Immer wieder lese ich auf Bücherblogs, in Foren oder auf sonstigen Tummelplätzen bücheraffiner Menschen von der Problematik, zu viele Bücher zu besitzen und sich von keinem trennen zu können. Manche Leute mögen es sogar nicht einmal, sich Bücher zu leihen oder in die Bücherei zu gehen, weil sie gern jedes Buch, das sie gelesen haben, im Regal stehen haben wollen. Das klappt aber wohl nur bei Leuten, die entweder sehr sehr viel Platz zur Verfügung haben oder die nur sehr langsam oder sehr wenig lesen. Oder halt immer wieder dieselben Bücher.
Bei mir klappt das nicht, denn ich habe nur seeeehr wenig Platz und lese (normalerweise, wenn mich nicht fiese Dinge wie Magisterarbeit oder -prüfung davon abhalten) auch sehr schnell und viel.
Irgendwie habe ich dann vor ein paar Jahren überlegt, wie ich die Bücher, die ich lese, ohne sie zu besitzen, trotzdem sammeln kann und habe dann damit angefangen, die gelesenen Bücher in eine Kladde zu schreiben. Zuerst unsortiert, dann alphabetisiert, dann irgendwann habe ich die Seiten rausgerissen und in einen Ordner geheftet, weil manche Buchstaben voll waren und ich auch irgendwie die Bücher, die ich besitze, mit reinbringen wollte.
Es war zu Anfang ziemlich chaotisch und viele der Bücher aus der Zeit, als ich die Stadtbücherei von vorn nach hinten und wieder zurück gelesen habe, sind mir leider nicht wieder eingefallen, aber es hat meine Sammelwut befriedigt. ![]()
Mittlerweile habe ich ja meinen tollen Zettelkasten, in dem jedes Buch eine Karteikarte bekommt. Die, die ich im Regal habe, bekommen ein “R” und die, die ich gelesen habe, ein “G”. Wenn ich sie weggebe, streiche ich das “R” einfach wieder durch.
Womit ich dann wieder am Anfang bin: Bücher abgeben ist ganz schön schwierig. Irgendwie möchte man ja doch jedes, das einem gefallen hat, behalten, obwohl ich persönlich nur sehr selten Bücher zweimal lese. Trotzdem fällt es schwer, sich zu trennen, zumal man ja dank Ebay und ähnlichen Seiten für ein Buch oft nur noch ein paar Euro bekommt, obwohl man viel mehr bezahlt hat und es noch viel, viel mehr wert ist.
Trotzdem räume ich von Zeit zu Zeit mein Bücherregal auf und versuche, die Bücher auf die eine oder andere Art loszuwerden, sei es durch verschenken, vertauschen oder verkaufen. Irgendwie muss es ja auch sein, sonst kann ich mir niemals neue kaufen, weil meine Regale einfach voll sind.
Durch meinen Zettelkasten habe ich aber das Gefühl, trotzdem ein Stück davon gesammelt zu haben und so fällt mir das Ganze dann nicht mehr ganz so schwer. Manchmal schreibe ich noch mit auf, wo ich das Buch her hatte und wo es hin gegangen ist. Außerdem schreibe ich ja mittlerweile über fast jedes Buch, das ich lese, also bleibt es mir noch besser in Erinnerung.
Einen positiven Nebeneffekt hat der Zettelkasten noch: Ich kann besser nachschauen, welches Buch ich gelesen habe. Das vergesse ich nämlich verdammt oft und dann sitze ich an einem Buch, lese die ersten Seiten und denke dauernd, dass mir das bekannt vorkommt. Weil ich aber so vergesslich bin, fällt mir nicht ein, ob ich genau das oder vielleicht nur ein ähnliches schonmal gelesen habe… Jetzt kann ich einfach nachgucken und bin mir sicher, zumindest, was die Bücher der letzten sieben bis acht Jahre angeht.
Wie macht ihr das? Bücher sammeln? Weggeben? Ausleihen? Aufschreiben, was ihr gelesen habt? Oder auch gern zweimal lesen, weil alles egal? Oder so selten lesen, dass das nicht so tragisch ist? Sagt doch mal was.