Büchersammelwut

  • Januar 23, 2012 23:29

Immer wieder lese ich auf Bücherblogs, in Foren oder auf sonstigen Tummelplätzen bücheraffiner Menschen von der Problematik, zu viele Bücher zu besitzen und sich von keinem trennen zu können. Manche Leute mögen es sogar nicht einmal, sich Bücher zu leihen oder in die Bücherei zu gehen, weil sie gern jedes Buch, das sie gelesen haben, im Regal stehen haben wollen. Das klappt aber wohl nur bei Leuten, die entweder sehr sehr viel Platz zur Verfügung haben oder die nur sehr langsam oder sehr wenig lesen. Oder halt immer wieder dieselben Bücher.
Bei mir klappt das nicht, denn ich habe nur seeeehr wenig Platz und lese (normalerweise, wenn mich nicht fiese Dinge wie Magisterarbeit oder -prüfung davon abhalten) auch sehr schnell und viel.
Irgendwie habe ich dann vor ein paar Jahren überlegt, wie ich die Bücher, die ich lese, ohne sie zu besitzen, trotzdem sammeln kann und habe dann damit angefangen, die gelesenen Bücher in eine Kladde zu schreiben. Zuerst unsortiert, dann alphabetisiert, dann irgendwann habe ich die Seiten rausgerissen und in einen Ordner geheftet, weil manche Buchstaben voll waren und ich auch irgendwie die Bücher, die ich besitze, mit reinbringen wollte.
Es war zu Anfang ziemlich chaotisch und viele der Bücher aus der Zeit, als ich die Stadtbücherei von vorn nach hinten und wieder zurück gelesen habe, sind mir leider nicht wieder eingefallen, aber es hat meine Sammelwut befriedigt. ;)
Mittlerweile habe ich ja meinen tollen Zettelkasten, in dem jedes Buch eine Karteikarte bekommt. Die, die ich im Regal habe, bekommen ein “R” und die, die ich gelesen habe, ein “G”. Wenn ich sie weggebe, streiche ich das “R” einfach wieder durch.

Womit ich dann wieder am Anfang bin: Bücher abgeben ist ganz schön schwierig. Irgendwie möchte man ja doch jedes, das einem gefallen hat, behalten, obwohl ich persönlich nur sehr selten Bücher zweimal lese. Trotzdem fällt es schwer, sich zu trennen, zumal man ja dank Ebay und ähnlichen Seiten für ein Buch oft nur noch ein paar Euro bekommt, obwohl man viel mehr bezahlt hat und es noch viel, viel mehr wert ist.
Trotzdem räume ich von Zeit zu Zeit mein Bücherregal auf und versuche, die Bücher auf die eine oder andere Art loszuwerden, sei es durch verschenken, vertauschen oder verkaufen. Irgendwie muss es ja auch sein, sonst kann ich mir niemals neue kaufen, weil meine Regale einfach voll sind.
Durch meinen Zettelkasten habe ich aber das Gefühl, trotzdem ein Stück davon gesammelt zu haben und so fällt mir das Ganze dann nicht mehr ganz so schwer. Manchmal schreibe ich noch mit auf, wo ich das Buch her hatte und wo es hin gegangen ist. Außerdem schreibe ich ja mittlerweile über fast jedes Buch, das ich lese, also bleibt es mir noch besser in Erinnerung. :)

Einen positiven Nebeneffekt hat der Zettelkasten noch: Ich kann besser nachschauen, welches Buch ich gelesen habe. Das vergesse ich nämlich verdammt oft und dann sitze ich an einem Buch, lese die ersten Seiten und denke dauernd, dass mir das bekannt vorkommt. Weil ich aber so vergesslich bin, fällt mir nicht ein, ob ich genau das oder vielleicht nur ein ähnliches schonmal gelesen habe… Jetzt kann ich einfach nachgucken und bin mir sicher, zumindest, was die Bücher der letzten sieben bis acht Jahre angeht. ;)

Wie macht ihr das? Bücher sammeln? Weggeben? Ausleihen? Aufschreiben, was ihr gelesen habt? Oder auch gern zweimal lesen, weil alles egal? Oder so selten lesen, dass das nicht so tragisch ist? Sagt doch mal was. :)

Christian Fürchtegott Gellert: Das Leben der schwedischen Gräfin von G***

  • Januar 21, 2012 12:37

Das waren die längsten 153 Seiten (in einem Reclamheft), die ich seit langer Zeit gelesen habe.
Sehr ausführlich, sehr moralisch und sehr nervig erzählt die schwedische Gräfin von G***, die hier natürlich anonymisiert werden musste, von ihrem Leben: Sie wird als einfaches Mädchen in Livland geboren, heiratet einen Grafen, der vermeitlich stirbt, heiratet dessen besten, aber bürgerlichen Freund, lernt auch noch die ehemalige Geliebte des Grafen kennen, die zwei Kinder von selbigem hat. Dann stellt sich raus: Der Graf ist gar nicht tot, er war nur in russischer Gefangenschaft. Auch 1747 war Sibirien der bevorzugte Ort für Kriegsgefangene. Außerdem hat die Tochter der Geliebten (und des Grafen) ihren Bruder geheiratet, was auf Umwegen dazu führt, dass beide sterben. Der nicht-tote Graf verlangt von seinem Freund seine Frau zurück und bekommt diese natürlich auch. Alle leben glücklich in Holland zusammen, irgendwann kommt dann auch noch der Freund des Grafen aus der Kriegsgefangenschaft hinzu, der alle zu sich nach England einlädt. Dort sterben einige der Figuren, zuletzt der Graf selbst, sodass sein Freund dann wieder die Gräfin zur Gemahlin haben kann.
Okay, das war eine sehr kurze Kurzfassung. Dazwischen gibt es noch den bösen schwedischen Prinzen, der Intrigen spinnt, weil er die Gräfin zur Frau haben möchte. Außerdem gibt es noch eine russische Adelige, die nach dem Tod ihres Mannes den englischen Freund des Grafen heiratet. Diverse arme Menschen, denen durch die Gräfin und ihre Familie geholfen wird, runden das Bild ab.

Was mich daran so genervt hat, ist, wie gut… ja, man könnte sogar sagen gutmenschenhaft alle daherkommen. Sie sind alle sehr ehrlich und ordentlich. Leben strikt nach der Moral und lehnen auch unter großer Gefahr unmoralisches Verhalten ab. Nicht einmal tanzen wollen sie, obwohl sie Hochzeit feiern. Die jeweilige “Übergabe” der Gräfin als Ehefrau läuft auch immer nur unter großen, dramatischen Worten, die begründen, warum diese scheinbar unmoralische Handlung geschehen ist und dass das ja doch alles moralisch einwandfrei ist… Puh.
Allerdings muss man sagen: Sie sind wirklich nur der Moral unterworfen. Standesgrenzen sind unwichtig, hier wird ständeübergreifend geheiratet und Liebe ist hierbei das wichtigste. Einzig die russische Adelige hat in erster Ehe aus anderen Gründen geheiratet, doch sie ist auch nicht wirklich sehr traurig, als ihr erster Mann stirbt. Sie betont, dass ihre zweite Ehe mit dem Engländer die einzig wahre, weil aus Liebe geschlossene ist.
Unter diesen Gesichtspunkten wird auch ersichtlich, warum die Moral so wichtig ist: Wenn man die alten Maßstäbe ablehnt und sich nicht mehr an gesellschaftliche Zwänge wie Stände und Etikette halten möchte, braucht man neue Orientierung. Hier tritt die Moral an diese Stelle und sorgt auch dafür, dass alle Figuren, die zu der “Familie” gehören, sehr freigiebig sind, wenn es darum geht, Geld an ärmere Menschen zu verteilen. Auch sorgen sie dafür, dass ihre Freunde gut versorgt sind, sie zahlen zurück, was sie bekommen haben und sind betont ehrlich, wenn es um Geldgeschäfte geht.
Das Stichwort “Familie” sollte ich noch kurz erklären: Die Gräfin lebt mit den ihr nahestehenden Menschen, also ihren/m Ehemann/männern, der ehemaligen Geliebten und deren Kindern, den Armen, denen sie half und anderen Familienmitgliedern zusammen und es wirkt, als seien sie nach außen recht abgeschottet. Sie bleiben gern unter sich, bekommen zwar hin und wieder Besuch, doch der wird dann gleich wieder in die Familie eingegliedert. Das liegt zum einen daran, dass sie sich ja vor dem bösen schwedischen Prinzen versteckt, zum anderen aber wohl auch daran, dass sie sich gegen die feindliche Welt, die andere Werte vertritt (wenn überhaupt) abgrenzen wollen. (Ein Punkt, den ich ausnahmsweise ein Stück weit nachvollziehen kann ;) )

Fazit: Es hat mich genervt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es ein frühes Werk der Empfindsamkeit ist, das noch relativ vernuftorientiert daherkommt (daher die ständige bewusste Betonung der Moral), verstehe ich die Konstruktion schon, Spaß hatte ich aber trotzdem nicht daran und ich war froh, als ich dann durch war. :)

Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner

  • Januar 14, 2012 14:58

Nachdem ich neulich leichtsinnigerweise als Spontankauf in einem Discounter ein Wimmelbuch mitgenommen habe, ist mir bewusst geworden, wie riesig die Qualitätsunterschiede hier sein können. In diesem Buch sind lieblos irgendwelche Bilder in verschiedenen Malstilen, Perspektiven und Farben ineinanderkopiert, gern auch mehrmals dasselbe auf einer Seite, manchmal passen sie auch noch dazu nicht einmal wirklich zusammen. Also lohnt es sich auch, Rezensionen zu Bilderbüchern zu verfassen! :)

Seitdem weiß ich nämlich erst richtig zu schätzen, wie wunderbar die Bücher von Rotraut Susanne Berner sind! Jakob bekam von meiner lieben Kollegin das Frühlings-Wimmelbuch in der Midi-Ausgabe zum ersten Geburtstag geschenkt und er liebt es immer noch. Längere Autofahrten über hält er es in Händen und erzählt uns, was er sieht, manchmal kommt er damit auch zu Hause einfach an und möchte zeigen, was er wieder entdeckt hat – oder möchte wissen, wie etwas heißt.
Ich glaube auch, dass er noch sehr lange Spaß daran haben wird, weil sich das Buch gewissermaßen an das Alter des Kindes anpasst. Am Anfang hat er nur “Traktor” und “Hund” darin gefunden, weil er eben noch nicht so viele Wörter konnte, doch je mehr er lernt, desto mehr Dinge erkennt er und freut sich darüber.

Noch dazu sind gerade diese Bücher von Rotraut Susanne Berner einfach wunderschön gestaltet. Es sind immer dieselben Figuren, deren Alltag man über die Jahreszeiten hinweg (und noch mehr, allerdings ist Jakobs Bibliothek da noch lückenhaft) verfolgen kann, auch dieselben Tiere und Umgebungen. Man verfolgt also beispielsweise die Katze Monika über die verschiedenen Seiten des Buches, kann zusehen, wie sie eine andere Katze kennenlernt und dann irgendwann auch mal einen Hund trifft. Oder man beobachtet einen Jogger, der sich eine Zeitung kauft, daraufhin dummerweise gegen einen Laternenpfahl joggt und von einer netten Dackelbesitzerin verarztet wird, die dann dabei hilft, eine neue Joggignhose zu kaufen, weil die alte ein Loch hat und dabei – totaaal süß! – eine Rose in der Hand hält.
Ihr merkt schon, ich bin begeistert! Auch als Erwachsener entdeckt man in diesen Büchern immer wieder etwas, obwohl man das Buch nun schon tausendmal in der Hand hatte. Manchmal verblüfft es auch, dass ein Kind schon mehr erkennt und versteht, als man glaubt. :)
Der Anguckspaß ist deswegen auch nahezu unendlich. Man kann ja nicht nur die verschiedenen Leute beobachten und immer wieder auf etwas anderes achten, sondern auch mit dem Kind gemeinsam das Buch durchblättern und sich jedesmal eine neue Geschichte dazu ausdenken. Wenn das Kind einen lässt und nicht immer dasselbe hören mag… ;)

Oh und nicht zu vergessen: Es ist einfach sehr schön gezeichnet! Figuren, Tiere, Häuser, Bäume… alles hat einen hohen Wiedererkennungswert, ist mit liebevollen Details versehen und schön bunt, aber eben nicht überladen oder lieblos zusammenkopiert.

Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller

  • Januar 11, 2012 13:38

Bin mal wieder auf interessanten Lesestoff gestoßen:
Auf dieser Seite hier wird seit 2009 der Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller veröffentlicht und zwar immer genau an dem Datum, an dem sie auch tatsächlich geschrieben wurden, nur eben um 215 Jahre versetzt.

Bfb, Frage 11: Ein Buch, das ich mal geliebt habe, aber jetzt hasse.

  • Januar 5, 2012 12:21

11. Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst
Hassen ist so ein starkes Wort…
Ein Buch wirklich zu hassen fällt mir schwer. Vielleicht auch, weil ich potentielle Hasskandidaten oft gar nicht erst lese. Wenn mich also ein Buch allein durch das, was ich über es weiß, schon nervt, wenn mich die Rezensionen abstoßen und ich die Leseproben schon blöd finde, dann mache ich einen Bogen darum.
Neulich las ich in der FAS-Kolumne von Marcel Reich-Ranicki, dass er zum Thema Guttenberg gefragt wurde. Seine Antwort lautete in etwa so: “An einer Meinung zu Herrn Guttenberg bin ich nicht interessiert.”
Ich musste zuerst schmunzeln, doch dann dachte ich, dass das eine großartige Antwort ist und man sich davon eigentlich mal eine Scheibe abschneiden könnte. Warum muss man zwingend immer zu allem eine Meinung haben? (Wohlgemerkt ist zu NICHTS eine Meinung haben auch blöd, so meine ich das also nicht!)
Natürlich kann man sagen “Wer mitreden will, muss sich seine eigene Meinung bilden.”, allerdings hab ich ja auch gar nicht gesagt, dass ich immer überall mitreden will. Es gibt so viele tolle Bücher auf der Welt, die ich lesen möchte, warum sollte ich meine Zeit und Energie da mit einem verschwenden, das mich nicht interessiert – nur, um mitreden zu können in dem großen Hype der Literaturwelt?
Vielleicht ist es an manchen Stellen also einfach klüger, dazu zu stehen, dass man keine Meinung hat (und auch kein Interesse an ihr), um sich an anderen Stellen, die einem mehr liegen und interessanter erscheinen, dafür umso gründlicher eine bilden zu können?

Allerdings bin ich mal wieder abgeschweift und habe geschrieben, was eigentlich gar nicht zur Frage gehört. Egal.
Also, ein Buch, das ich mal geliebt habe, aber jetzt hasse… Mhm.
In einer abgemilderten Form gilt das für ein Buch meiner Jugend. Ich war schätzungsweise 13 Jahre alt und bekam eines dieser Kuschelrock-Bücher geschenkt, ich weiß nicht einmal mehr den Titel und ich besitze es glaube ich auch nicht mehr. Jedenfalls war ich als Teenager begeistert davon, wie romantisch das alles war – die junge Protagonistin bekommt dann doch den totaaal süßen Boy, der doch scheinbar gar kein Interesse an ihr hatte! Vor ein paar Jahren habe ich es in einer Kiste auf dem Dachboden meiner Eltern gefunden und aufgeschlagen. Es war wie ein Schlag vor den Kopf! Wie konnte ich diesen grauenhaften Stil, diese abgehackten, seelenlosen Sätze und die nach Mittelstufenaufsatz müffelnde Textkomposition gut finden? Unbegreiflich!
Dennoch hasse ich das Buch nicht, denn damals habe ich es einige Male gelesen und es hat mir immerhin eine Zeitlang Freude gemacht.

Die obligatorischen Wünsche für 2012

  • Dezember 31, 2011 18:01

Ich wünsche euch allen ein wunderbares Jahr 2012!

Hoffentlich bleibt/werdet ihr gesund, glücklich, satt und zufrieden, haltet all eure guten Vorsätze ein, seid nett zueinander, kümmert euch umeinander und könnt dann in einem Jahr sagen, dass 2012 doch ganz knorke war!

Solltet ihr noch gute Vorsätze brauchen, wählt euch gern welche aus dieser Liste aus:
(sind nicht meine Vorsätze, sie sind vollkommen frei erfunden, dafür aber umsonst und kostenlos abzugeben)

  • mehr Sport machen
  • einen Hund kaufen (und ihn sehr gut behandeln!)
  • Thomas Manns Zauberberg lesen
  • spontan für einen lieben Menschen einen Kuchen backen
  • nach (beliebige Stadt weit weg) fahren
  • im Cyberwusel.de-Blog mehr Kommentare schreiben
  • weniger fern sehen
  • Poker-Weltmeister werden
  • Töpfern lernen
  • mehr Schokolade essen
  • weniger Schokolade essen
  • meine Zimmerpflanzen besser behandeln
  • mindestens 15 neue Rezepte ausprobieren
  • nett zu jemandem sein, den ich nicht kenne
  • sparen

Jahresrückblick… oder so.

  • Dezember 28, 2011 15:15

Es geht bergab mit mir… ganz im Ernst.

Seit Anfang 2009 schreibe ich mir auf, welche Bücher (mit wievielen Seiten) ich gelesen habe, welche ich unvollendet ließ und wann das alles war. So gibt es jetzt eine drei Jahre überspannende Lesestatistik, in die allerdings Fachbücher, aus denen man ja meist immer nur relevante Kapitel liest, ebenso wie Zeitungs- und Zeitschriftenseiten nicht mit einfließen.
Deprimierend sind die Zahlen von diesem Jahr… daran nicht unschuldig allerdings meine Magisterarbeit und Jakob. ;)

Also:
2009: 42 Bücher gelesen, insgesamt 15827 Seiten. 5 Bücher nicht zuende gelesen (davon zu wenige gebloggt)
2010: 32 Bücher gelesen, insgesamt 9102 Seiten, 7 Bücher nicht zuende gelesen. (nicht alle gebloggt)
2011: 13 Bücher gelesen, insgesamt 4971 Seiten, 2 Bücher (noch) nicht zuende gelesen, vielleicht schaffe ich das eine noch!

*schnüff*
Es geht bergab mit mir…

Glücklicherweise habe ich eine Familie, die meine Büchersucht (ebenso wie meinen Geschmack) zwar nicht unbedingt immer nachvollziehen kann, sie jedoch traditionell jedes Jahr zum Geweihtag mit einem gehörigen Stapel an Büchern (unter Anderem von meinem Amazon-Wunschzettel) unterstützt. So auch dieses Jahr, mein Sub (=Stapel ungelesener Bücher) ist also in den letzten Tagen ein gehöriges Stück gewachsen. Vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr, dass er ausnahmsweise im Laufe des Jahres schrumpft, anstatt immer weiter zu wachsen. Vielleicht…
Aktueller Stand: 94. Mal sehen, was ich Ende 2012 dazu sage. ;)

Frohe Feiertage!

  • Dezember 23, 2011 15:31

Weil ich morgen garantiert mal wieder nicht dazu komme, mache ich es heute einfach schonmal:
Ich wünsche euch allen frohe Feiertage!
Lasst euch nicht stressen, esst lieber Kekse und trinkt Weihnachtstee mit viel Zimt dazu! ;)

Revolutionäres Konzept soll Wirtschaft ankurbeln

  • Dezember 18, 2011 14:29

Köln am 14. November 2134

Mit einem bis dato völlig unbekannten Konzept will die Lebensmittelkette Rewekaldi.de ihre Verkaufszahlen erhöhen und auch der maroden deutschen Wirtschaft zu mehr Wachstum verhelfen, teilte der Geschäftsführer Alfred J. Quack am Wochenende mit. So sollen in vielen deutschen Städten sogenannte “Offline-Stores” eröffnet werden, in denen wirkliche Waren ausliegen, die von Kunden vor Ort begutachtet, gegebenenfalls gekauft und schließlich auch sofort mitgenommen werden können.
“Auf diese Art entsteht ein völlig neuartiges Einkaufserlebnis.” erklärt Quack. Zwar böten die modernen 4D-Liquid-Technology-Complets der Homesysteme auch die Möglichkeit, etwas von allen Seiten zu betrachten, doch sei laut Aussage der Konzernmitarbeiter in letzter Zeit vermehrt der Wunsch aufgekommen, die Dinge vor dem Kauf tatsächlich zu sehen, daran zu riechen und sie auch anzufassen. Selbst der verstärkte Einsatz der seit vielen Jahren üblichen Duftsensoren habe dieses Bedürfnis nicht ausreichend befriedigt, und so sei man auf diese Idee gekommen.
Quack plant, die ersten Stores bereits zum Beginn des nächsten Jahres zu eröffnen und auch Schulungen anzubieten für diejenigen unter den Bürgern, die das analoge Einkaufen einmal ausprobieren wollen.

Die Bekanntgabe der Geschäftsidee rief allerdings auch Kritiker auf den Plan. Prof. Dr. Henk von der Universität Mainz befürchtet beispielsweise den Verlust tausender Arbeitsplätze im Bereich der Auslieferung und auch in den Logistik-Zentren von Rewekaldi.de, da die Menschen ihre Einkäufe nach diesem Geschäftsmodell auch selbst nach Hause befördern sollen. Zudem sei die körperliche Belastung durch diese Form schwerer Tragearbeit den untrainierten Bürgern nicht zuzumuten. “Schließlich gibt es Profis, die diese Arbeit wesentlich besser und effizienter verrichten können.” ereifert sich der Professor. Weiterhin spricht er von ausgesprochen beschränkter Auswahl in diesen Offline-Stores, die den Einkaufsgewohnheiten der Menschen unnötigerweise Schranken setzt und so zu Frustration und auch zu Gewaltausbrüchen führen könnte. Zudem könnten hochsensible Lebensmittel wie das schalenfreie, verzehroptimierte Zuchtobst durch die Möglichkeit, sie vor dem Kauf zu berühren, womöglich Schaden nehmen und müssten dann aufwändig recycelt werden.
Doch auch außerhalb des Lebensmittelbereiches sieht Henk Risiken:
Durch das Berühren der Waren oder ihrer Verpackungen durch mehrere verschiedene Menschen könne keine vollkommen keimfreie Lieferung mehr garantiert werden, was beinahe ausgerotteten, lebensbedrohlichen Krankheiten wie Schnupfen oder Husten den Weg ebne und leicht zu verheerenden Epidemien führen könne. Sollte etwa Kleidung angeboten werden, ergebe sich außerdem eine Notwendigkeit, hochsensible, üblicherweise nur vom privaten Homesystem erfasste Bodyshape-Daten entweder vor Ort zu erheben oder den Kunden zu zwingen, diese mitzubringen – ein immenses Datenschutzproblem.

Trotz aller Bedenken können Offline-Stores vor allem für Menschen, die den ursprünglichen, altmodischen Kontakt zur Natur schätzen, eine Bereicherung ihres Lifestyle-Lebens darstellen, bieten sie doch ein haptisches Erlebnis wie sonst nur die Forest-Hall vor der Stadt.
Auf lange Sicht werden sich diese Stores aber kaum durchsetzen, da wohl niemand ernsthaft das Bedürfnis haben wird, selbst auszuwählen, welche Cerealien am besten zur eigenen Darmflora passen oder welche Vitamine dem Brot für das Wochenende zugesetzt sein sollten. Als Ausflugsziel freilich sind diese Stores mit Sicherheit ein Vergnügen für die ganze Familie.

Bücherfragebogen, Frage 6 bis 10

  • Dezember 14, 2011 00:44

Die Fragen werden kniffliger, finde ich. Man muss mehr darüber nachenken… macht aber nichts. ;)

6. Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst (egal, ob du es hasst oder nicht)
Hm, ich bin eigentlich überhaupt nicht (mehr) der Mehrfachlese-Typ. Irgendwie denke ich immer, dass es da draußen viel zu viele Bücher gibt, die noch von mir gelesen werden wollen, als dass ich ein bereits gelesenes nochmal anfange. Andererseits gibt es schon einige, die ich mit Zeit und Ruhe gern nochmal… aber das war gar nicht die Frage.
Also nur einmal lesen… Hm.
Ich glaube den kleinen Hobbit würde ich mir nicht nochmal antun. Das war mehr eine Pflichtübung und Tolkien ist einfach nicht mein Ding, trifft nicht meinen Geschmack, liegt nicht auf meiner Wellenlänge. :)

7. Ein Buch, das dich an jemanden erinnert
Bücher, die mir jemand schenkte, erinnern mich an diese Menschen. Ebenso welche, die mir geliehen wurden, die ich verliehen habe, oder über die ich mit jemandem sprach. Darum geht es aber wohl nicht, also muss ich mir eine spannendere Frage ausdenken. Hm.
Okay, eins ist mir eingefallen: Lessings Emila Galotti erinnert mich immer an meinen Deutschlehrer aus der Oberstufe. Dort haben wir darüber nämlich eine Kursarbeit geschrieben und weil ich totaaaal professionell wirken wollte, schrieb ich in meinem einleitenden Satz “die blutjunge Emilia Galotti”, was er mit einem fetten Strich und einem UMGANGSSPRACHE!!! quittierte.
Überhaupt war dieser Mann sehr kommentierfreudig. Ich weiß, ich übertreibe gern, aber diesmal ist es wirklich nicht übertrieben, wenn ich sage, dass genauso viel rote wie blaue Schrift in unseren Heften zu finden war nach seiner Korrektur. (Ich habe noch so ein Heft hier, falls ihr mir nicht glaubt!)

8. Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert
Ähm, zählt die Uni auch? ;) Wohl nicht.
Zählt es, dass mich die italienische Reise an Italien erinnert? Hauptsächlich an Siena, weil mich diese Stadt jedesmal, wenn ich dort war, wieder fasziniert hat, sie ist… altehrwürdig. :) Irgendwie sind mir außerdem die satten Farben, die Sonne auf der Haut und die köstliche Rucolapizza in Erinnerung geblieben… Und Eis bei Nannini! Letzteres wird Goethe so womöglich eher nicht erlebt haben, aber man kann sich vorstellen, dass die alten Städte dort vielleicht schon zu seiner Zeit so oder ähnlich ausgesehen haben könnten.

9. Das erste Buch, das du je gelesen hast
Puh, das ist schwer. Das erste, an was ich mich wirklich gut erinnern kann ist Die Kinder von Bullerbü von Astrid Lindgren. Das habe ich auch ungefähr 2000 mal gelesen und immer wieder toll gefunden!

10. Ein Buch von deinem Lieblingsautoren/deiner Lieblingsautorin
Das ist auch schwer! Ich habe keinen Lieblingsautor an sich. Einige mag ich besonders, aber mich da zu entscheiden…
Aufgrund des bissigen und manchmal bösen Humors und des enorm hohen Spaßfaktors beim Lesen sage ich jetzt mal einfach Adams Pech, die Welt zu retten von Arto Paasilinna. Es ist amüsant, vielseitig, kurzweilig und ein bisschen bescheuert. Also eine sehr gute Mischung. :)