa breit macht!
Es ist wirklich eine Schnapsidee, und es wird auch nicht gutgehen, das weiß ich jetzt schon. Ich habe das im Gefühl, glaubt es mir. Ehrlich, also… ich will ja nicht indiskret sein, aber es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Frauchen hat sich ziemlich verändert in der letzten Zeit. Sie ist, um es mal klar auszusprechen (denn das muss ja auch mal sein) ganz schön fett geworden, und träge. So viel geschlafen wie in der letzten Zeit hat sie noch nie und wie oft höre ich beim Spaziergang “Pass auf, hier ist Eis, Frauchen fällt sonst hin!”. Wie bitte? Sonst war sie immer um mich besorgt und nicht um sich selbst. Aber klar, sonst hat sie ja auch nicht so eine riesige Tonne vor sich her geschoben. Und ihr solltet ihr Ächzen hören, wenn sie mich vom Boden aufhebt oder wenn sie mir meinen Napf hinstellt… nicht schön, sage ich euch. Ich beklage mich ja nicht, es ist ja ihr Körper, aber muss sie sich in dem Zustand auch noch einen Welpen zulegen? So ein kleines Miststück, das alles annagt, überall hinpinkelt und dauernd nervt?
Mal ganz davon abgesehen, dass sie… das ist ja noch das Beste! Erzählt sie mir doch glatt, es handle sich um einen “haarlosen Welpen”! Ich dachte wirklich, ich kann nicht mehr. Dass sie keinen von denen haben will, die Fell in dicken Flocken verlieren, jetzt, wo sie sich kaum noch bücken kann und das mit dem Putzen zur Qual wird, bitte, das verstehe ich ja, aber ein NACKTHUND? Da mache ich mich doch völlig zum Affen, wenn ich mit so einem an meiner Seite rausgehe! Was glaubt ihr, was Rico dazu sagen wird? Der lacht sich doch tot, der mit seinem luxuriösen Super-Colliefell, der gibt ja so schon immer damit an und erklärt mir, dass ich “zu nackig” sei. Dabei habe ich rundum Fell… was sagt der erst zu einem ganz nackten???
Und überhaupt… an wem wird das denn wieder alles hängen bleiben? Die Erziehung, dem Zwerg beizubringen, wie man richtig bettelt und das alles? Natürlich, an mir (…auch, wenn der hoffentlich nicht so lernresistent ist wie diese widerliche Katze…)! Ich sage es doch, eine Schnapsidee!